Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 2. Mai 2012
Hospizverein: Pioniere haben ihr Ziel erreicht
Geretsried - „Die Zeit der Pionierarbeit ist vorbei“, stellte der Christophorus-Hospizverein in seiner Jahresversammlung am Montag in Geretsried fest. Auch eine andere Veränderung stand an: Die Wahl einer neuen Vorstandschaft. Die neue Vorstandschaft: (v. li.) Martina Arnold, Barbara Mehlich, Thomas Freiseisen und Mechthild Felsch. Foto: sh Sein Ziel, das Sterben als Teil des menschlichen Lebens zu begreifen, findet inzwischen weitreichende Akzeptanz.
128 Menschen hat der Verein im vergangenen Jahr geholfen. 46 davon wurden durch ehrenamtliche Mitarbeiter betreut, 74 von hauptamtlichen Palliativkräften begleitet. „Zum ersten Mal sind wir in der unglaublich guten Lage, über 35 ausgebildete Hospizbegleiter zu haben“, freute sich die scheidende Vorsitzende Susanne Oechsner. Auch die Vernetzung werde immer besser: Der Kontakt zu den Vereinen in Garmisch und Miesbach sei ausgebaut worden, und mit dem hiesigen Seniorenbeirat arbeite man intensiv zusammen. Nur die gemeinsame Hoffnung, eine ambulante Palliativ-Einheit aufzubauen, habe sich noch nicht erfüllt.
Bei den Neuwahlen traten Susanne Oechsner, ihre Stellvertreterin Helga Mahadevan und Schriftführerin Margret Mahlo nicht mehr an. „Wenn wir nicht so entschlossene und zähe Frauen gewesen wären, wäre der Verein nicht da, wo er heute steht“, sagte Oechsner. Alle drei Frauen bleiben dem Verein erhalten, freuen sich aber jetzt auf andere Aufgaben.
Einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde Barbara Mehlich. Die 55-jährige Mutter dreier erwachsener Kinder ist seit fünf Jahren in Wolfratshausen als Krankenhaus-Seelsorgerin tätig und hat zudem eine Palliativ-Care-Ausbildung. Ihr Stellvertreter ist Thomas Freiseisen aus Königsdorf. Als Pflegedienstleiter in der Marianne-Strauß-Klinik baut er derzeit eine Palliativ-Station auf. Die Journalistin Martina Arnold wurde zur neuen Schriftführerin bestellt, Mechthild Felsch wird weiterhin die Kasse führen.
(cjk)Das Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ vom 2. Mai 2012
Barbara Mehlich führt Hospizverein
'Hinterher ist man nicht mehr dieselbe.' Die 55 Jahre alte Gemeindereferentin löst Susanne Oechsner ab, die nach acht Jahren den Vorsitz abgibt
Von Thekla Kraußeneck
Geretsried - Der Hospizverein Geretsried hat in seiner Mitgliederversammlung am Montag einen neuen Vorstand gewählt. Susanne Oechsner, seit acht Jahren Vorsitzende des Vereins, legte ihr Amt nieder, will aber weiterhin aktives Mitglied bleiben. 'Der Abschied ist nicht vom Verein - ich nehme Abschied von meinem Aufgabenbereich, der in der Vergangenheit einen Großteil meiner Zeit und Energie beansprucht hat', sagte die Sozialpädagogin, die seit 14 Jahren Hospizbegleiterin ist. Auch ihre langjährige Stellvertreterin Helga Mahadevan schied aus dem Vorstand aus. Den Verein führt künftig die katholische Gemeindereferentin und Krankenhausseelsorgerin Barbara Mehlich. Ihr zur Seite steht Thomas Freiseisen, der als Pflegedienstleiter in der Marianne-Strauß-Klinik in Kempfenhausen arbeitet.
Oechsner und Mahadevan, so zeigen die Zahlen, hinterlassen den Hospizverein in gutem Zustand. 128 Menschen seien im vergangenen Jahr auf ihrem letzten Weg begleitet worden, sagte Oechsner. Mit mehr als 35 aktiven Hospizbegleitern sei der Verein ausreichend besetzt. Auch die Akzeptanz bei den Hausärzten sei gestiegen, nur die Zusammenarbeit mit den Altenheimen gestalte sich noch schwierig. Dies liegt nach Oechsner an der hohen Fluktuation in den Heimleitungen. Gespräche müssten wegen der häufigen Wechsel oft von vorne begonnen werden, was die zeitlichen Kapazitäten des Vereins allmählich überschreite. Eine Zusammenarbeit finde deshalb bisher nur mit einem Wolfratshauser Altenheim statt.
Der neue Vorstand des Hospizvereins: Barbara Mehlich, Thomas Freiseisen, Mechthild Felsch und Martina Arnold (von links). Foto: Pöstges
Eigentlich möge sie keine Abschiede, sagte Oechsner am Montag. Die ehemalige Krankenhausseelsorgerin kam 1996 nach Icking, zwei Jahre später las sie in der Zeitung von einer Ausbildung zur Hospizbegleiterin durch den Hospizverein. In dieser Zeit sei sie auch durch ihre Scheidung gegangen: 'Das Ende meiner Ehe und meiner Tätigkeit als Krankenhausseelsorgerin waren der Anfang meiner Tätigkeit im Verein, und ich hoffe, dass auch meinem Abschied hier etwas Neues folgt.'
Als eine intensive Erfahrung habe sie die vergangenen Jahre empfunden, die sie als Mensch verändert hätten. 'Hinterher ist man nicht mehr dieselbe', sagte Oechsner. Heute wisse sie: 'Das Sterben gehört zum Leben dazu, auch die kleinen Tode wie eine Scheidung.' Ein endgültiger Abschied war ihr Rücktritt jedoch nicht. Oechsner will künftig das Trauercafé begleiten.
Auch Helga Mahadevan zog sich aus dem Vorstand zurück, ohne den Hospizverein ganz zu verlassen. Die Kranken- und Palliative-Care-Schwester entschied sich für eine Ausbildung zur Hospizbegleiterin, um etwas gegen die schlechte Behandlung von Sterbenden in Krankenhäusern zu tun. 'Mich störte es, dass die Leute, die starben, meist im letzten Zimmer abgestellt wurden', sagte Mahadevan. 'Ich wollte, dass mit dem sterbenden Menschen anders umgegangen wird.' Nun möchte sie sich nach der Geburt ihres ersten Enkelkindes einem neuen Lebensabschnitt widmen. 'Geburt und Sterben gehören zueinander, das eine schließe ich jetzt ab und widme mich dem nächsten', sagte sie.
Erfahrung für ihre neue Vorstandstätigkeit bringt Barbara Mehlich mit. Die 55-jährige Gemeindereferentin stieß vor fünf Jahren auf den Hospizverein, als sie in der Wolfratshauser Kreisklinik zwei Helferinnen der Palliativeinheit, Mahadevan und Ingeborg Strobel-Jöns, begegnete. 'Ich war von ihrem Engagement fasziniert', sagte Mehlich. 'Heute ist die Sterbebegleitung ein Faible von mir.'Das Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ vom 25. April 2012
Wechsel im Hospizverein
Bad Tölz-Wolfratshausen - Im Christophorus-Hospizverein stehen einschneidende personelle Veränderungen an: Bei der nächsten Mitgliederversammlung der auf Kreisebene arbeitenden Vereinigung am Montag, 30. April, werden die bisherigen Vorsitzenden, Susanne Oechsner und Helga Mahadevan, nicht mehr zur Verfügung stehen. Beide ziehen sich aufgrund von privaten beziehungsweise beruflichen Veränderungen aus dem Vorstand zurück. Um die Nachfolge bewerben sich Barbara Mehlich aus Berg und Thomas Freiseisen aus Königsdorf.
'Das Leben bahnt sich immer wieder neue Wege', sagt Oechsner, die als Sozialpädagogin künftig in München arbeiten wird. Abgezeichnet hat sich die Veränderung schon seit einigen Monaten, die Suche nach geeigneten Nachfolgern habe sich nicht ganz einfach gestaltet, sagt Oechsner. Ihre Zeit als Vorsitzende sieht Oechsner als 'gute und erfüllte Jahre', auf die sie 'mit tiefer Zufriedenheit' zurückblicke. Ihr Dank gelte all jenen Menschen, 'denen ich in einer existenziell so fordernden Situation jenseits jeglicher Fassade und voller Vertrauen und Ehrlichkeit begegnen durfte'. In den Supervisionen des Vereins habe sie nicht nur viel für die Begleitungen, sondern noch mehr für ihr eigenes Leben gelernt und sei 'dankbar für die Veränderungen, die diese Erfahrungen bei mir bewirkt haben'. Jetzt heißt es für sie: 'Time to say good-bye'. Das heißt es auch für die Zweite Vorsitzende Helga Mahadevan. Die Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, sei ihr nach 14 Jahren Arbeit für den Hospizverein nicht leicht gefallen, sagt sie. Auf der einen Seite werde ihr die Zusammenarbeit mit Betroffenen, Angehörigen und Kollegen fehlen, andererseits freue sie sich, künftig mehr Zeit für ihre Familie und sich selbst haben. Die Bilanz der gemeinsamen Arbeit sieht Mahadevan überaus positiv. Der Verein sei heute in der Lage, zwei hauptamtliche Fachkräfte zu beschäftigen, die Zusammenarbeit mit der Kreisklinik, den umliegenden Palliativstationen und den Nachbarvereinen habe sich etabliert und bewähre sich tagtäglich neu. 'Palliative Care' sei kein Fremdwort mehr, die Entwicklung werde voranschreiten.
Die Versammlung mit Neuwahlen findet um 19 Uhr, in der Geschäftsstelle am Neuen Platz 20 in Geretsried statt.
wsgDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 2. April 2012
Frau Annemarie Hirt (1. Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Icking), Frau Susanne Oechsner (1. Vorsitzende des Hospizvereins) und Frau Hanna Beier (Pfarrgemeinderat Icking)
Eine Spende in Höhe von 450.--€ erhält der Hospizverein von der Katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz Icking aus dem Erlös des Fastenessens, das der Pfarrgemeinderat am Sonntag, den 11. März 2012 in Icking veranstaltet hat.Das Presse-Echo aus dem
vom 6. Februar 2012
BOB spendet 9000 Euro
RSS: Stadt Bad Tölz RSS: Stadt Bad Tölz BOB spendet 9000 EuroDurch den Verkauf von Sondertickets vor Weihnachten war es der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) jetzt möglich, 9000 Euro an Spenden an Organisationen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und München zu verteilen. BOB-Geschäftsführer Heino Seeger überreichte im Beisein von Landrat Josef Niedermaier nun je 1500 Euro an Carolin König und Lambert Wagner von den Oberland-Werkstätten sowie an Susanne Oechsner und Mechthild Felsch vom Christophorus-HospizvereinDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 26. Januar 2012
Das Presse-Echo aus
Das Gelbe Blatt vom 25. Januar 2012
Honorierung des Ehrenamtes
Die Baugenossenschaft Geretsried spendet 2.000 Euro an den Christophorus Hospizverein
Geretsried - Zwei Angestellte und 32 ehrenamtliche Helfer des Christophorus Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen kümmern sich darum, schwerkranken Menschen ein würdevolles und möglichst schmerzfreies Sterben zu ermöglichen. Eine zeit- und kostenintensive Arbeit, die die Baugenossenschaft Geretsried nun mit einem Spendenscheck über 2.000 Euro honorierte.
Nicht wenige Familien sind mit der Pflege von todkranken Angehörigen überfordert. Hospizschwestern wie Annette Freier sind deshalb wichtige Bezugspersonen, zumal sie mit Medizinern regelmäßig die Medikamente zur Scherz- und Symptomkontrolle abstimmt und immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Patienten hat. Da sich der seit Jahren im Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen wirkende Christohphorus Hospizverein größtenteils über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert, freute sich die Vorsitzende Susanne Oechsner besonders über den großzügigen Scheck der Baugenossenschaft Geretsried: "Wir führen psychologische Supervisionen für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter durch, die von der Krankenkasse nicht getragen werden. Zudem sind die Fahrtkosten in unserem lang gestreckten Landkreis nicht zu unterschätzen." Das Gehalt der zwei hauptamtlichen Kräfte, die für 19,5 und acht Stunden angestellt sind, wird von der Krankenkasse erst rückwirkend erstattet.
"Der Christohporus-Hospizverein muss sich meist über 15 Monate vorfinanzieren", ergänzte Vize-Vorsitzende Helga Mahadevan. Walter Büttner, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft Geretsried, wurde durch einen Vortrag von Susanne Oechsner im Seniorenbeirat auf die schwierige finanzielle Situation des Hospizvereins aufmerksam und konnte die weiteren Vorstandsmitglieder schnell für eine Spende von 2.000 Euro begeistern. "Wir schätzen die Palliativpflege sehr und haben die Scheckübergabe bewusst auf die Zeit nach Weihnachten angesetzt. So bekommt der Christophorus Hospizverein die Aufmerksamkeit, die er verdient", erklärte Walter Büttner.ph
Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 17. Januar 2012
Leser helfen helfenDer letzte Wunsch hat sich erfüllt
Christophorus Hospizverein setzt sich für würdiges, schmerzfreies Sterben ein
von Andreas Steppan
Geretsried - Er hat kurz ein- und dann ganz tief ausgeatmet. "Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke", sagt Christian Kania über den Moment des Todes seines Vaters Engelbert am 26. August 2011. "Er ist gestorben, wie er es wollte: ganz ohne Kampf, ohne Verkrampfung". Dass sich dieser letzte Wunsch von Engelbert Kania erfüllte, dazu hat westenlich der Christophorus Hosizverein beigetragen.
Wenige Monate zuvor: Die Ärzte diagnostizieren bei dem 75-jährigen Krebs, Zungenrandkarzinom. Die Prognosen sind zunächst gut. Zwei Operationen und eine fünfwöchige Kur später verfinstert sich das Bild. Der Krebs schreitet noch immer voran. Eine weitere Operation ist nicht möglich. Für die Chemotherapie sei Kania zu alt, meinen die Ärzte. Nur Bestrahlung verheiße Besserung. Doch die lehnt der Geretsrieder ab. Ihn prägt vor allem die Erinnerung an den Krebs-Tod seiner Frau, nur 14 Monate vor seiner eigenen Erkrankung. "Sie hat Chemo und Bestrahlung durchgemacht, es war sehr schmerzhaft und belastend," sagt Sohn Christian - "und für die ganze Familie schwer mitanzusehen, wie sie sich quälte, ohne dass Besserung in Sicht war." Er solle es sich genau überlegen, sagen Christian und seine drei Schwestern dem Vater. Ohne Behandlung habe er kein Jahr mehr zu leben prophezeien die Ärzte.
Als Engelbert Kania in seinem Entschluss nicht wankt, steht die ganze Familie hinter ihm. Das allein reicht aber nicht. Für den Weg, der vor ihnen liegt, holen sich die Kanias Hilfe vom Christophorus-Hospizverein. 32 Ehrenamtliche, sowie zwei Angestellte verfolgen in dem Verein das Ziel, "den Tagen mehr Leben zu geben", wie es in einer Info-Broschüre heißt. Sie helfen, dass sterbenskranke Menschen "bis zuletzt ihren Wünschen und Vorstellungen gemäß leben können". Würdevoll, selbstbestimmt und möglichst ohne Schmerzen dem Ende entgegen gehen, das ist der Wunsch von Engelbert Kania. Die Familie leistet, was ihr möglich ist. Als der Großvater nicht mehr allein wohnen kann, räumt der Enkel Philipp klaglos sein Zimer. Liebevoll baut es die Familie für Opas Bedüfnisse um.
Alles können die Angehörigen jedoch nicht alleine leisten. Die Hospizschwester Annette Freier wird für Engelbert Kania zur wichtigen Bezugsperson. Sie stimmt mit den Medizinern die Medikamente zur Schmerz- und Symptomkontrolle ab, schaut alle zwei Wochen vorbei - und geht geduldig auf die vielen Fragen ein, die der Krebskranke in etlichen SMS und E-Mails an sie richtet. "Im herkömmlichen Gesundheitssystem hat er sich nicht aufgehoben gefühlt", sagt der Sohn. "Die Ärzte haben oft keine Zeit, ausführlich über alles zu reden."
Dabei gibt es so viel zu besprechen. Da ist der Satz eines Doktors, der Engelbert Kania als ständige Bedrohung im Nacken sitzt: Ohne Bestrahlung sei es möglich, dass ihn der Krebs verhungern oder ersticken lasse. Doch gerade damit die Schreckensvision eines qualvollen Tods nicht eintritt, ist die Palliativpflege da. Mit Menschen reden, die nicht zur Familie gehören, nicht direkt betrffen sind, ohne Angst, den anderen zu belasten - dazu stehen die ehrenamtlichen Hsopizhelfer zur Verfügung. Bei Engelbert Kania ist regelmäßig Margret Mahlo zu Besuch. Als freundlichen, humorvollen Mann lernt sie ihn kennen. Einer, der nach außen wenige Gefühle zeigt, doch hinter der Fassade warmherzig und verletztlich ist. Der Hospizverein empfiehlt den Kanias eine auf Palliativmedizin spezialisierten Pflegedienst, hilft duch den Formulardschungel im Kontakt mit der Pflegekasse. Und nennt der Familie das Hospiz in Polling. Bei seinem ersten Aufenthalt erholt sich der Geretsrieder noch einmal und kehrt nach Hause zurück. Einige Monate später stirbt er dort.
Die Zeit, in der er seinen Vater bis zum Tod begleitete, hat Christian Kania ausgelaugt. "Ohne fachliche und menschliche Begleitung wäre es noch schwerer gewesen". Mit etwas Abstand blickt er versöhnlich zurück. Es war eine Bereicherung."
Helfer brauchen Hilfe
Um ihre Aufgabe zu erfüllen, sind die Helfer vom Christophorus-Hospizverein selbst auf Hilfe angewiesen. Ihre Arbeit finanziert sich im wesentlichen über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Kosten die auflaufen, sind beträchtlich. Ein großer Posten ist die Miete für das Büro am Neuen Platz in Geretsried, das als Anlaufstelle für alle Betroffenen dient.
Zudem müssen psychologische Supervisionen für die ehrenamtlichen Hospizbegleiter bezahlt werden, damit sie das Erlebte selbst verarbeiten können. Das Gehalt der beiden hauptamtlichen Kräfte - sie sind für 19,5 bzw. acht Stunden Wochenarbeitszeit angestellt - übernehmen zwar die Krankenkassen, erstatten es aber erst rückwirkend. So kommt es, dass es der Verein vorfinanzieren muss: ein wirtschaftlicher Unsicherheitsfaktor.Das Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ vom 28.11.2011
Viele Ältere haben Scheu vor Hospizhilfe
Seniorenbeirat des Landkreises lobt Arbeit des Christophorus-Vereins - Kostenlose Sterbebegleitung noch wenig bekannt
Von Suse Bucher-Pinell
Bad Tölz - Das hat die Delegierten der Landkreisseniorenvertretung dann doch überrascht. Nicht ausschließlich Ältere sind die Zielgruppe des Christophorus Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen und seiner palliativen Begleitung. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden oft auch zu jüngeren, sterbenskranken Menschen gerufen, die manchmal mitten in der Familienphase stecken und noch kleine Kinder haben. 'Warum wir kontaktiert werden, wissen wir in den seltensten Fällen', sagte Vereinsvorsitzende Susanne Oechsner vor den Delegierten bei ihrem Treffen im Tölzer Landratsamt am Freitagnachmittag.
Wer die kostenfreie Hilfe des Vereins aber in Anspruch nimmt, bekommt neben der im Vordergrund stehenden Schmerztherapie auch eine psychosoziale Begleitung. 'Wir arbeiten eng mit Ärzten zusammen, Schwestern und Seelsorgern', sagte Oechsner. 'Wir stehen aber auch hinter den Angehörigen, damit sie die Kraft haben, die Sterbenden zu begleiten.' Reine Pflegearbeit übernehme der Verein nicht, es gehe vielmehr um Koordination und Entlastung der Familien, um die oft als unerträglich erlebte Situation aushaltbar zu machen. Für die anwesenden Senioren hatte Oechsner einen wichtigen Rat: 'Überlegen Sie sich heute, zu welchem Hausarzt Sie gehen. Fragen Sie ihn, ob er Hausbesuche macht und wie oft und wann er zu sprechen ist.'
Gerade in einer palliativen Situation am Lebensende, in der keine Heilung mehr möglich sei und es nur noch um die Linderung von Schmerzen gehen könne, sei der Hausarzt einer der wichtigsten Partner. Oft blieben die Leute aus alter Verbundenheit bei einem Arzt, der das Geforderte aus den verschiedensten Gründen nicht leisten könne. Einige der Ärzte im Landkreis hätten eine Sonderausbildung in palliativer Grundmedizin. Oechsner bedauerte, dass Deutschland bei der Verschreibung von Schmerzmitteln in Europa das Schlusslicht darstellt.
Im vergangenen Jahr begleiteten rund 25 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer 63 Menschen in deren letzter Lebensphase bis zum Tod, insgesamt 109 Patienten oder Angehörige wurden vom Palliative Care Team beraten, besucht oder begleitet. Dennoch sei es erschreckend, wie wenig bekannt der Verein noch sei. Viele hätten eine Scheu davor, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vor allem die ältere Generation habe gelernt, die Zähne zusammenzubeißen. Viele wüssten auch nicht, dass der Verein kostenfrei arbeite.
Der Verein mit rund 270 Mitgliedern finanziert sich über Beiträge und Spenden. Die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter im Palliativ-Team werde von den Kranken- und Pflegekassen übernommen. Für den Seniorenbeirat war Oechsners Darstellung so überzeugend, dass er spontan beschloss, 200 Euro zu spenden. Kritik äußerte Seniorenbeirats-Vorsitzender Rupert Englbrecht zu einigen Delegierten. Von 25 geladenen waren sieben unentschuldigt nicht gekommen. Die Delegiertenversammlung ist eine Vernetzung der Landkreisseniorenvertretung mit der Basis-verschiedenen Einrichtungen in den Gemeinden.
Das Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ vom 3. August 2011
Susanne Oechsner, die Vorsitzende des Christophorus-Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen, hat jetzt das Auto abgeholt, das die Vereinigung im Rahmen der jüngsten SZ-Adventskalender-Aktion aus Leserspenden erhalten hat. 'Richtig aufregend wurde es mit dem Anruf von Herrn Karlinger von der Mahag, dass unser Polo da sei. Ich habe das Auto daraufhin bei der Zulassungsstelle in WOR zugelassen und habe da erst gemerkt, wie aufregend es ist, ein Auto gespendet zu bekommen', freute sich Oechsner. Und dann habe sie es gemeinsam mit Schriftführerin Margret Mahlo abgeholt. 'Es war ein unglaublicher Moment! Ich habe das Auto - etwas nervös, es riecht so neu und ist so erkennbar ungefahren- dann nach Geretsried gefahren und durfte dabei gleich feststellen, was für ein toller, wendiger Flitzer es ist. Vor allem unser Team, aber auch wir alle werden es sehr genießen, unsere Fahrten zu den Patienten darin machen zu können.' Das Auto soll helfen, die zum Teil großen Entfernungen insbesondere im Südlandkreis zu bewältigen.Das Presse-Echo aus dem
Wolfratshauser SZ vom 19. Juni 2011
Auf langen Wegen
SZ-Adventskalender macht ein Auto für den Hospizverein möglich
Geretsried - 'Wir freuen uns, dass unsere Arbeit so erkennbar gewürdigt und von der Süddeutschen Zeitung mitgetragen wird' - mit diesen Worten hat am Montag Susanne Oechsner, die Vorsitzende des Christophorus-Hospizvereins, auf die Nachricht reagiert, dass die SZ-Adventskalender-Spende in Höhe von rund 16000 Euro für einen VW Polo jetzt überwiesen worden ist. Schließlich beschäftige sich der Verein bei der Sterbebegleitung ja mit einem oft verdrängten Bereich des menschlichen Lebens. Der Hospizverein ist mit seinen Helferinnen im gesamten Landkreis unterwegs, und der ist 'schrecklich riesig', wie Oechsner beklagt. Umso schwieriger war und ist es, zu den entlegensten Winkeln, insbesondere im Süden, zu gelangen. So sind die Helfer gezwungen, mit eigenen Autos zu den Kranken zu fahren. Oechsner selbst ist bei den Abrechnungen stets aufs Neue erschrocken über die Kilometer, die jeden Monat zusammenkommen. 'Das sind alles Wahnsinnsentfernungen.'
Nur 23 Prozent der Landkreis-Bürger sterben nach Angaben des Hospizvereins daheim im familiären Umfeld. Diesen Anteil zu vergrößern, den Angehörigen ebenso wie den Schwerkranken die notwendige pflegerische, soziale und menschliche Unterstützung zu geben und so ein Sterben in Würde zu ermöglichen, ist das erklärte Ziel des Vereins, der am Neuen Platz in Geretsried sein Büro hat. Schließlich habe seit dem Jahr 2007 jeder einen Rechtsanspruch auf eine 'Spezialisierte ambulante Palliativversorgung' (SAPV). Nicht bedacht habe der Gesetzgeber, dass solche SAPV-Teams an vielen Orten gar nicht existieren oder die betroffenen Familien nur schwer zu erreichen sind. Auf die finanziellen Probleme, die sich beim Aufbau eines solchen Teams ergeben, hat Susanne Oechsner mehrmals hingewiesen - die nötigen finanziellen Vorleistungen könne der Hospizverein unmöglich allein erfüllen. Umso mehr freut man sich dort jetzt über das Geld, das den Kauf eines spritsparenden Diesel-Fahrzeugs ermöglicht. wsgDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 20. Mai 2011
Selbstmordattentäter "landen direkt in der Hölle"
Hospizverein: Religionspädagogin Gönül Yerli spricht offen über Tod und Sterberituale im Islam
Geretsried - Wie wird im Islam mit dem Tod umgegangen? Diese und viele andere Fragen beantwortete Gönül Yerli während ihres Vortrags in der Geschäftsstelle des Christophorus-Hospizvereins. Dabei machte die Religionspädagogin und Vize-Direktorin des Islamischen Forums Penzberg vor allem eines deutlich: "Wir sind alle Hoffnungsträger - unabhängig davon, welcher Konfession wir angehören."
Nachdem die rund 20 Besucher zwei Stunden lang zugehört hatten, waren sie erstaunt, wie viele Parallelen es zwischen dem Islam und dem Christentum gibt. "Ich habe jetzt deutlich mehr von der islamischen Seele verstanden", sagte Susanne Oechsner. Die Vorsitzende des Hospizvereins hatte die Veranstaltung organisiert, um das Verständnis für den islamischen Glauben zu fördern. Schließlich sei der Verein überkonfessionell tätig, und die Ehrenamtlichen würden stets die religiöse Überzeugung dessen mittragen, den sie beim Sterben begleiten. Da sei es laut Oechsner hilfreich, mehr über die jeweilige Religion zu wissen.
Mit Gönül Yerli war die passende Referentin für den Abend gewonnen worden Souverän, anschaulich und verständlich vermittelte sie, wie mit Tod und Sterben im Islam umgegangen wird. Sie erklärte die Sterberituale und warum viele Muslime in ihrer Heimat begraben werden wollen anstatt in Deutschland. Auch von den Jenseitsvorstellungen im Islam berichtete Yerli.
Offen ließ sich die Muslimin mit Fragen zu Selbstmordattentätern konfrontieren, die im Namen Allahs töten. "Nach meinem Verständnis landen sie direkt in der Hölle", sagte Yerli. Zuvor hatte sie ausführlich berichtet, dass der Mensch dem islamischen Glauben zufolge nicht selbst über seinen Tod entscheiden und auch keinen anderen Menschen töten darf. Außerdem werde an das Schicksal, die Vorhersehung geglaubt. "Und Schicksal ist nicht, wenn ich mir wissentlich selbst das eben nehme." Dass Selbstmordattentäter sich auf den so genannten Tötungsvers "Und tötet, wenn Euch Unrecht geschah" beziehen, kritisierte Yerli und betonte: "Es gibt andere Methoden, wie man Gerechtigkeit wiederherstellen kann."
Auf die Seebestattung Osama bin Ladens angesprochen, sagte die Vize-Direktorin des Islamischen Forums Penzberg: "Das ist die wohl größte Strafe für ihn gewesen." Denn eine Seebestattung sei für Muslime grundsätzlich undenkbar, ebenso eine Feuerbestattung oder dass der Leichnam in einem Sarg bei- gesetzt wird. Dass Muslime die Art der Bestattung nicht öffentlich kritisiert haben, erklärte Yerli damit, dass man sie dann wieder ausnahmslos auf die Seite Osama bin Ladens gestellt hätte. "Wir kommen von Gott und werden wieder zu ihm zurückgeführt", zitierte Yerli einen für das Thema Tod und Sterben zentralen Satz des Korans. Auch vom Todesengel berichtete sie und von den Engeln, die den Menschen nach seinem Tod zur Rechenschaft ziehen. Denn auch im Islam gibt es das Jüngste Gericht und den Glauben an das ewige Leben.NINA DAEBELDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 4. Februar 2011
Menschenliebe und innere Offenheit
Christophorus-Hospizverein: Ehrung von drei langjährigen Helferinnen
Geretsried - Mit einem Neujahrsempfang im kleinen Kreis dankten die Verantwortlichen des Christophorus- Hospizvereins ihren Ehrenamtlichen. "Wir wollen diesen Abend in Fröhlichkeit und Gemeinschaft begehen", sagte Vorsitzende Susanne Oechsner, die drei Helfer für ihr Engagement ehrte.
So bekamen Emilie Galli aus Bad Tölz, Annemone von Stackelberg aus Gelting und Erika Pustejowsky aus Waakirchen als Dank einen Blumenstrauß. "Wir begegnen Ihrem Einsatz mit Hochachtung, Sie sind zuverlässig, loyal, stabil und regelmäßig dabei", lobte die Vorsitzende, die derzeit auf einen Stamm von rund 25 Helfern zurückgreifen kann. Weitere zwölf Interessierte haben vor kurzem die Ausbildung zum Hospizhelfer begonnen und werden diese voraussichtlich im Juli abschließen. Diese Unterstützung ist Oechsner zufolge auch "dringend nötig". Denn es gebe Zeiten, in denen sämtliche Ehrenamtliche eingesetzt seien. "Und die im Hospizverein hauptamtlich Tätigen ersticken ohnehin schon in Überstunden."
Zum Dank für ihr Engagement überreichte (v. re.) die Vereinsvorsitzende Susanne Oechsner den langjährigen Hospizhelferinnen Erika Pustejowsky, Annemone von Stackelberg und Emilie Galli einen Blumenstrauß. FOTO: SH
Umso wichtiger sind Menschen wie Pustejowsky, Galli und Stackelberg. Seit zwölf Jahren engagiert sich Pustejowsky als Hospizhelferin. Als sie mit dieser Arbeit begann, hat sie sich zu nichts gezwungen. "Ich habe es mir angeschaut, es auf Probe gemacht und bin dabei geblieben", erinnert sie sich und betont, dass jemand, der sich bei dieser Aufgabe seelisch aufreibe, fehl am Platz sei. Sie selbst habe früher nicht viel über den Tod und das Sterben nachgedacht. Das habe sich zwar durch ihre Arbeit als Hospizhelferin geändert, aber ihre eigene Angst vorm Sterben habe es nicht geschmälert. "Man traut der Sache nicht, jeder will doch weiter leben, und man hat immer Wünsche, die man sich noch erfüllen möchte. Wer keine mehr hat, ist tot." Dadurch, dass sie immer wieder mit dem Tod konfrontiert wird, hat sie die Scheu verloren, über das Thema zu reden. Das Sterben gehöre zum Leben, sagt Pustejowsky und spricht über das Thema "wie über ein alltägliches Problem".
Auch Stackelberg gehört seit zwölf Jahren zum Team. Ein Vortrag über die Hospizbewegung war für sie der Anstoß sich einzusetzen. "Man braucht Menschenliebe und die Bereitschaft, sich mit der eigenen Persönlichkeit einzubringen", sagt sie. Schwer werde die Begleitung, wenn der Betroffene noch zu jung zum Sterben sei und man damit nicht einverstanden sein könne.
Das sieht auch Galli so, die seit 15 Jahren als Hospizhelferin aktiv ist. Bei ihr war es ebenfalls ein Vortrag sowie die Konfrontation mit dem Tod in der eigenen Familie, was sie dazu veranlasste, sich zu engagieren. "Eine Sterbebegleitung ist im Idealfall ein ausgewogenes Geben und Nehmen", sagt sie und betont, wie wichtig dabei die eigene Stabilität sei. Auch eine "innere Offenheit" und Verlässlichkeit seien wichtig. Ob sie irgendwann einmal darüber nachgedacht hat, aufzuhören? "Nein, nie." njdDas Presse-Echo aus der
vom 4. Februar 2011
Ein Bild für einen Weg
Von Wolfgang Schäl
Geretsried - Eine Kugel, Sinnbild für die menschliche Seele, rollt unter wildbewegter, düsterer Wolkenstimmung hinweg auf gerader Bahn in gleißendes Licht - das Bild, das die Tölzer Malerin Inge Friedl gemalt hat, soll Ausdruck des Lebenswegs sein, an dessen Ende auch die Düsternis ihr Ende findet, denn dieser Weg mündet in strahlende, Hoffnung vermittelnde Helligkeit. Natürlich sei das mit dem Licht letztlich Glaubenssache und man müsse das, was sie zum Ausdruck gebracht hat, nicht nachvollziehen, sagt die Künstlerin selbst. Ihr sei es mit dem Werk lediglich darum gegangen, 'einen Anstoß zum Reden' zu geben. Auch dann, wenn es vom Ausdruck und vom Inhalt her abgelehnt werde. Zum Reden über Grenzsituationen zwischen Leben und Tod, also über Situationen, mit denen es die ehrenamtlichen Betreuerinnen des Christophorus-Hospizvereins tagtäglich zu tun haben.
Ein solches Bild zu erwerben, war seit einiger Zeit ein großes Anliegen des Vereins, der sich finanziell jedoch nicht in der Lage sah, selbst ein Original zu erwerben. Im Herbst vergangenen Jahres erfuhr Inge Friedl von Wunsch und Problem und lud den Vereinsvorstand spontan in ihr Tölzer Atelier ein. Nach mehreren langen Gesprächen entschied sie sich dann, selbst ein Bild für den Hospizverein zu malen. In der Geretsrieder Geschäftsstelle hängt es jetzt an exponierter Stelle und soll dem Verein 'eine Art Corporate Identity geben', wie es dessen Vorsitzende Susanne Oechsner formuliert - etwa als Wiedererkennungsmerkmal auf Flugblättern und Werbeträgern.
Mit dem Bild sei es gelungen, 'dem Raum die Seele zu geben', ein Bild, mit dem sich die Hospizbegleiterinnen identifizieren können, wie die Zweite Vorsitzende des Vereins, Helga Mahadevan, anlässlich der Enthüllung ergänzend feststellte. Der späte Neujahrsempfang des Vereins war auch Gelegenheit, drei verdiente Helferinnen zu ehren. Emily Galli, die seit 15 Jahren als Betreuerin fungiert, sowie Erika Pustejovsky und Annemone von Stackelberg, die sich der ehrenamtlichen Aufgabe seit 13 Jahren unterziehen.
Mit einem Buffet und einer Feier bedankte sich der Verein jetzt bei seinen engagierten Helferinnen für ihre Arbeit. 'Zur Stärkung für die Einsätze im neuen Jahr', sagte die Vorsitzende Susanne Oechsner. wsgDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 3. Februar 2011
Ein Hoffnung schenkendes Werk
Hospizverein freut sich über ein Ölgemälde der Künstlerin Inge Friedl
Geretsried - Eine weiße Wand war das Erste, was man bislang erblickte, wenn man in die Geschäftsstelle des Hospizvereins am Neuen Platz in Geretsried trat. Seit kurzem hängt dort ein Ölgemälde der Künstlerin Inge Friedl. "Getragen vom Licht, bin ich auf meinem Weg", so sein Titel.
Es war ein bewegender und sehr emotionaler Moment mit Tränen, als das Bild während des Neujahrsempfangs des Hospizvereins enthüllt wurde. Zuvor hatten die Vorsitzende Susanne Oechsner und ihre Stellvertreterin Helga Mahadevan den Anwesenden erzählt, wie es dazu kam, dass ausgerechnet die in Bad Tölz lebende Künstlerin Friedl ein Werk für den Hospizverein gemalt hat.
"Wir hatten uns für die weiße Wand etwas Eigenes gewünscht, ein Kunstwerk, das dem Raum die Seele geben würde", sagte Mahadevan. Zudem habe es ein Bild sein sollen, mit dem sich die Hospizbegleiter identifizieren können und das auf Flyer sowie andere Werbeträger des Vereins gedruckt werden könnte. Und es habe etwas ganz Besonderes sein sollen. Deswegen habe man auf keinen Fall auf irgendein Poster zurückgreifen wollen, denn das hätte dem Anspruch nicht gerecht werden können. Einen Künstler mit der Anfertigung eines passenden Werkes zu beauftragen, wäre dem Verein allerdings aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen.
So war es schließlich eine glückliche Fügung, dass die Künstlerin im September des vergangenen Jahres von dem dringenden Bilder-Wunsch erfuhr. Sie verbindet noch immer etwas Besonderes mit dem Hospizverein, da sie im Jahr 1993 eines der Gründungsmitglieder gewesen ist. "Ich habe leider keine Zeit mehr, mich aktiv im Verein zu engagieren, aber ich wollte gerne etwas hergeben, was ich kann", sagte sie während des Neujahrsempfangs. Der Auftrag sei für sie etwas Schönes gewesen, habe sie aber gleichzeitig auch in der Kreativität gehemmt. Weil sie den Erwartungen und Wünschen unbedingt habe gerecht werden wollen. "So stand ich vor der weißen Holzplatte und bin ganz unruhig geworden", sagte Friedl, die Liebe, Angst, Hoffnung, Schmerz und Trauer gleichermaßen ins Bild habe einbringen wollen.
"Was hätten Sie gemalt?", fragte sie die Anwesenden kurz vor der Enthüllung ihres Bildes. "Etwas Gelbes mit Sonne" lautete eine Idee. Doch was zum Vorschein kam, als das weiße Tuch fiel, wurde nicht von Gelb dominiert, sondern von der Farbe Blau. Ein Freund der Künstlerin, der im Bewusstsein lebte, bald sterben zu müssen, hatte das Bild kurz vor seinem Tod noch gesehen. "Das ist gut", habe er ruhig gesagt, so Friedl, die bei der Erinnerung daran ihre Tränen kaum zurückhalten konnte. Zu ihrem Hoffnung schenkenden Werk sagte sie: "Die Seele ist auf dem Weg - kommt sie vom Licht oder geht sie ins Licht? Was bedeutet Licht?"NINA DAEBELDas Presse-Echo aus der
vom 21. Januar 2011
Die Angst vor dem Sterben nehmen
Staatssekretärin berichtet in der Wolfratshauser Kreisklinik vom Aufbau des Palliativ-Systems und würdigt ehrenamtliche Arbeit
Von Wolfgang Schäl
Wolfratshausen - Palliativmedizin, die Zweite: Nach einer sehr gut besuchten Veranstaltung des Christophorus-Hospizvereins am Montag in Geretsried stand das Thema Sterbebegleitung am Dienstag erneut auf der Tagesordnung, diesmal im Wolfratshauser Kreiskrankenhaus. Auch hier war das öffentliche Interesse groß. Im Kasino der Klinik hatte sich ein gewichtiges Podium eingefunden: Mit Verwaltungschef Hubertus Hollmann, den drei Chefärzten, dem CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, Landrat Josef Niedermaier (FW) und dem Palliativ-Team des Kreiskrankenhauses sprach Melanie Huml, selbst Ärztin und Staatssekretärin im bayerischen Umwelt und Gesundheitsministerium . Sie referierte über Perspektiven und Ziele der Schwerstkranken-Versorgung in einem unter hohem Kostendruck stehenden System.
Die Ausgaben der Krankenhäuser seien durch staatliche Vorgaben limitiert, die Kosten insbesondere für das Personal steigend, bei gleichzeitigem Investitionsbedarf - so beschrieb Hollmann die Situation aus wirtschaftlicher Sicht. Den 'Ethos ', den sich die Klinik selbst verschrieben habe, beschwor der Chefarzt der Chirurgie und Ärztliche Direktor Stefan Schmidbauer - das Kreiskrankenhaus sei mit seinen 168 Betten zwar nur für die medizinische Grundversorgung konzipiert; trotzdem habe man mit zwei Betten 'leidenschaftlich am Palliativprojekt teilgenommen'. An solchen Vorhaben könne man 'Mut schöpfen und den Nachwuchs motivieren, der uns wegzubrechen scheint'. Michael Trautnitz, Chefarzt der Inneren Abteilung, würdigte die Leistungen des in den vergangenen Jahren aufgebauten und hochmotiviert arbeitenden Palliativ-Teams an der Klinik, bestehend aus fünf Schwestern und zwei Ärztinnen, die mit einem Psychoonkologen und Seelsorgern zusammenarbeiten und im vergangenen Jahr 70 Patienten begleitet haben. Dies freilich könne 'nur ein Baustein im Gesamtsystem der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung' sein, sagte Trautnitz. Man müsse erkennen, dass Palliativmedizin als eigene ärztliche Disziplin erlernt werden müsse. Trautnitz betonte in diesem Zusammenhang aber auch, dass sich die Ärzte auch schon vor dem Aufkommen dieser Fachrichtung sterbenden Patienten besonders zugewendet hätten.
Ernste Mienen in der Palliativ Station: Leiterin Gabriele Maschenski, Staatssekretärin Melanie Huml, die Palliativärztinnen Andrea Lorenz und Elisabeth Rothbauer sowie Gerhard Hasreiter (Freunde der Kreisklinik)
Auf dem schmalen Grat 'zwischen Kosten und einer Versorgung, wie wir sie uns später selbst mal wünschen', bewegte sich auch die Staatssekretärin. In einer Kreisklinik wie der in Wolfratshausen sei 'Menschlichkeit ganz wichtig, auch wenn die Zahlen stimmen müssen', sagte Huml. Mit großem Respekt betrachte sie deshalb die Leistungen, die ehrenamtliche Kräfte bei der Begleitung Sterbender leisten. Huml stellte die grundsätzliche Frage, 'wie die Würde des Menschen unter dem Kostendruck des Klinikalltags zu sehen ist'. Vor allem müsse es darum gehen, Patienten die Angst vor dem Sterben und vor einer unpersönlichen Apparatemedizin zu nehmen, Symptome wie Schmerzen und Übelkeit zu lindern und ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen. Dies alles sah die Politikerin in der Kreisklinik gewährleistet. Aktive Sterbehilfe lehnte Huml ausdrücklich ab. Die sei mit dem christlichen Menschenbild und der Menschenwürde nicht vereinbar. Auf die Frage, wie die Palliativ-Versorgung in einem Flächenlandkreis wie dem hiesigen gewährleistet werden kann - ein Thema, das beim erwähnten Infotreffen des Christophorus-Hospizvereins Bad-Tölz-Wolfratshausen eine große Rolle gespielt hatte - ging Huml ausführlich ein.
Der Aufbau sei zunächst zögerlich vorangekommen, mittlerweile existierten aber zehn Verträge in Bayern, unter anderem in München, Regensburg und Bamberg. Dies sei möglich geworden, weil die bayerischen Krankenkassen die Palliativ-Versorgung nicht zum Gegenstand eines Kassenwettbewerbs gemacht hätten. Die vom Hospizverein angesprochenen Geldprobleme aufgrund von Vorausleistungen in Höhe von bis zu 30000 Euro sprach Huml ebenfalls an. Hier sehe der Freistaat eine Anschubfinanzierung in Höhe von 15000 Euro vor.Obwohl es nicht in die Planungskompetenz ihres Ministeriums falle, begleite man dort den flächendeckenden Ausbau des PalliativSystems konstruktiv, es habe sich eine Arbeitsgruppe neu gegründet. Dass eine umfassende ambulante Versorgung auch in der Fläche möglich ist, mache das Palliativ-Team in Mühldorf vor. Es werde künftig aber mehrere Modelle geben, die den Besonderheiten der Region angepasst werden müssten. Die Kooperation mit den örtlichen Hospizvereinen ist Huml zufolge gesetzlich vorgeschrieben.
Keine schlüssige Antwort wusste Huml auf die Frage von Helga Mahadevan, der zweiten Vorsitzenden des Hospizvereins, wie im Landkreis die vorgesehene 30-Minuten-Erreichbarkeit für die Patienten gewährleistet werden könne. 'Da muss ich leider passen', gab die Staatssekretärin zu.Das Presse-Echo aus der
vom 19. Januar 2011
Ein schützender Mantel, der Sterbende umgibt
Jeder darf am Ende seines Lebens eine Palliativ-Versorgung beanspruchen, doch der Aufbau der Strukturen ist schwierigVon Wolfgang Schäl
Geretsried - Das Interesse an der Palliativmedizin und der ambulanten Betreuung Sterbender wächst erkennbar: Bei einem Informationstreffen des Christophorus-Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen waren die Reihen bis auf den letzten Platz besetzt, überwiegend von Frauen. Noch vor gar nicht langer Zeit hätte sie sich nicht träumen lassen, dass eine so gut besuchte Veranstaltung möglich sein würde, versicherte Susanne Oechsner, die Vorsitzende des Vereins. Es habe sich viel verändert in den vergangenen Jahren, nicht nur im Bewusstsein, sondern auch in der rechtlichen Situation. Denn seit dem 1. April 2007 bestehe der rechtliche Anspruch auf eine 'spezialisierte ambulante Palliativversorgung' (SAPV).
In der Palliativstation des Wolfratshauser Kreiskrankenhauses sollen Patienten ihr Leben in Würde beenden könnenFoto: Neubauer
Was sich hinter diesem Terminus verbirgt und welche spezifischen Problemlagen sich daraus in einem so großen Landkreis ergeben, erläuterte Andrea Lorenz, die als Palliativärztin und Anästhesistin am Wolfratshauser Kreiskrankenhaus arbeitet. Sie verwies auf den lateinischen Ursprung des Wortes 'palliativ', das so viel bedeute wie 'schützender Mantel'. Um sterbende Patienten darin einzuhüllen und ihnen ein würdiges Lebensende in vertrauter Umgebung zu ermöglichen, bedarf es nach Lorenz" Worten eines komplexen Netzwerks, das den Patienten umgibt: Darin arbeiten Hausärzte, Hospizbegleiter, Psychologen, Seelsorger, Pflege- und Sozialdienste sowie die Klinik zusammen, um bei den Patienten Symptome zu lindern und die pflegenden Angehörigen zu entlasten.
Jeder Zehnte ist auf spezialisierte Versorgung angewiesen.
Nur 23 Prozent der Kreisbürger sterben Lorenz zufolge daheim, 23 Prozent in Krankenhäusern und 43 Prozent in Pflegeheimen. Ziel sei es aber, 78 bis 80 Prozent der Menschen ein würdiges Sterben im familiären Umfeld zu ermöglichen. Etwa jeder Zehnte ist Lorenz zufolge an seinem Lebensende aufgrund schwerer Erkrankungen auf die spezialisierte SAPV-Versorgung angewiesen, eine in Deutschland noch junge medizinische Fachrichtung. Obwohl der Gesetzgeber den rechtlichen Anspruch auf eine SAPV-Betreuung geschaffen habe, könne dieser nur bedingt umgesetzt werden. Denn nötig seien vier SAPV-Teams pro einer Million Einwohner, bisher existierten statistisch aber nur 0,7 Teams für eine Millione Menschen.
Zu den Problemen, die sich speziell im Landkreis auftun, zählt die ausgedehnte Fläche, die es sehr zeitaufwendig macht, zu den Patienten zu gelangen. Dies habe der Gesetzgeber nicht bedacht, kritisierte die zweite Vorsitzende des Hospizvereins, Helga Mahadevan. Es ergebe sich die paradoxe Situation, dass ein Sterbender Rechtsanspruch auf Hilfe durch ein SAPV-Team erheben könne, das in vielen Fällen gar nicht existiere. Auf die finanziellen Probleme, die sich beim Aufbau eines solchen Teams ergeben, wies Susanne Oechsner hin: Hier gelte es, mit mehreren hunderttausend Euro in Vorleistung zu gehen, und das könne eine Organisation wie der Hospizverein unmöglich erfüllen. Es müsse deshalb jeweils ein Träger wie die Caritas, die Diözese oder eine Stiftung gefunden werden.
In einer abschließenden Runde erhielten die Gäste Gelegenheit, Fragen zu stellen. Sie erkundigten sich nach den Voraussetzungen, die ein Hilfsbedürftiger und dessen Angehörige erfüllen müssen, um vom Hausarzt eine SAPV-Betreuung verordnet zu bekommen. 'Muss man dafür austherapiert sein?' Und: 'Sind die Beratung und Betreuung kostenlos?' Antworten gibt der Hospizverein in seiner Geschäftsstelle am Neuen Platz 20 in Geretsried, Telefon 08171/999155.
Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur vom 19. Januar 2011
"Die Krankenkassen müssen uns entgegenkommen"
Hospizverein: Aufbau einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung im Landkreis gestaltet sich schwierig
Geretsried - Seit April 2007 besteht Rechtsanspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).Der Bedarf im Landkreis wäre vorhanden, und die Krankenkassen würden das Angebot finanzieren. Doch wer im ländlichen Bereich ein SAPV Team aufbauen will, stößt schnell an Grenzen. Welche das sind, erklärte Dr. Andrea Lorenz am Montagabend in der Geschäftsstelle des Christophorus-Hospizvereins.
Lorenz ist promovierte Palliativmedizinerin und Anästhesistin an der Kreisklinik Wolfratshausen. Der Termin für den Vortrag war nicht zufällig gewählt. Schließlich hatte sich Staatssekretärin Melanie Huml für den gestrigen Dienstag zu einem Besuch in der Klinik angesagt. Susanne Oechsner, Vorsitzende des Hospizvereins, kündigte denn auch an, die Anwesenheit der Politikerin nutzen zu wollen, um das Thema SAPV und die damit verbundenen Probleme anzusprechen.
Die sind vielfältig. "Das Schwierigste ist, einen Träger zu finden", erklärte Helga Mahadevan, die als erste ehrenamtlich tätige Palliative-Care-Schwester acht Jahre lang im Landkreis tätig war und sich jetzt als stellvertretende Vorsitzende im Hospizverein engagiert. Der Verein oder das Krankenhaus würden als Träger ausscheiden, weil sie nicht in der Lage seien, die finanziellen Vorleistungen in Höhe von 300 000 Euro jährlich zu erbringen. Dafür seien größere Organisationen wie die Caritas oder eine Stiftung nötig.
Ein weiteres Problem sei die Forderung, dass ein SAPV Team für mindestens 250 000 Einwohner zuständig sein müsse. "Wir haben aber im gesamten Landkreis nur 120 000 Einwohner", sagte Mahadevan. Außerdem könne wegen der großen Fläche nicht jeder Patient innerhalb von rund 30 Minuten erreicht werden, was aber als weitere Voraussetzung gegeben sein müsste.
Wie die gesetzlich zugesagte SAPV, die Mahadevan zufolge sogar einklagbar wäre, trotz aller Widrigkeiten auch im Landkreis eingeführt werden könnte, soll nun verstärkt diskutiert werden. "Die Krankenkassen müssen uns entgegenkommen, so wie im Landkreis Mühldorf", erklärte die stellvertretende Vorsitzende. Dort würde es auch nur rund 120 000 Einwohner geben, und trotzdem sei es möglich geworden, einen Sondervertrag mit den Krankenkassen auszuhandeln.
In Bayern gibt es laut Andrea Lorenz derzeit gerade mal neun normale SAPV-Verträge, bundesweit sind es 124.Als vor drei Jahren der Rechtsanspruch auf SAPV beschlossen wurde, hatte man gleichzeitig das ehrgeizige Ziel, bis 2010 rund 330 solcher Verträge abzuschließen. Außerdem sollten für das flächendeckend einzuführende Angebot 630 Millionen Euro ausgegeben werden. Doch bislang sind der Medizinerin zufolge nur 50 Millionen Euro abgerufen worden.
Dass sie noch vollkommen am Anfang stünden, sei ihnen klar, betonte Helga Mahadevan. Doch seien Aufbauarbeit und eine weitere Vernetzung der bestehenden Dienste enorm wichtig. Denn die SAPV sei für die Patienten und Angehörigen ein "großer Gewinn" und würde ihnen ein hohes Maß an Sicherheit geben. Darauf hinzuarbeiten sei alle Mühe wert.NINA DAEBELSAPV
SAPV steht für spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Anspruch darauf haben Versicherte, die an einer unheilbaren, fortschreitenden Krankheit leiden und nicht mehr lange zu leben haben. Häufig benötigen diese Menschen eine aufwändige Versorgung. Die SAPV umfasst ärztliche und pflegerische Leistungen einschließlich ihrer Koordination. Besonders viel Wert wird auf eine Schmerztherapie und die Symptomkontrolle gelegt. Ziel ist es, den Patienten durch ein qualifiziertes SAPV-Team zu Hause zu betreuen. njd
vom 16. Dezember 2010
Begleitung durch die Krise
Der Hospizverein unterstützt Angehörige bei der ambulanten Weiterbetreuung
Geretsried - Die berufstätige Tochter von Günther H. (Name von der Redaktion verändert) suchte im Frühjahr in Geretsried die Palliative Care Sprechstunde des Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen auf. Ihr Vater sei 65 Jahre alt und an Darmkrebs erkrankt, berichtete sie. Seine Tumorerkrankung sei bereits im Jahr 2005 diagnostiziert worden. Nach einer Operation, die nicht mehr zur Heilung, sondern nur noch zur Erleichterung seiner Situation durchgeführt wurde, befinde sich der Vater noch in einer stationären palliativen Rehabilitation. Die sei demnächst beendet.
Aus den Erzählungen der Frau ergab sich, dass es der Wunsch des Vaters war, nach Hause zu kommen, um dort zu sterben. Die Tochter wollte dies dem bereits verwitweten Vater gerne ermöglichen, hatte aber große Angst, damit überfordert zu sein. Die Betreuer des Hospizvereins ließen der Tochter sehr viel Raum und Zeit, um ihre Sorgen und Ängste auszusprechen. Dann zeigten sie ihr verschiedene Möglichkeiten auf, ihrem Vater den Wunsch zu erfüllen. Notwendig sei es zunächst einmal, ein Betreuungsnetz für den Vater aufzubauen und einen Betreuungsplan aufzustellen, erklärten die Helfer. Vor der Entlassung von Günther H. nahm die Palliativ-Ärztin des Vereins Kontakt mit dem Palliativ-Arzt der Reha-Klinik auf, um alles Nötige für die Entlassung vorzubereiten. Danach galt es, die Tochter bei der Beantragung einer Pflegestufe zu unterstützen, die nötigen Pflegehilfsmittel zu beschaffen, den Hausarzt zu informieren und einen palliativen Pflegedienst zu finden. Erst als alles vorbereitet war, entließ die Klinik Günther H. nach Hause in die ambulante Weiterbetreuung. Er war zutiefst glücklich, dass ihm dies möglich war, und er genoss sein vertrautes Zuhause.
In regelmäßigen Hausbesuchen stellte das Palliativ-Team in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt nun sicher, dass Günther H. frei von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen war. Zur Unterstützung des Patienten und zur Entlastung seiner Tochter wurde eine Hospizbegleiterin eingeteilt. Sie konnte, solange die Kräfte von Herrn H. noch reichten, über viele Wochen hinweg mit Günther H. Spaziergänge machen, ins Café gehen und sogar kleine Ausflüge wagen an Orte, die er gerne noch einmal sehen wollte. Sie entwickelte bald eine innige Beziehung zu ihm, und er konnte mit ihr vertrauensvoll über sein Leben reden.
Beim Fortschreiten der Erkrankung wurden die Medikamente nach Rücksprache mit dem Hausarzt, der ebenfalls regelmäßig nach Herrn H. schaut, an die jeweilige Krankheitssituation angepasst. Gemeinsam mit dem Hausarzt wurde auch ein Krisenplan erstellt. Die Familie weiß so, welche Medikamente der Patient in akuten Krisensituationen erhalten muss. Damit lässt sich verhindern, dass Günther H. unnötig ins Krankenhaus eingewiesen wird, denn dies würde für ihn eine große Belastung darstellen.
Die Tochter besucht ihren Vater regelmäßig, kommt jedoch auch immer wieder in die Sprechstunde des Hospizvereins, um Fragen zu klären, aufkommende Ängste abzubauen und sich neue Sicherheit zu holen. Sie braucht viel Zuspruch und Rückhalt durch die Fachkräfte des Vereins, um den Sterbeprozess ihres Vaters so unmittelbar begleiten zu können.
Nicht nur die Begleitung durch Hospizhelfer, sondern auch die Arbeit der Fachkräfte des Hospizvereins sind unentgeltlich. Ungünstig ist in diesem wie in vielen anderen Fällen, dass viele der Betroffenen weit entfernt von Geretsried irgendwo an den Grenzen des Landkreises wohnen und bei der intensiven Betreuung viele und lange Fahrtzeiten in Kauf genommen werden müssen. Für diese Zwecke stehen nicht immer private Pkw zur Verfügung, ein Dienstfahrzeug für den Verein könnte die Arbeit der Helfer deutlich und nachhaltig verbessern. Notwendig ist auch, dass die Helfer bei ihrer schwierigen, oft belastenden Aufgabe durch Supervisionen auch selbst immer wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Solche Maßnahmen sind teuer und müssen vom Verein finanziert werden, der selbst ehrenamtlich arbeitet. SZ
vom 9. Dezember 2010
Hilflos und voller Schmerzen
Geretsried - Ein verzweifelter Anruf erreichte die Geschäftsstelle, die der Christophorus-Hospizvererein Bad Tölz-Wolfratshausen am Neuen Platz in Geretsried betreibt: Sieglinde M. (Name von der Redaktion geändert), 70 Jahre alt, hatte vor kurzem erfahren, dass sie an Kehlkopfkrebs erkrankt war. Mit der verhängnisvollen Diagnose war sie aus der Klinik entlassen worden. Noch am Tag des Anrufs machte die Palliative Care Schwester Annette Freier mit der Palliativ-Ärztin des Hospizvereins einen Hausbesuch. Sie fanden Sieglinde M. in einem abgedunkelten Raum vor. Sie hatte sehr starke Schmerzen, litt unter Übelkeit und Schwindelgefühl und war zu schwach um aufzustehen. Seit acht Tagen war ihr keine Nahrungsaufnahme über den Mund mehr möglich gewesen. Für ihre Magensonde, über die sie künstlich ernährt werden sollte, hatte sie keine Nahrung, daher war sie bereits massiv abgemagert.
Das Ehepaar hatte den Hausarzt nicht mehr aufgesucht, seit es über die Diagnose Bescheid wusste. Er war deshalb über die zugespitzte, tragische Situation nicht informiert, der Ehemann stand der Situation völlig hilflos und verzweifelt gegenüber. Es war einer jener Fälle, in denen der Christophorus-Hospizverein handelt, sobald er davon erfährt und um Hilfe gebeten wird. Die Helfer besorgten bei der Apotheke umgehend die nötige Sonden-Nahrung und wandten sich an den Hausarzt, der die Rezepte für die notwendigen Medikamente ausstellte. Die Schmerztherapie wurde eingeleitet und ein Pflegedienst hinzugezogen, um die Nahrungsversorgung über die Magensonde zu gewährleisten. Bei der Pflegekasse beantragten die Helfer eine höhere Pflegestufe.
Das Ehepaar stimmte der Unterstützung durch eine Hospizbegleiterin zu. Die Einsatzleiterin des Hospizvereins führte sie in die Familie ein. Innerhalb von nur einer Woche hatte sich die Situation deutlich entspannt. Die Patientin war beschwerdefrei. 'Ich bin so glücklich, dass Sie gekommen sind', sagte sie. 'Ich fühle mich wieder wohl, meine Kräfte nehmen zu.' Durch regelmäßige Kontrollen und rechtzeitiges Anpassen der Medikation erlebte Sieglinde M. noch viele gute Wochen. Sie konnte wieder aufstehen und in der Wohnung umhergehen. Die Besuche der Hospizbegleiterin ermöglichten dem Ehemann, ohne Sorge die Einkäufe zu erledigen.
Zum Krankheitsbild der Patientin stellten sich bald Verwirrtheit und große Unruhe ein. Sieglinde M. wurde bettlägerig. Eine kurzfristige Aufnahme auf der Palliativeinheit der Wolfratshauser Kreisklinik erwies sich in dieser Situation als notwendig. Auch auf der Palliativeinheit wurde Sieglinde M. von ihrer Hospizbegleiterin besucht. Nach und nach fand die Hospizbegleiterin Zugang zu Sieglinde M. Immer mehr öffnete sie sich und redete über ihr Leben. Darüber hinaus brachte die Hospizbegleiterin auch dem sehr unter Druck stehenden Ehemann Entspannung. Dennoch wird die Belastung für ihn immer schlimmer, je mehr die Krankheit seiner Frau fortschreitet. 'Wir sind nicht sicher, ob er es tragen kann, dass das Sterben seiner Frau zu Hause stattfinden kann', sagt der Hospizverein zur aktuellen Situation. 'Aber wir wollen alles dafür tun, damit sie es schaffen.'
Schaffen muss es auch der Hospizverein selbst, denn die Betreuung findet in diesem wie in vielen anderen Fällen unter erschwerten Bedingungen statt: Das Ehepaar wohnt in einem entlegenen Teil des Landkreises, die Betreuer müssen große Strecken zurücklegen, die Fahrtkosten sind gewaltig. Nicht immer steht für die Betreuer ein privater Wagen zur Verfügung. Eine Spende für die Anschaffung eines Fahrzeugs würde die belastende Arbeit der ehrenamtlichen Betreuer sehr erleichtern. SZDas Presse-Echo aus der
vom 4. Dezember 2010
![]()
Übergreifende Kooperation
Der Christophorus-Hospizverein stellt den Patienten in den Mittelpunkt eines Systems von Spezialisten
Von Wolfgang Schäl
Geretsried - Die Geschäftsstelle des Christophorus-Hospizvereins am Neuen Platz 20 in Geretsried ist ein Ort, der viel Ruhe ausstrahlt. Der Raum ist dezent möbliert, ein Besprechungstisch, eine Sitzgruppe, an der Wand eingerahmte Fotos von den Mitgliedern des Betreuungsteams: 23 Frauen und vier Männer. Auf einem Spruchband der programmatische Satz: 'Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern dem Tag mehr Leben.' Susanne Oechsner, die Vorsitzende des Vereins, und ihre Stellvertreterin Helga Mahadevan sprechen über ein Thema, das gern verdrängt wird, obwohl es doch jeden betrifft: das Sterben.
"Wenn wir doch nur früher gewußt hätten, dass es Sie gibt," - das hören (von links) Susanne Oechsner, Mechthild Felsch, Helga Mahadevan und Margret Mahlo vom Vorstand des Hopizvereins in Geretsried öfter.
Alten, Todkranken und ihren Angehörigen Beistand zu leisten auf ihrem steinigen Weg voller Schmerzen und Ängste, dem Ende des irdischen Daseins Sinn und Würde zu geben, das ist die Aufgabe, der sich das Team des Hospizvereins stellt. Es ist eine Aufgabe, die schwieriger kaum sein könnte: Menschen über ihre letzten Klippen hinwegzuhelfen, ihnen zu vermitteln, dass der Tod ein Teil des Lebens ist, das erfordert viel Sensibilität, innere Kraft, medizinischen und psychologischen Sachverstand, daneben aber auch praktisches Organisationstalent und nicht zuletzt die Fähigkeit, begrenzte Mittel optimal zu nutzen.
Von diesem Wunsch sind die Mitglieder des Hospizvereins erfüllt. 'Es gibt nichts Schmerzlicheres für uns', sagt Susanne Oechsner, 'als wenn Menschen zu uns kommen und sagen: Wenn wir doch nur früher gewusst hätten, dass es Sie gibt'. Wenn so etwas in den letzten 30 Stunden eines Lebens geschehe, ergänzt Helga Mahadevan, dann könne dies bedeuten, 'dass es ein bitterer Weg war'. Umso besser, dass der Hospizverein zunehmend Akzeptanz findet: Allein von April bis November dieses Jahres hat er 90 Menschen begleitet.
Manche Fälle sind auch für die Betreuer belastend: der Tod einer jungen Mutter, die drei kleine Kinder hinterlässt, das Schicksal eines Vaters, der innerhalb einer Woche einer rapide voranschreitenden Lähmung zum Opfer fällt - hier geht es auch darum, den familiären Rahmen zu erhalten und zu stabilisieren. In solchen Fällen kann es geschehen, dass auch die Betreuer an ihre Grenzen kommen und Zuspruch benötigen, die sie in Form von Supervisionen erfahren - eine sinnvolle, aber auch teure Hilfe für die Helfer, die der Hospizverein selbst finanzieren muss. Unter die Rubrik kostenintensiv fällt auch die Teilnahme an fachlichen Fortbildungen.
Die Betreuung der Patienten erfolgt nach dem Prinzip der 'Palliative Care'. Dabei steht der Patient im Mittelpunkt eines Systems von Spezialisten, die übergreifend zum Wohl des Patienten kooperieren. Das können Atemtherapeuten sein, Ärzte, die speziell für Schmerzlinderung ausgebildet sind, Physio- oder Psychotherapeuten. Ein Schwerpunkte des Konzeptes liegt auf der Schmerzbehandlung und der Hilfe bei quälenden Begleitsypmptomen wie Übelkeit, Verstopfung, Angst und Atemnot. Falls ein Kranker seines letzten Stunden zuhause verbringen möchte, werden die Angehörigen mit der Palliativpflege vertraut gemacht. Die ehrenamtlichen Betreuer sind in dieses System eingebettet. Sie tragen zur Entlastung der Angehörigen bei und erfüllen dem Kranken letzte Wünsche. Falls ein Sterbender noch einmal eine Stadt besuchen möchte, um sich von ihr zu verabschieden, dann kann der Betreuer ihn begleiten. Oft geht es auch um reine Alltagshilfen: Den Patienten zum Arzt bringen, mit ihm einen Ausflug machen, oder, wie es Oechsner formuliert: 'Einfach dabei sein, um Dinge auszuhalten.'
Weil die Betreuer in die entlegensten Regionen des Landkreises fahren, kommen gewaltige Fahrkosten zusammen, die nur schwer aus Spenden zu finanzieren sind. Ein eigener Pkw oder Fahrkostenzuschüsse würden den Hospizverein stark entlasten. Denn er legt Wert darauf, dass seine Hilfe kostenlos ist. Die Krankenkassen erstatten nur die beiden hauptamtlichen Palliativfachkräfte - eine für den psychosozialen und eine für den medizinisch-pflegerischen Bereich. Und dies auch nur rückwirkend. 'Manchmal', sagt Oechsner, wissen wir nicht, wie wir die Miete bezahlen sollen.'Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 4. Oktober 2010
"Die Annette, die ist nix fürs Büro"
Begleitung auf dem Weg des Lebens: Annette Freier hat als Palliativ-Care-Schwester ihre Berufung gefunden"
Geretsried - Das lateinische Wort "palliare" ist am besten mit "ummanteln" und "einhüllen" zu übersetzen. Man verbindet mit diesen Begriffen die Vorstellung von Geborgenheit und Beschützwerden. "Und genau das wollen wir mit unserer Arbeit erreichen", bestätigt Annette Freier. Seit fünf Monaten arbeitet die 52-Jährige als hauptamtliche Palliativ-Care-Schwester für den Christophorus-Hospizverein mit Sitz am Neuen Platz in Geretsried.
"Der Patient steht im Mittelpunkt", betont Annette Freier. "Was er will, ist maßgebend." Ziel der Palliativmedizin ist nicht der Erhalt oder die Wiederherstellung der Gesundheit. Es geht um die bestmögliche Anpassung an die gegebenen Umstände und darum, dem unheilbar Kranken ein Sterben in seiner gewohnten und vertrauten Umgebung zu ermöglichen. "dazu gehörten Schmerztherapie und Symptomkontrolle sowie die Erstellung eines Notfallplanes in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, aber auch die Anleitung bei der Pflege zuhause", beschreibt Annette Freier ihre Tätigkeit.
Die 52-Jährige arbeitet in Beratungsgesprächen mit den Angehörigen und dem Patienten aus, wie die Lebensqualität noch so weit wie möglich auf hohem Niveau gehalten, aber auch die Familie unterstützt werden kann. "Für die Angehörigen ist die Pflege zuhause oft mit einer sehr großen Belastung verbunden, und da tut es auch gut, mal mit einem völlig Außenstehenden zu reden", sagt Freier. "Viele sehen es als Chance an, sich verabschieden zu können, aber der Schmerz um das Wissen doch loslassen zu müssen, ist allgegenwärtig."
Seit April hat die gelernte Altenpflegerin 27 Familien betreut - quer verteilt über den Landkreis. "Da kommen im Monat locker um die 700 Kilometer für Hausbesuche zusammen." Kilometer, die sie momentan noch mit ihrem Privat-Pkw bewältigt, ein über Spenden finanziertes Dienstfahrzeug ist in Planung. Die Zeit der Begleitung kann von drei Tagen bis zu einem halben Jahr dauern, "je nachdem, wie fortgeschritten die Erkrankung ist", sagt Annette Freier. Zumeist haben die Patienten, die zwischen 55 und 70 Jahre alt sind, Krebs.
Man merkt der Palliativ-Care-Schwester an, wie sehr sie sich ihrem Beruf verbunden fühlt. Obwohl sie täglich mit Leid und Sterben konfrontiert wird, strahlt sie eine unglaubliche Lebensfreude und Wärme aus. "Als in meinem Freundeskreis bekannt geworden ist, dass ich jetzt beim Christophorus-Hospizverein arbeite, meinte jeder nur, dass ich da an der richtigen Stelle bin."
Zur Altenpflege kam Annette Freier ganz bewusst. Nach einer Laufbahn als Beamtin im Mittleren Verwaltungsdienst begann sie 1990 mit 32 Jahren eine Lehre zur Altenpflegerin - und merkte schnell, dass hier ihre eigentliche Berufung liegt. Vor zwei Jahren kam noch die Ausbildung zur Palliativ-Care-Schwester hinzu.
"Vielleicht hätte ich von Anfang an auf meinen Lehrer hören sollen", meint Freier und lacht. "Der hatte doch gleich gesagt: Die Annette, die ist nix fürs Büro."Sabine HermsdorfDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 24. September 2010
Wenn die seelischen Narben der Vertreibung wieder aufbrechen
Hospizverein: Psychotherapeuthen referieren über Traumata im Alter - Symptome sind Aggressivität, aber auch Müdigkeit und Depression
Geretsried - Krieg, Vertreibung und Flucht haben bei den Betroffenen tiefe Narben hinterlassen. Oft wurden die schlimmen Erfahrungen ein Leben lang verdrängt. Erst am Ende des Lebens brechen sie hervor.
Über Traumata im Alter sprachen Cleo-Margitta Huse und ihr Mann Lutz Bessel auf Einladung des Christophorus-Hospizvereins in Geretsried. Die anwesenden Hospizhelfer und Altenpfleger kannten viele Beispiele von Posttraumatischer Stress-Disorder (PTSD), so der medizinische Fachausdruck. Da gibt es den 90-Jährigen, der nachts aus dem Schlaf hochschreckt, weil er glaubt, wie damals im Schützengraben den Feind nahen zu hören. Oder das alte Mütterchen, das sich bei Gewitter unter Decken und Kissen vergräbt. Das Donnern erinnert sie an das Geräusch fallender Bomben. Andere zucken beim Geräusch einer heulenden Sirene zusammen.
Besonders bei Demenzkranken kommen Kindheits- und Jugenderlebnisse plötzlich wieder an die Oberfläche. Die Psychotherapeuthin Cleo-Margitta Huse aus Schlehdorf hat sich auf Trauma-Patienten spezialisiert. Sie empfahl den Zuhörern: "Wenn die von Ihnen betreuten Menschen reden möchten, hören Sie ihnen zu. Halten Sie ihnen vielleicht die Hand". doch auch schweigen solle man akzeptieren und nicht nachbohren. Jeder gehe anders mit schlimmen Erfahrungen um. Verdrängen und Totschweigen sei nicht unbedingt schlechter als Reden. Wichtig sei es, Verständnis für traumatisierte Patienten aufzubringen.
Lutz Bessel erklärte, warum gerade Heimatvertriebene oft späte Traumata entwickeln. "Sie haben ein Gefühl der Wurzellosigkeit verspürt, aber sie haben ihren Kummer hinuntergeschluckt und ihre ganze Energie in den Neuanfang gesteckt." Doch laut Huse bleiben die seelischen Qualen in einem Teil des Gehirns abgespeichert. Bekomme dieser abgeschirmte Teil im Alter Risse, reagierten die Patienten sehr heftig, teilweise mit körperlichen Symptomen."Sie sind völlig hilflos dagegen", so die Therapeutin. Ein Trauma könne sich durch Aggressivität, aber auch durch Müdigkeit und Depression äußern.
Die Vize-Vorsitzende des Hospizvereins, Helga Mahadevan, fragte nach medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Sie seien notwendig in schweren Fällen, antwortete Cleo-Margitta Huse.
Tanja LührDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 24. August 2010
Kräftige Finanzspritze für ein eigenes Fahrzeug
Geretsried - Die letzte Phase des Lebens in der vertrauten Umgebung verbringen zu dürfen, das wünschen sich rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung. Doch oftmals sind die Angehörigen damit überfordert einen Schwerstkranken oder Sterbenden auf seinem letzten Weg zu begleiten. Seit 17 Jahren unterstützt der Christophorus-Hospizverein mit eigens geschulten Ehrenamtlichen die Familien. Er versucht zu entlasten und kümmert sich um die medizinisch-pflegerische Versorgung.Durch die Zusammenarbeit mit den Palliativ-Einheiten der Kliniken hat auch der Bedarf an Hilfe immer mehr zugenommen. "Mit Annette Freier haben wir eine Palliative-Care-Schwester eingestellt", berichtet die Vorsitzende des Vereins, Susanne Oechsner. Annette Freiers Einsatzgebiet erstreckt sich über den gesamten Landkreis. "Bisher wurden die Fahrten zu den Familien im Privat-Pkw vorgenommen", so Oechsner. Doch durch die steigende Anzahl der Menschen, die es zu betreuen und begleiten gilt, ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Daher soll jetzt, finanziert durch Spenden, ein Kleinwagen angeschafft werden.
Einen großen Beitrag dazu leistete jetzt mit 3000 Euro die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen. Zusammen mit Marketingchef Gerhard Herrmann überreichte Karin Düster, stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle an der Händelstraße, den Scheck an Susanne Oechsner und deren Stellvertreterin Helga Mahadevan.
shDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 19. Juli 2010
"Mach´ mit oder lass´es"
Mediatorin Martina Arnold zu Gast beim Hospizverein
Geretsried - Der Nachbar hat einen Hammer, der Mann selbst nicht. "Doch was, wenn er mir den Hammer nicht leihen will? Gestern grüßte er nur so flüchtig. Bloß weil er einen Hammer hat und ich nicht? - Es reicht!" Diese Geschichte, die Paul Watzlawick in seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" beschreibt, ist typisch für einen inneren Monolog. "Erfahrungsgemäß steht am Anfang jeden Konflikts ein Missverständnis", sagt auch Martina Arnold. Die Kommunikationswissenschaftlerin und Mediatorin hielt am Montag einen Vortrag über Konfliktlösung in der Geschäftsstelle des Christophorus Hospizvereins in Geretsried.
Es gebe "zig" verschiedene Wahrnehmungen von ein und derselben Sache", und wer innere Monologe führe, der komme "irgendwann zu dem Punkt, dass man sich immer weiter voneinander entfernt: Das ist die Keimzelle jeden Konflikts. "Zu erkennen, dass jeder "auf seiner eigenen Insel mit seiner eingenen Sozialisation" sitze, sei schon ein großer Schritt, und nicht zu sagen, meine Insel-Wahrnehmung ist die einzig wahre". Konkrete Tipps zur Konfliktvermeidung oder-lösung im Alltag, etwa in der Partnerschaft gabe Arnold auch auf Nachfrage einiger Anwesenden nicht: "Das ist eher Aufgabe der Partner- oder Eheberatung."
Dafür beleuchtete sie den Aufgabenbereich der Mediation, einer außergerichtlichen Form der Konfliktbearbeitung. "Die Parteien suchen gemeinsam Lösungsansätze und haben eine verbindliche, schriftliche Vereinbarung als Ziel", erklärte die Mediatorin. Als neutrale Person unterstütze sie die Beteiligten dabei, etwa bei einer Unternehmensübergabe oder einer Erbschaftsngelegenheit.
Doch der Erfolg einer Mediation hänge auch von der Tiefe des Konflikts ab, was Arnold in Stufen unterschied: "Am Anfang steht die Verhärtung, danach folgt eine Phase der Polemik." In Stufe drei verliere man die Empathie. "In der vierten Stufe bildet man Phalanxen und Koalitionen: Bis zu dieser Stufe hat Mediation eine Chance." Danach gehe es um Gesichtsverlust, in der sechsten Stufe setze man Ultimaten.
In Stufe sieben kommen Vernichtungsschläge: "Ein eigener kleiner Schaden wird als Sieg verbucht". Phase acht schließlich steht für Zerstörung des feindlichen Ziels, "nach dem Motto: gemeinsam in den Abgrund". Hier sei der Mensch nicht mehr er selbst.
Doch auch vorher sei für eine erfolgreiche Mediation wichtig, den Konflikt auf eine sachliche Ebene zu bringen, bevor die emotionale Ebene ins Spiel komme. Letztlich beruhe aber alles auf Freiwilligkeit. Martina Arnold: "Das heißt, love it or leave it - also: Mach´ mit oder lass´ es."
Claudia KoestlerDas Presse-Echo aus dervom 17. Juni 2010
Palliativmediziner dünn gesät
Obwohl eine flächendeckende Versorgung Sterbender politisch gewollt ist, nutzen wenige Hausärzte die Zusatzausbildung
Von Felicitas Amler
Landkreis - Annemarie Schilcher würde es jedem ihrer Hausarzt-Kollegen empfehlen, diese Zusatzqualifikation zu erwerben: Die 43-jährige Allgemeinärztin, die in einer Gemeinschaftspraxis in Gaißach arbeitet, hat sich gerade in Palliativmedizin weiterbilden lassen. 'Man begleitet als Hausarzt doch viele Patienten bis zum Tod', sagt sie. 'Und da hat man oft eine gewisse Hilflosigkeit zu überwinden.' Das ändere sich mit der Zusatzausbildung, in der man sowohl medizinische als auch soziale und psychologische Aspekte lernt, um schwerstkranke Menschen optimal zu versorgen. 'Das, was man bisher schon gemacht hat, kriegt eine fundiertere Basis', sagt Schilcher.
Die Vertreterinnen des Christophorus-Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen wünschen sich dringend mehr Ärzte wie Schilcher. 'Die allgemeine ambulante Palliativversorgung muss ausgebaut werden', fordert die zweite Vorsitzende Helga Mahadevan, selbst ausgebildete Palliative-Care-Schwester. Sie und ihre Kolleginnen, die sich als Schwestern Ärztinnen oder Hospizhelfer ehrenamtlich um unheilbar kranke Menschen kümmern, sehen es als wichtig an, dass jeder Hausarzt die fachliche Qualifikation erwirbt. Allerdings ist der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen von diesem Idealzustand noch ziemlich weit entfernt: Bis jetzt hat nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns keiner der hier praktizierenden insgesamt 94 Hausärzte die palliativmedizinische Weiterbildung samt Prüfung absolviert.
Dabei ist die flächendeckende Versorgung das Ziel des bayerischen Gesundheitsministers. Markus Söder (CSU) erklärte auf Anfrage der SZ: 'Alle Hausärzte in Bayern erhalten künftig eine palliativmedizinische Fortbildung. Darauf haben wir uns mit dem Bayerischen Hausärzteverband und der Bayerischen Landesärztekammer verständigt.' Dies sei ein wichtiger Schritt, um die ambulante Palliativversorgung in Bayern weiter zu stärken.
Und dies wiederum, so kann man ergänzen, wäre der entscheidende Schritt, um den größten Wunsch der meisten Menschen zu erfüllen: zu Hause sterben zu dürfen. Dies möchten, schreibt der Christophorus-Hospizverein auf seiner Homepage, 70 Prozent der schwerst und unheilbar Kranken. Tatsächlich gelinge es aber nach einer Statistik aus dem Jahr 2000 nur in 30 Prozent der Fälle. Und dabei ist noch nicht berücksichtigt, unter wie guten Bedingungen es geschieht.
Hospizvereinssprecherin Helga Mahadevan lobt zwar grundsätzlich die Hausärzte im Landkreis: 'Die Zusammenarbeit im Sinne der Vernetzung ist gut geworden.' Sie weiß aber auch, dass viele eine förmliche Zusatzqualifikation für unnötig halten: 'Sie sagen: Wir haben doch eh schon immer Schwerstkranke mitversorgt.' Das allein aber reiche nicht: 'Die Palliativmedizin ist eine neue Fachrichtung.' Da gebe es auch für erfahrene Ärzte noch einiges zu lernen.
Das kann die Gaißacher Ärztin Annemarie Schilcher nur bestätigen. 'In dieser Situation, zum Ende des Lebens hin, sind viele Aspekte einzubinden.' Das reiche von der Schmerzmedikation bis zur Behandlung psychischer Beschwerden. Sie jedenfalls habe in den vier Kursen à fünf Tagen, die sie über ein Jahr verteilt in Großhadern absolviert hat, viel dazugelernt. Nun muss sie nur noch bei der Ärztekammer eigene Fälle einreichen, dann wird sie zur Prüfung eingeladen. Und wenn sie die bestanden hat, ist der Landkreis dem Ziel der flächendeckenden ambulanten Palliativversorgung um eine Stelle nähergekommen.
Palliative Care
Der Begriff Palliative Care trägt die Fürsorge wörtlich in sich. Er leitet sich ab vom lateinischen palliare = bedecken, das wiederum auf den mantelartigen Überwurf pallium zurückgeht. Palliative Care meint eine ganzheitliche Versorgung und Betreuung schwerst kranker Menschen: medizinisch, pflegerisch, psychosozial, seelsorgerisch.
Palliative Care bejaht das Leben und betrachtet Sterben als einen natürlichen Prozess; soll den Tod weder beschleunigen noch verzögern; verschafft Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen; reduziert diagnostische Maßnahmen auf das Notwendigste; schließt psychische und spirituelle Aspekte in die Versorgung des Patienten ein; bietet ein Unterstützungssystem, um Patienten zu helfen, bis zum Tod so aktiv wie möglich zu leben; bietet ein Unterstützungssystem, um den Angehörigen der Patienten zu helfen, die Zeit während der Krankheit sowie die eigene Trauer zu bewältigen. (Quelle: Lehrbuch Palliative Care, Hrsg. C. Knipping, Verlag Huber).
Der Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen bietet für Betroffene und Angehörige eine Beratung für die ambulante Palliativversorgung Schwerstkranken und Sterbender: Montag 17 bis 18Uhr, Geschäftsstelle am Neuen Platz 20, Geretsried, Telefon 08171/99 91 55.famDas Presse-Echo aus der
vom 11. Mai 2010
Hospizbegleiter bilden sich fort
Geretsried Kürzlich haben 16 ehrenamtliche und die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter des Geretsrieder Hospizvereins an einer Fortbildung im Kloster Bernried teilgenommen. Doktor Yvonne Petersen schulte die Aufmerksamkeit für das individuelle Verhalten Schwerstkranker, Sterbender und ihrer Familien.
Wie es in einer Presseerklärung heißt, sind die Fortbildungswochenenden für Hospizbegleiterinnen seit etwa acht Jahren Tradition. Ziel sei es, die Ehrenamtlichen, neben regelmäßigen Weiterbildungsabenden, einmal im Jahr vertieft in einem Themenbereich fortzubilden und ihnen gleichzeitig einen Rahmen zu bieten, in dem sie selbst etwas Abstand zum Alltag gewinnen und die Beziehungen untereinander intensivieren könnten. Auch der Dank des Vereins für das große Engagement der Ehrenamtlichen solle dabei zum Ausdruck kommen. "Dieses Anliegen wurde bereits zum zweiten Mal von einem langjährigen Mitglied, Eva Mändl aus Attenham, mit einer großzügigen zweckgebundenen Spende unterstützt."
Heuer konnte Yvonne Petersen für die Fortbildung gewonnen werden. Die Internistin und Psychotherapeutin, die auf der Palliativstation bei den Barmherzigen Brüdern in München arbeitet, habe in ihrer langjährigen Tätigkeit spannende Zusammenhänge zwischen frühkindlichen Bindungsmustern und dem Verhalten von Menschen in Krisensituationen, wie sie angesichts des Todes erlebt werden, entdeckt. "Sie führte zunächst in die wissenschaftlichen Grundlagen der Mutter-Kind-Bindung ein, bevor sie die Vergleiche zur Situation am Lebensende zog."
In ihren sehr praktischen Bezügen hätten die Hospizbegleiterinnen viele eigene Erfahrungen wiedererkennen und reflektieren können. Ergebnis sei ein verstärktes Hintergrundwissen für die bereits bekannte Tatsache, dass jeder Mensch so individuell sterbe, wie er lebe. Achtsamkeit für die Einzigartigkeit sei die wichtigste Voraussetzung für eine einfühlsame Begleitung.SZDas Presse-Echo aus der
vom 8. Mai 2010
Nachgefragt
Wie helfen Sie unheilbar Kranken?
Annette Freier, 51, arbeitet seit 1.April als hauptamtliche Palliative-Care-Schwester beim Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen. Bei Hausbesuchen macht sie in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt Schmerz- und Symptomkontrolle bei schwer kranken sterbenden Menschen.
SZ: Frau Freier, wie sieht Ihre Bilanz nach einem Monat beim Hospizverein aus?
Annette Freier: Viel Arbeit, aber es macht sehr viel Freude. Wenn ich zu verzweifelten Menschen komme, Schritt für Schritt mit ihnen gehe und dann nach einiger Zeit die Ehefrau am Telefon zu mir sagt, "mein Mann ist überglücklich" - und das in der letzten Lebensphase, weiß ich: Ich bin hier richtig.
SZ: Warum haben Sie solch einen schweren Beruf gewählt?
Freier: Ich bin Quereinsteigerin, wollte mit Menschen arbeiten. Für die Ausbildung zur Altenpflegerin habe ich meinen Beamtenposten aufgegeben. Schon in der Ausbildung hatte ich viel mit Sterbenden zu tun. Ich erinnere mich, dass ich schon als Kind bei der Totenwache die Sterbelitanei vorgebetet habe. Früher war Sterben etwas ganz Natürliches.
SZ: Wie viel Zeit verbringen Sie mit den Sterbenden?
Freier: Das ist ganz unterschiedlich. Ich betreue mindestens einen Patienten am Tag, spreche mit Ärzten und organisiere alles Notwendige, um ein gutes Netzwerk für den Patienten aufzubauen. Wenn bei einem Patienten oder seinen Angehörigen viel Bedarf besteht, betreuen wir intensiver. Wenn es bei jemandem gut läuft, braucht die Familie uns nicht so häufig.
SZ: Und wie helfen Sie den Angehörigen?
Freier: Indem wir für Gespräche zur Verfügung stehen, Netzwerke bauen und nutzen, Wege abnehmen. Wir sind einfach da. Manchmal ist es besser, zu schweigen oder die Hand zu halten als etwas zu erzählen. Jedes Sterben ist einzigartig. Die Menschen und die Situationen sind sehr unterschiedlich. Auf gar keinen Fall helfen Plattitüden oder Allerweltssprüche. Durch die Trauer muss jeder durch, die muss man aushalten. Das können wir den Angehörigen auch nicht abnehmen. Aber wir können sie begleiten.
SZ: Nehmen Sie etwas aus Ihrem Beruf mit ins Privatleben?
Freier: Ich gehe noch achtsamer mit mir selbst um und mit den Menschen um mich herum. Ich bin feinfühliger, auch mit mir selbst. Wenn ich nicht auf mich achten würde oder ein Helfersyndrom hätte, wäre ich wohl schnell überarbeitet.
Interview: Johanna SieversDas Presse-Echo aus dem
vom 28. April 2010
Fortlaufende Weiter-Qualifikation der Mitarbeiterinnen des Hospizvereins
Am Wochenende 17./18. April nahmen 16 Ehrenamtliche und die beiden Haupt-amtlichen des Hospizvereins an einer Fortbildung im Kloster Bernried teil. Dr. Yvonne Petersen schulte ihre Aufmerksamkeit für das individuelle Verhalten Schwerstkranker, Sterbender und ihrer Familien. Wie es seit etwa 8 Jahren Tradition ist, fand auch heuer wieder ein Fortbildungswochenende für Hospizbegleiterinnen im Kloster Bernried statt. Das Ziel ist es, die Ehrenamtlichen neben den alle acht Wochen stattfindenden Weiterbildungsabenden einmal im Jahr vertieft in einem Themenbereich fortzubilden und ihnen gleichzeitig einen Rahmen zu bieten, in dem sie selbst etwas Abstand zum Alltag gewinnen und die Beziehungen untereinander intensivieren können. Auch der Dank des Vereins für die Zeit und das hohe Engagement der Ehrenamtlichen soll bei diesem Wochenende zum Ausdruck kommen. Das zweite Mal in Folge wurde dieses Anliegen von einem langjährigen Mitglied, Frau Eva Mändl aus Attenham, mit einer großzügigen zweckgebundenen Spende unterstützt.
In diesem Jahr konnte Yvonne Petersen für die Fortbildung gewonnen werden. Die Internistin und Psychotherapeutin, die auf der Palliativstation bei den Barmherzigen Brüdern in München arbeitet, hat in ihrer langjährigen Tätigkeit mit Menschen am Lebensende spannende Zusammenhänge zwischen frühkindlichen Bindungsmustern und dem Verhalten von Menschen in Krisensituationen, wie sie angesichts des Todes erlebt werden, entdeckt. Sie führte zunächst in die wissenschaftlichen Grundlagen der Mutter-Kind-Bindung ein, bevor sie die Vergleiche zur Situation am Lebensende zog.
In ihren sehr praktischen Bezügen konnten die Hospizbegleiterinnen viele selbst erlebte Erfahrungen wiedererkennen und reflektieren. Gewonnen wurde bei allen ein verstärktes Hintergrundwissen für die bereits bekannte Tatsache, dass jeder Mensch so individuell stirbt, wie er lebt. Achtsamkeit für diese Einzigartigkeit des Erlebens im Sterben wie auch für die jeweils immer wieder andere Art des familiären Umfelds ist die wichtigste Voraussetzung für eine einfühlsame Begleitung.Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 28. April 2010
Den Tagen mehr Leben geben
Palliative-Care, die Pflege unheilbarer kranker, soll in Zukunft in aller Munde sein. Dieses Ziel formulierte der neue Vorstand des Christophorus-Hospizvereins in seiner Jahresversammlung
Geretsried Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben: Gemäß diesem Motto sorgten sich die ehrenamtlichen Hospizhelfer im vergangenen Jahr 1611 Stunden um das Wohl von 142 Patienten.
In der Jahresversammlung am Montagabend in der Geschäftsstelle am Neuen Platz begann die Zweite Vorsitzende Annettte Magister denn auch "mit dem Kernstück, das uns ausmacht: das Dasein und die Fürsorge für die Schwerstkranken". Dieser "unschätzbare Wert für die Patienten" verberge sich hinter den eingangs erwähnten Zahlen. Seit dem Rücktritt von Prof. Matthias Richter-Turtur im Juli 2009 hatte Magister den Hospizverein kommissarisch geleitet. In ihrem Jahresrückblick sprach sie das Fortbildungswochenende im Kloster Bernried und den abgeschlossenen Kooperationsvertrag mit der Wolfratshauser Kreisklinik an. "Daraus haben sich großartige Kontakte entwickelt", sagte die scheidende Vorsitzende.
Neben Annette Magister verabschiedeten sich auch Schriftführerin Annemone von Stackelberg und Schatzmeister Dr. Axel von Blomberg aus ihren Ämtern. Letzterer legte zum Abschluss einen "erfreulichen Kassenbericht" vor. Die "geringen Verluste" seien durch die Rücklagen gedeckt worden. Die neuen Vorstandsmitglieder, die alle einstimmig für die nächsten beiden Jahren gewählt wurden, sind keine Unbekannten. Den Vorsitz übernimmt die 54-jährige Sozialpädagogin Susanne Oechsner, die bereits zwischen 2004 und 2008 an der Spitze des Vereins stand. "Ich habe ja eine tolle Zweitvorsitzende an meiner Seite", leitete Oechsner zu ihrer neuen Stellvertreterin Helga Mahadevan über. "Sie ist bekannt für ihre Klarheit und ihr Durchsetzungsvermögen".
Neben diesen Qualitäten ist in der Zukunft auch technische Know-How gefragt. "Wir wollen endlich komplett auf EDV umstellen", blickte Susanne Oechsner voraus. Deshalb trag es sich gut, dass zur neuen Schatzmeisterin Mechthild Felsch gewählt wurde. Sie bezeichnet sich selbst als "Computerfreak" und ist bereits seit geraumer Zeit mit der Gestaltung der vereinseigenen Internetseite betreut. Neue Schriftführerin ist Margret Mahlo.
Der neue Vorstand Margret Mahlo, Mechthild Felsch, Susanne Oechsner und Helga Mahadevan. Foto:SH
Die neuen Vorstandsmiglieder stehen nach eigenen Angaben "vor großen Herausforderungen". "Wir wollen die Zusammenarbeit mit den Hausärzten intensivieren", erklärte Helga Hahadevan. Um den unheilbaren Kranken Lebensqualität bis zum Ende zu garantieren, seien regelmäßige Hausbesuche unabdingbar -sowohl von den 27 Hospizhelfern als auch von der kürzlich eingestellten hauptberuflichen Palliative-Care-Schwester Annette Freier. "Palliative-Care muss in aller Munde sein", bekräftigte Mahadevan. "Nur so kann Sterben zuhause funktionieren." für die eigentliche Arbeit, der Betreuung der Familien, müsse der Vorstand "eine tragfähige Basis legen".
von Tobias Gmach
Das Presse-Echo aus dervom 28. April 2010
Hospizverein will sich stärker sozial vernetzen
Susanne Oechsner zur Vorsitzenden gewählt / Vortragsreihe zu Palliative Care geplantvon Johanna Sievers
Geretsried Der Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen will seine Öffentlichkeitsarbeit ausbauen und sich stärker mit sozialen Einrichtungen vernetzen. Das gab der neu gewählte Vorstand auf der Jahreshauptversammlung in der Geretsrieder Vereinsgeschäftsstelle bekannt. Susanne Oechsner ist neue Vorsitzende, Helga Mahadevan Stellvertreterin.
Frauen Vorstand: Susanne Oechsner, Mechthild Felsch, Helga Mahadevan und Margret Mahlo
Im Jahr 2009 berieten und begleiteten 22 aktive Mitglieder insgesamt 1611 Stunden lang 142 Patienten, überwiegend Frauen. Insgesamt sind 211 Menschen Mitglied im Hospizverein. Als Folge der gestiegenen Nachfrage nach Sterbe- und Trauerbegleitung stellte der Verein zum 1. April mit Annette Freier die erste hauptamtliche Palliativ-Care-Schwester ein.
Mahadevan betonte, nur eine intensive Zusammenarbeit von Hausärzten und Hospizhelfern ermögliche Todkranken ein schmerz- und angstarmes Sterben zu Hause. Während diese Kooperation im Nord-Landkreis sehr gut funktioniere, sei sie im Süd-Landkreis noch ausbaufähig. Auch mit Krankenhäusern und Pflegediensten soll noch enger zusammengearbeitet werden, verstärkt sollen Demenzpatienten betreut werden. Damit es für schwer Kranke und ihre Angehörigen 'selbstverständlich' werde, dass eine Pflege bis zum Tod zu Hause stattfinden kann, plane der Hospizverein eine Reihe von Vortragsabenden über Palliative Care, teilte Mahadevan mit.
Auf äußere Umstände zurückzuführen ist eine Satzungsänderung. In der Vergangenheit war es im Verein üblich, dass Ehrenamtliche eine pauschale Entschädigung erhielten. Nach einem Gerichtsentscheid von 2008 gerät durch diese Praxis der Status der Gemeinnützigkeit eines Vereins in Gefahr. Nachdem die Vorstandsmitglieder ihre Aufwandsentschädigung in Höhe von 100 Euro deshalb im vergangenen Jahr zurückzahlen mussten, wurde nun eine Satzungsänderung einstimmig angenommen, die eine 'Vergütung' erlaubt. Oechsner betonte, dass es sich trotz dieser Wortwahl nicht um ein Gehalt, sondern um eine Aufwandsentschädigung handle.
Neben den Vorsitzenden Oechsner und Mahadevan wurden die Münsingerin Mechthild Felsch als Kassierin und die Geretsriederin Margret Mahlo als Schriftführerin gewählt. Alle Kandidatinnen wurden vom ehemaligen Vorstand vorgeschlagen und von den 32 anwesenden Mitgliedern bei höchstens einer Enthaltung angenommen.Das Presse-Echo aus der
vom 15. April 2010
Krankenschwester verstärkt Team des Hospizvereins
Annette Freier erste hauptamtliche Mitarbeiterin / Mahadevan und Oechsner kündigen Kandidatur für Vorsitz an
Von Ingrid Hügenell
Landkreis Die meisten Menschen, die schwer krank sind, möchten gerne zu Hause sterben. Der Christophorus-Hospizverein hilft, das zu ermöglichen. Seit 1. April hat der Verein nun eine hauptamtliche Palliativ-Care-Schwester: Annette Freier. Die 51-Jährige arbeitet laut Susanne Oechsner vom Hospizverein zunächst halbtags. Sie wird vor allem Hausbesuche wahrnehmen.
Bisher haben das Helga Mahadevan und die Ärztin Ingeburg Strobel-Jöns ehrenamtlich gemacht. Da die Nachfrage wegen der erfolgreichen Arbeit des Hospizvereins immer größer wurde, hat sich der Verein entschlossen, eine hauptamtliche Palliativ-Schwester einzustellen. 2009 hat der Hospizverein 84 Menschen im Sterben begleitet. 'Wir sind ein Teil des Netzwerks, das es ermöglichen soll, dass umgesetzt wird, was sich ein Sterbender am Lebensende wünscht', sagt Oechsner.
Einmal pro Woche werden die Patienten, die der Hospizverein betreut, zu Hause besucht. Eine Fachkraft, nun eben Annette Freier, kontrolliert dabei, wie gut die Medikamente gegen Schmerzen wirken, welche Nebenwirkungen wie Erbrechen und Durchfall auftreten, ob die Patienten unter Atemnot oder Angstzuständen leiden. Hausärzte könnten diese engmaschige Betreuung meist nicht leisten, sagt Oechsner.
Zusammen mit den Angehörigen und dem Hausarzt wird dann entscheiden, ob alles bleiben kann, wie es ist, ob die Medikation verändert wird oder ob die Patienten für einige Tage in die Klinik müssen. Dafür gibt es in der Wolfratshauser Kreisklinik eine Palliativ-Station. Diese und der Hospizverein arbeiten eng zusammen. Vor allem Symptome wie Atemnot seien für Familienangehörige oft schwer zu ertragen, weiß Oechsner. In der Hospizarbeit müsse man immer darauf achten, was die Angehörigen leisten und auch, was sie aushalten könnten.
Annette Freier ist ausgebildete Altenpflegerin und war lange im Münchner Süden im ambulanten Dienst tätig. 'Aus dem Bedürfnis, mit Schwerstkranken am Lebensende noch kompetenter umgehen zu können, absolvierte sie vor zwei Jahren die Ausbildung in Palliative Care für Pflegende', heißt es in der Pressemitteilung des Hospizvereins. Freier sieht die neue Stelle als große Chance. 'Das ist genau das, was ich mir immer für mich vorgestellt hatte', sagt sie. Derzeit bildet sie sich als Koordinatorin und in Fragen der Personalführung weiter. Zusammen mit der Sozialpädagogin Monika Schmitt, die die Einsätze der Ehrenamtlichen leitet und den psychosozialen Teil der Palliative Care abdeckt, wird Freier das künftige Einsatzteam des Vereins bilden.
Susanne Oechsner ist froh, in Annette Freier eine engagierte Mitarbeiterin gefunden zu haben. 'Sie kennt die ambulante Arbeit gut, hat viel Empathie und Einfühlungsvermögen', sagt sie. Die Finanzierung der Stelle übernimmt zunächst der Verein: Er muss das Gehalt für 18 Monate vorstrecken, wie Oechsner erklärt. Dann erst könne man die Übernahme bei den Krankenkassen beantragen, 'und wenn alles gut geht, wird 2011 das Gehalt für 2010 zurückerstattet'. Das Geld bringt der Verein aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden auf.
Helga Mahadevan und Ingeburg Strobel-Jöns werden weiterhin ehrenamtlich im Hospizverein tätig sein. Mahadevan hat angekündigt, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am 26. April zusammen mit Oechsner für den Vorsitz kandidieren zu wollen.Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 14. April 2010
Palliativ-Care-Schwester nimmt ihre Arbeit auf
Geretsried - Aufgrund der großen Nachfrage hat der Christophorus-Hospizverein mit Sitz in Geretsried eine hauptamtliche Palliative-Care-Schwester eingestellt. Zum 1. April hat Annette Freier ihre Arbeit aufgenommen.
In den vergangenen Jahren war die pallitive Beratung auf ehrenamtlicher Basis von Helga Mahadevan und Dr. Ingeburg Strobel-Jöns angeboten worden - und das "sehr erfolgreich", wie der Hospizverein in einer Pressemitteilung schreibt. Beide bildeten das Beratungsteam des Vereins, das jeden Montag zwischen 17 und 18 Uhr in der Geschäftsstelle am Neuen Platz eine Sprechstunde anbietet. Zudem nahmen die beiden zahlreiche Hausbesuche wahr, bei denen sie in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Hausarzt und dem ambulanten Pflegedienst Schmerz- und Symptomkontrollen bei den Patienten durchführten, sowie Angehörige berieten und Vorsorgepläne erstellten.
"Nachdem die Anfragen - auch dank der engen Zusammenarbeit mit der Palliativeinheit der Kreisklinik Wolfratshausen - immer mehr zunahmen, wurde deutlich, dass die Aufgabe ehrenamtlich nicht mehr zu leisten war", berichtet der Hospizverein. Deshalb wurde die hauptamtliche Stelle einer Palliative-Care-Schwester ausgeschrieben. Mit Annette Freier habe man nun die geeignete Besetzung für diese Aufgabe gefunden. Die 51-jährige gebürtige Freiburgerin hat nach einer Laufbahn als Beamtin im Mittleren Verwaltungsdienst 1990 kurzentschlossen eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht. Ihre Heirat führte sie in den Münchner Süden, wo sie im Bereich der Altenpflege 14 Jahre im ambulanten Dienst tätig war.
Aus dem Bedürfnis, mit Schwerstkranken am Lebensende umgehen zu können, absolvierte Annette Freier vor zwei Jahren die Ausbildung in der Palliative-Care für Pflegende. Weil es ihr Wunsch war, stärker in diesem Feld tätig sein zu können, war das Angebot des Hospizvereins eine große Chance für sie. "Das ist genau das, was ich mir immer für mich vorgestellt hatte", sagt die 51-Jährige.
Um das ganze Anforderungsprofil des Vereins zu erfüllen, bildet sich die Palliativ-Care-Schwester derzeit noch als Koordinatorin sowie in Fragen der Personalführung weiter. Gemeinsam mit der Sozialpädagogin Monika Schmitt, die die Einsätze der Ehrenamtlichen leitet und den psycho-sozialen Teil der Palliativ-Care abdeckt, wird Annette Freier das künftige Eisatzteam des Vereins bilden. Dr. Ingeburg Strobel-Jöns, so teilt der Hospizverein weiter mit, wird nach wie vor im Hintergrund sowie in der Montagssprechstunde die medizinische Beratung anleiten. Helga Mahadevan stellt sich weiterhin für alle Urlaubs- und Krankenvertretungen von Annette Freier als Palliative-Schwester zur Verfügung.
Nachdem mit Annette Freier eine hauptamtliche Kraft eingestellt wurde, will Helga Mahadevan den Verein künftig noch in anderer Weise unterstützen: Laut Pressemitteilung wird sie in der Jahresversammlung am 26. April gemeinsam mit Susanne Oechsner für den Vorsitz des Christophorus-Hospiz-Vereins kandidieren.Das Presse-Echo aus der
vom 13. April 2010
Hospizverein baut Angebot aus
Landkreis Die Palliativberatung des Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen ist ausgebaut worden. Zum 1.April hat Annette Freier als hauptamtliche Palliative-Care-Schwester begonnen. Sie arbeitet sich gerade mit Hilfe des Beratungsteams in die vor ihr liegende Arbeit ein. Diese wurde in den vergangenen Jahren ehrenamtlich von Helga Mahadevan und der Ärztin Ingeburg Strobel-Jöns angeboten. Die neue Mitarbeiterin sei wegen steigender Nachfrage eingestellt worden, heißt es in der Presseinformation. 'Nachdem die Anfragen - auch dank der engen Zusammenarbeit mit der Palliativeinheit der Kreisklinik Wolfratshausen - immer mehr zunahmen, wurde deutlich, dass die Aufgabe ehrenamtlich nicht mehr zu leisten war.' (Bericht folgt.)SZDas Presse-Echo aus der
vom 10. November 2009
Hospizverein sucht Fachkraft
Zusatzqualifikation in "Palliative Care" derzeit noch selten
Landkreis Beim Christophorus Hospizverein sind Vorstand und Einsatzleitung derzeit ausgedünnt. Dennoch geht die Arbeit ohne Einschränkungen weiter. Wie berichtet, hat Sozialpädagogin Susanne Oechsner ihr Amt als Einsatzleiterin für den Nordlandkreis aus familiären Gründen abgegeben. Nach Auskunft der Zweiten Vorsitzenden Annette Magister bleibt Oechsner dem Verein jedoch treu. Sie werde wieder einsteigen, wenn sie sich dafür kräftig genug fühle. Ihren Job übernimmt derweil Monika Schmitt, zuständig für den Südlandkreis.
Ersatz für Matthias Richter-Turtur, der den Vorsitz im Juni aus beruflichen Gründen aufgab, gibt es nicht. "Die Aufgaben werden im Team erledigt", sagt Magister. Ein neuer Vorstand werde erst bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im März oder April 2010 gewählt.
Weil die Nachfrage für Begleitung von Menschen in der Endphase ihres Lebens auch im Landkreis "erheblich steigt", hat sich der Verein laut der Vizevorsitzenden entschlossen, eine examinierte Krankenpflegekraft mit einer Zusatzausbildung für "Palliativ Care" einzustellen, und zwar so schnell wie möglich.
Doch das ist nicht so einfach, wie Magister sagte. Zwar bewerben sich sehr erfahrene Pflegekräfte, doch sie könnten keine Zusatzqualifikation vorweisen. Doch ohne einen Palliativ-Grundkurs sei dies nicht möglich. Genau genommen muss eine solche Fachkraft zudem einen Führungskompetenz-Kurs und ein Koordinations-Seminar absolviert haben. Diese beiden Kurse könnte der Verein finanzieren, und die Pflegekraft mit Grundkurs könnte sofort mit der Arbeit beginnen.
Magister hat erfahren, dass die geforderten Kurse oft voll belegt sind. Sie hofft aber dennoch, dass die Stelle zumindest im Januar 2010 besetzt werden kann. Denn für die Ärztin Ingeburg Strobel-Jöns und die Palliative-Care-Schwester Helga Mahadevan ist die Arbeitsaufwand inzwischen zu groß geworden. szbDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 6. November 2009
Hospizverein begrüßt 200. Mitglied
Blumenstrauß für Veronika Prorok
Geretsried - Sein 200. Mitglied begrüßte kürzlich der Christophorus Hospizverein. Beigetreten ist dem Verein die Königsdorferin Veronika Prorok. Aus den Händen von Annemone von Stackelberg und Helga Mahadevan erhielt Prorok in der Geschäftsstelle am Neuen Platz als Willkommensgeschenk einen Blumenstrauß.
1993 wurde der Hospizverein im Landkreis nach einem Vortrag einer Vertreterin des Münchner Hospizvereins in der Kurbücherei Bad Tölz spontan gegründet. "Seither stieg die Mitgliedschaft kontinuierlich an", schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Vor dem Jahr 2002 wurde bereits das 100. Mitglied aufgenommen. In der Zwischenzeit schieden einige verstorbene Mitglieder aus, so dass die Mitgliederzahl eine gewisse Zeit stagnierte.
Durch ihre Mitgliedschaft im Verein zeigen die Mitglieder nicht nur, dass sie die Arbeit des Vereins unterstützen und hinter seinen Zielen stehen. "Sie sind darüber hinaus die einzige verlässliche finanzielle Basis."
Veronika Prorok kennt die Arbeit des Vereins. Sie habe ihn vor wenigen Monaten selbst um Unterstützung gebeten, als ihr Mann im Sterben lag, teilt der Hospizverein mit. Mit Hilfe des Hausarztes und des Palliativ-Teams des Vereins sei es möglich gewesen, dass er, so wie er sich es gewünscht habe, zuhause im Kreis seiner Familie sterben konnte. Daher unterstützt die Königsdorferein die Arbeit des Vereins nun durch ihren Beitritt.
Das Presse-Echo aus dervom 6. November 2009
200. Mitglied im Hospizverein
Beiträge sind im Budget "einzig verlässliche Basis"
Landkreis Der Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen freut sich über das 200. Mitglied. Dies ist, wie der Verein mitteilt, Veronika Prorok aus Königsdorf. 1993 wurde der Landkreis-Hospizverein spontan - nach einem Vortrag einer Vertreterin des Christophorus-Hospizvereins München in der Kurbücherei Bad Tölz - von Interessierten gegründet. Seither stieg die Mitgliederzahl kontinuierlich an. Vor 2002 wurde das 100. Mitglied aufgenommen. In der Zwischenzeit schieden einige verstorbene Mitglieder aus, so dass die Mitgliederzahl eine gewisse Zeit stagnierte.
Die Mitglieder unterstützen nicht nur die Arbeit des Vereins, "sie sind darüberhinaus die einzige verlässliche finanzielle Basis", heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. Für das Budget des Vereins seien die Mitgliedsbeiträge, die seit vielen Jahren vom Kassenwart Axel von Blomberg eingezogen und dann mit einer Spendenquittung bestätigt werden, eine wichtige Grundlage.
Das 200. Mitglied Veronika Prorok wurde von Annemone von Stackelberg und Helga Mahadevan mit einem Blumenstrauß im Verein begrüßt. Sie kennt die Arbeit des Vereins. Sie hat ihn vor wenigen Monaten selbst um Unterstützung gebeten, als ihr Mann im Sterben lag. Mit Hilfe ihres Hausarztes und dem Palliativ-Team des Vereins war es möglich, dass er, so wie er sich es gewünscht hatte, zu Hause im Kreis seiner Familie sterben konnte.SZDas Presse-Echo aus der
vom 12. Oktober 2009
Es gibt noch viel zu tun in der Palliativversorgung
Christophorus-Verein zieht zum Welttag des Hospizes positive Bilanz, fordert aber auch weitere Verbesserungen
Landkreis Es sei doch schon einiges erreicht worden: Mit diesen Worten haben die Verantwortlichen des Christophorus-Hospiz-Vereins im Landkreis anlässlich des Welttags des Hospizes Zwischenbilanz gezogen. Dieser Tag wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2005 ins Leben gerufen. Damals unterzeichneten 128 Länder eine Petition, mit der sie eine bessere Qualität in der Versorgung von Menschen forderten, die an einer zum Tode führenden Krankheit leiden. Seither findet er jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober statt.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen habe der Hospizverein gemeinsam mit anderen erfolgreich für die Erhaltung der beiden Palliativbetten in der Wolfratshauser Kreisklinik gekämpft, erklärt der Verein, der derzeit von seiner Zweiten Vorsitzenden Annette Magister geleitet wird, da der Vorsitz vakant ist. Einsatzleiterin im Norden des Landkreises - und damit zuständig für die Arbeit in der Kreisklinik - ist Susanne Oechsner.
"In enger Kooperation mit der Kreisklinik Wolfratshausen sorgt sich das multiprofessionelle Team des örtlichen Hospizvereins um die ambulante Palliativ-Betreuung und bildet die Brücke bei einer Aufnahme in die Klinik wie auch bei der Entlassung", heißt es in der Presseerklärung. Die Personalkosten des Vereins würden nur zum Teil von den Kassen unterstützt, der notwendige Zeitaufwand sei damit aber nicht abzudecken. "Der Mensch steht im Mittelpunkt der interdisziplinären Betreuung, und viele Schultern sind notwendig, um diese Aufgabe im palliativen Sinne zu gestalten - dafür stehen auch die ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfer des Vereins."
So positiv einerseits die Entwicklung der vergangenen Jahre gewesen sei, so müsse man andererseits leider erkennen, dass eine ganzheitliche, multiprofessionelle Palliativ-Versorgung für jedermann noch längst nicht gegeben sei. Auf dieses Grundrecht auf eine umfassende Betreuung am Lebensende, aber auch auf die Pflicht der Gesellschaft, es den Menschen zu gewähren, wolle der Welt-Hospiz-Tag hinweisen. Politik und Gesellschaft werden aufgefordert, sich für eine bessere Betreuung von betroffenen Menschen einzusetzen, adäquate Strukturen zu schaffen und Mittel für die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender zur Verfügung zu stellen.famDas Presse-Echo aus der
vom 29. Juli 2009
Hospizgedanke setzt sich durch
Verein sucht wegen vieler Anfragen Fachkraft
Landkreis Der Christophorus Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen sieht sich auf gutem Weg, die ambulante Palliativversorgung im Landkreis entscheidend voranzubringen. Wie der Verein berichtet, wird nach anfänglicher Zurückhaltung das Angebot durch immer mehr kooperierende Ärzte und Pflegedienste wahrgenommen. Daher sieht der Verein sich jetzt auch zum Handeln gezwungen. Das ehrenamtliche Team soll durch eine hauptamtliche Fachkraft ergänzt werden.
Helga Mahadevan, die sich seit Jahren für eine bessere Versorgung Sterbender im Landkreis stark macht, sagt: "Mit einer hauptamtlichen Palliative-Care-Schwester im Verein habe ich dann für den Landkreis das erreicht, was ich mir immer gewünscht habe." Seit September 2007 bieten die Palliativ-Care-Schwester Mahadevan und die Ärztin Ingeburg Strobel über den Hospizverein ehrenamtlich palliativmedizinische und -pflegerische Beratung an. Das Gehalt der Fachkraft wird laut Mitteilung über die nächsten Jahre von den Rücklagen des Vereins gedeckt werden, da die Krankenkassen nach wie vor die spezialisierte ambulante Palliativversorgung nicht voll vergüten. Die Beratung sei aber weiterhin kostenfrei für die Betroffenen. Zunächst soll die neue Fachkraft baldmöglichst auf 400 Euro Basis das Einsatz-Team unterstützen. Außer der medizinisch-pflegerischen Beratung, die nun durch die hauptamtliche Kraft verstärkt werden soll, werde dort durch die beiden Sozialpädagoginnen Susanne Oechsner und Monika Schmitt auch die psychosoziale Palliativ-Beratung abgedeckt. Eine Supervision und viele Fortbildungen sicherten die Qualität der gemeinsamen Arbeit. Durch die Kooperation mit der Palliativ-Einheit der Kreisklinik habe die ambulante Versorgung zusätzlich verbessert werden können, heißt es weiter. SZDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 18. Juli 2009
Aus dem Erlös der 27. Sternwallfahrt des Dekanats Wolfratshausen zur Abtei Schäftlarn sind 500 Euro für die Arbeit des Christophorus Hopsizvereins gestiftet worden. Annemone von Stackelberg (re) und Dr. Axel von Blomberg als Vertreter des Hospizvereins freuten sich über den Scheck, der ihnen durch Dekan Herbert Zimmermann, den Vorsitzenden Rolf Habermann, sowie dessen Stellvertreterin Hanna Beier vom Dekanatsrat Wolfratshausen übergeben wurde.Ohne hauptamtliche Kraft geht es nicht mehr.
Geretsried - Immer mehr Menschen im Landkreis wenden sich an den Hospizverein. Im vergangenen Jahr waren es 84 Personen, die das Angebot einer Sterbebegleitung nutzten - Tendenz steigend. Aufgrund der starken Nachfrage plant der Vorstand nun, eine hauptamtliche Palliativ- Care-Kraft einzustellen. Die Stellenausschreibung liegt bereits ausgearbeitet in der Schublade. Angeboten wird die Stelle auf 400- Euro-Basis. "Die Nachfrage ist so gestiegen, dass wir unser ehrenamtliches Team durch eine hauptamtliche Kraft entlasten wollen", erklärte die Vize-Vorsitzende Annette Magister in der Mitgliederversammlung. Außerdem soll künftig verstärkt am Aufbau eines Netzwerkes gearbeitet werden. Deswegen ist geplant, den Kooperationsvertrag mit der Kreisklinik Wolfratshausen möglichst bald auf den Weg zu bringen. Auch sollen die Zusammenarbeit mit der Stadtklinik in Bad Tölz vorangebracht und die Hausärzte stärker miteinbezogen werden.
Im Oktober soll erstmals eine Gedenkfeier für die ngehörigen der im vergangenen Jahr Verstorbenen stattfinden. Die Feier ist laut Annette Magister als besonderes Abschiedsritual gedacht. Dass Sterbebegleitung im nördlichen Landkreis häufiger angefordert wird als im südlichen Teil, führte der scheidende Vorsitzende Prof. Dr. Matthias Richter-Turtur (wir berichteten) unter anderem auf die strukturellen sowie soziologischen Unterschiede zurück. Dem schloss sich die Palliativärztin Dr. Ingeburg Strobel-Jöns an. Auf dem Land seien die familiären Strukturen noch eher vorhandenals in der Stadt. "Das Nord-Süd-Gefälle wird aber in Zukunft sicher nicht mehr allzu weit auseinander klaffen", prognostizierte die Medizinerin. Richter-Turtur nannte es eine enorme Herausforderung, einen derart weitläufigen Landkreis flächendeckend zu erreichen. Trotzdem müsse der Hospizverein der einzige Verein bleiben, der die Sterbebegleitung anbietet"Wir können keine Wettbewerbssituation zulassen, bei der dann am Sterbebett zwei konkurrierende Betreuer sitzen." NjdDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 8. Juli 2009
Richter-Turtur legt Vorsitz nieder
Nach nur einem Jahr ist Prof. Dr. Matthias Richter- Turtur von seinem Amt als Vorsitzender des Hospizvereins zurückgetreten.
Geretsried - Seinen Entschluss gab er in der Mitgliederversammlung am Montagabend bekannt. Da er seit einigen Monaten wieder Vollzeit für das Isar-Medizin-Zentrum in München arbeite, könne er die "komplexe Aufgabe" nicht mehr länger ausüben, so Richter-Turtur. Denn viel Zeit investiere er auch in seine Pflichten als Münsinger Gemeinde- und als Kreisrat. "Das alles geht derzeit an die Grenzen meiner zeitlichen Belastung", sagte der Mediziner. Doch er werde Mitglied des Vereins bleiben und diesen bei Bedarf unterstützen. Auch als Kommunalpolitiker wolle er sich weiterhin für die Interessen der Hospizbewegung einsetzen.
Die Entscheidung, das Amt des Vorsitzenden abzugeben, sei ihm "sehr schwer" gefallen, so Richter-Turtur. Doch da er noch andere Ämter ausübe, habe er sich nicht verzetteln wollen. "Man kann nicht alles machen, und der Vorsitz des Hospizvereins ist eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe." Laut Vereinssatzung kann der Vorstand nun darüber entscheiden, ob bis zum Ende der Legislaturperiode im nächsten Jahr vorübergehend ein neuer Vorsitzender eingesetzt wird - oder ob der Posten bis zu den regulären Neuwahlen unbesetzt bleibt. "Im Verein sind sehr engagierte Leute, und es wird sich sicher schnell ein Nachfolger finden", sagte Richter- Turtur, der sich bereit erklärte, diesen umfassend in das Amt des Vorsitzenden einzuführen und seine Erfahrungen weiterzugeben. Denn die Materie sei komplex, und selbst Fachleute würden oft den Überblick verlieren. Doch sei die Hospizbewegung eine wichtige Angelegenheit, und immer mehr Menschen würden sich ihr anschließen. "Es ist eine richtige Volksbewegung geworden und ihr gehören bald fast so viele Mitglieder der an wie dem ADAC", sagte der Mediziner, der sich selbst intensiv mit dem Thema befasst und Fortbildungen besucht hat, um das Amt als Vorsitzender gut führen zu können.
Von seinem Nachfolger wünscht sich Richter-Turtur ein ähnliches Engagement. Denn die Hospizbewegung sei "etwas Schönes und Spirituelles". Dass Richter-Turtur dem Verein verbunden bleibt, freute die Vize-Vorsitzende Annette Magister. "Sie haben uns Türen geöffnet, die sonst vermutlich verschlossen geblieben wären", sagte sie und dankte dem Mediziner für seinen Einsatz mit einem Blumenstrauß
VON NINA DAEBELDas Presse-Echo aus der
vom 8. Juli 2009
Dienste der Sterbebegleiter stärker gefragt denn je
Hospizverein vorerst ohne Vorsitzenden
Nachfolge von Matthias Richter-Turtur bleibt auf Versammlung offen / 90 Prozent der Hilfeanfragen aus Nordlandkreis
Landkreis Immer mehr Menschen im Landkreis nehmen die Dienste des Christophorus Hospizvereins in Anspruch. Um den Bedarf decken zu können, soll in Kürze eine hauptamtliche Palliativkraft eingestellt werden. Nach dem Rücktritt von Matthias Richter-Turtur bleibt das Amt des Ersten Vorsitzenden vorerst vakant.
Wie der frühere Chirurgie-Chefarzt der Wolfratshauser Kreisklinik bei der Jahreshauptversammlung am Montag erklärte, habe er im vergangenen Jahr "viel gelernt". Der Vereinsvorsitz sei "eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe", die "volles Engagement" erfordere, so Richter-Turtur. Da er seit November wieder voll berufstätig sei und sich zudem als Gemeinde- und Kreisrat engagiere, fehle ihm dafür die nötige Zeit. "Ich werde jedoch Mitglied bleiben und versuchen als Kommunalpolitiker meinen Beitrag zu leisten", versprach er.
Annette Magister, Zweite Vorsitzende, dankte ihm für seinen Einsatz: "Sie haben uns manche Tür geöffnet." Vorerst will sie nun mit ihren verbliebenen Vorstandskollegen Axel von Blomberg (Schatzmeister) und Annemone von Stackelberg (Schriftführerin) allein weiterarbeiten. Ein Nachfolger für den vorzeitig ausgeschiedenen Vorsitzenden kann laut Satzung vom Vorstand ohne Wahlen bestellt werden. Spätestens in einem Jahr stehen wieder Wahlen an.
In seinem Tätigkeitsbericht verwies Richter-Turtur auf die wachsende Bedeutung des Hospizvereins. Demnach waren im Jahr 2008 zwei Betreuerinnen 1526 Stunden im Einsatz, um 155 Menschen zu beraten oder zu begleiten. 10 000 Kilometer legten sie dafür zurück. Sein Dank galt auch dem Palliativ-Care-Team: "Die Helferinnen sind das Herzstück des Vereins, ohne sie wäre die Arbeit nicht möglich."
Auffällig ist laut Richter-Turtur "ein starkes Nord-Süd-Gefälle". 90 Prozent der Anfragen an den Verein seien heuer aus dem Nordlandkreis gekommen. Als einen möglichen Grund dafür nannte der Mediziner die gute Zusammenarbeit mit der Wolfratshauser Kreisklinik und der dort angesiedelten Palliativeinheit. In "Bad Tölz bestehe in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf.. Wie er hervorhob, sei gerade im ländlichen Bereich eine ambulante Betreuung von schwerstkranken oder sterbenden Menschen auf "stationäre Rückendeckung" angewiesen. Magister kündigte an, den Kooperationsvertrag mit der Kreisklinik bald auf den Weg zu bringen und die Zusammenarbeit mit der Asklepios-Klinik in Tölz zu intensivieren. Zudem werde in Kürze die Stelle für eine hauptamtliche Palliativ-Kraft ausgeschrieben. Diese solle zunächst auf 400 Euro-Basis arbeiten.Von Stephanie SchwadererDas Presse-Echo aus der5. Juni 2009
Palliativabteilung wird offiziell anerkannt
Kreisklinik Wolfratshausen kann künftig Zusatzversorgung unheilbar Kranker mit Kassen abrechnen
Von Felicitas Amler
Wolfratshausen Es scheint der Durchbruch zu sein: Die Kreisklinik Wolfratshausen hat nach der jüngsten Entscheidung des bayerischen Krankenhausplanungsausschusses Aussicht auf Anerkennung seiner Palliativabteilung durch die Krankenkassen. "Grandios", sagte Landrat Sepp Niedermaier der SZ. "Das war ja unser Ziel." Klinik-Geschäftsführer Hubertus Hollmann zeigte sich "sehr erfreut".
An der Wolfratshauser Klinik gibt es seit Mai 2007 eine "Palliativeinheit": Zwei Ein-Bett-Zimmer für unheilbar kranke Menschen, die dort von speziell ausgebildeten Ärztinnen und Schwestern behandelt und betreut werden. Bisher musste diese kleine Abteilung vom Landkreis selbst finanziert werden. Das offizielle Fachprogramm sah für die Palliativversorgung an Kliniken einen Schlüssel nach Einwohnerzahl und Abteilungsgröße vor, dem Wolfratshausen nicht entsprach. Die Klinik konnte daher Fälle mit palliativmedizinischer Zusatzversorgung nicht mit den Krankenkassen abrechnen.
Das ändert sich, wie das Gesundheitsministerium erklärt. Demnach hat der Krankenhausplanungsausschuss (ein Expertengremium aus Krankenhausträgern, Ärzten und Krankenkassen) den Ausbau der Palliativmedizin beschlossen. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte der SZ, die Wolfratshauser Einrichtung sei somit anerkannt.
Und das offenbar unabhängig von ihrer Größe, wie Klinik-Geschäftsführer Hollmann bestätigte. Ihm habe das Ministerium erklärt, das Krankenhaus müsse einen Antrag stellen und werde dann eine Prüfung durchlaufen. Er sei aber zuversichtlich: "Wir haben ja die Voraussetzungen schon geschaffen." Denn an der Klinik arbeiten die Palliativärztin Andrea Lorenz, die Palliativärztin in Ausbildung Elisabeth Rothbauer, die Schwestern Gabriele und Nevenka mit abgeschlossener Palliative-Care-Ausbildung und die noch lernenden Schwestern Beate und Katharina. Zusätzlich stünden, so Hollmann, Theologen und Sozialarbeiter für die psychosoziale Betreuung zur Verfügung. Und schließlich arbeite die Klinik engstens mit dem Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen zusammen.
Dessen Einsatzleiterin für den nördlichen Landkreis, Susanne Oechsner, ist begeistert über die Anerkennung der Palliativabteilung. "Der Verein freut sich gemeinsam mit dem Krankenhaus und vor allem dem Team auf der Station unglaublich." Oechsner hob die Bemühungen der Klinik hervor, eine Palliativversorgung "heimatnah anzubieten". Sie dankte namentlich dem Geschäftsführer und dem zuständigen Chefarzt der Inneren Medizin, Wolfgang Hiller, die "so engagiert dafür gekämpft" hätten.
Für die förmliche Anerkennung kleiner, wohnortnaher Palliativabteilungen wie in Wolfratshausen hatten sich in den vergangenen Monaten Politiker und Fachleute stark gemacht. So hatte Andreas Lang, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands, zweimal in Briefen an Gesundheitsminister Markus Söder appelliert. Und Hospizvereinssprecherin Oechsner hatte die Gelegenheit einer Livesendung des Bayerischen Fernsehens aus Bad Tölz genutzt, um auf das Problem aufmerksam zu machen.Das Presse-Echo aus der
30. April 2009
Beistand für unheilbar Kranke
Damit das Leben gut zu Ende gehen kann
Palliativstation der Kreisklinik arbeitet mit neuem Team weiter / Aufstockung der Bettenzahl als Ziel
Wolfratshausen Unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen haben auch weiter eine Anlaufstation im Landkreis. Die Palliativstation an der Kreisklinik Wolfratshausen bleibt erhalten. Das Team wurde erweitert, Ziel ist, wie Geschäftsführer Hubertus Hollmann gestern bei einem Pressetermin sagte, eine Aufstockung der Bettenzahl.
Die Klinik verfügt momentan über zwei Palliativbetten, vier bis sechs könnten es laut Hollmann werden, "je nach Bedarf". Unter finanziellen Gesichtspunkten sei das für die Klinik allerdings nicht interessant, denn die Palliativpflege sei sehr teuer. Dennoch halte man die Pflege unheilbar Kranker für so wichtig, dass man auf jeden Fall weitermachen wolle. Die Kreisklinik wartet bislang vergeblich auf eine Förderung durch das bayerische Sozialministerium. Hollmann ist überzeugt, dass die "Anerkennung für unsere gute Arbeit" schon noch kommen werde.
Das Team der Palliativ-Station: (von rechts) Barbara Mehlich, Schwester Beate Pilz, Annegret von Andrian, Stationsleiterin Gabriele Maschenski, Dr. Elisabeth Rothbauer, Dr. Wolfgang Hiller, und Dr. Andrea Lorenz, ganz links: Klinikgeschäftsführer Hubertus Hollmann, Annette Magister vom Hospizverein
Nachdem die verantwortliche Ärztin Beate Lamminger die Kreisklinik zu Beginn des Jahres verlassen hatte, wurde ein neues Team aufgebaut. Unter Leitung von Chefarzt Dr. Wolfgang Hiller sind nun die Ärztinnen Dr. Andrea Lorenz und Dr. Elisabeth Rothbauer für die Palliativstation verantwortlich. Lorenz ist Palliativmedizinerin der ersten Stunde. Von der Schmerztherapie kommend hat sie vor sieben Jahren am ersten entsprechenden Fortbildungskurs in Deutschland teilgenommen. Rothbauer hat für ihre Palliativ-Ausbildung bereits zwei Kurse absolviert. Ein Team von Krankenschwestern mit Palliativ-Ausbildung, die Sozialpädagogin Annegret von Andrian und die Seelsorgerin Barbara Mehlich kümmern sich um Patienten und Angehörige. Eng arbeitet die Station mit dem Christophorus-Hospizverein des Landkreises zusammen.
Etwa 14 Tage blieben die meisten Patienten auf der Palliativstation. Ungefähr 50 Prozent sterben dort. Ein "gutes Vollenden des Lebens" werde ihnen und ihren Angehörigen ermöglicht, sagte die katholische Seelsorgerin Mehlich. Die anderen 50 Prozent gehen, nachdem ihr Zustand stabilisiert und ihnen die Schmerzen, soweit möglich, genommen wurden, wieder nach Hause oder in ein Hospiz. Manche kommen immer wieder in die Kreisklinik.
Stationsschwester Gabi Maschenski kann der oft schwierigen und seelisch belastenden Arbeit in der Palliativabteilung viel Gutes abgewinnen. "Die Kultur auf der gesamten Station hat sich geändert", sagte sie. Die ganze Klinik habe sich entwickelt, ergänzte Hiller: "Der Respekt vor den Kranken und auch vor den Kollegen ist gewachsen."Ingrid HügenellDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 26.03.2009
Einsatz für Palliativeinheit
Landtagsabgeordneter Streibl besucht Hospizverein und sagt seine Unterstützung zu
Geretsried - Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Florian Streibl, hat dem Christophorus-Hospizverein seine Unterstützung zugesagt. Anlass für seinen Besuch in der Geschäftsstelle am Neuen Platz in Geretsried war die anhaltende Diskussion um die Zukunft der Palliativeinheit an der Kreisklinik.
Der Vorsitzende des Hospizvereins, Kreisrat Prof. Matthias Richter-Turtur, und die Mitglieder des Palliative-Care- Teams, Dr. Ingeburg Strobel, Susanne Oechsner, Helga Mahadevan und Monika Schmitt erläuterten Streibl die derzeitige Versorgungssituation. Mit seinem ehrenamtlichen Beratungsteam bemüht sich der Hospizverein in Zusammenarbeit mit den Hausärzten und den ambulanten Pflegediensten, den Bedarf an ambulanter palliativer Versorgung im gesamten Landkreis abzudecken. Schwerstkranken und Sterbenden wird es durch eine gute Symptomkontrolle ermöglicht, ihre letzte Lebenszeit in der eigenen, vertrauten Umgebung verbringen zu können. Ein wichtiger Rückhalt für die ambulante Betreuung der Schwerstkranken ist nach Angaben des Hospizvereins eine gute Vernetzung mit der Palliativeinheit der Kreisklinik. Sie wurden Form von zwei speziell gestalteten Zimmern von dem multiprofessionellen Team, zu dem auch der Hospizverein gehört, in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut.
Mangels Anerkennung und Förderung im so genannten Fachprogramm für Palliativstationen der Staatsregierung ist das Fortbestehen aber aus wirtschaftlichen Gründen gefährdet. Als Ergebnis seines Besuches kündigte der Landtagsabgeordnete Streibl an, dass er alles unternehmen wolle, um die Palliativbetten im Landkreis und die Arbeit des Hospizvereins zu unterstützen. Ein Sterben in Würde und mit einer adäquaten ortsnahen Betreuung dürfe den Menschen auch in ländlichen Regionen nicht vorenthalten werden. Über alle politischen Grenzen hinweg müsse es möglich sein, die wirtschaftlichen Voraussetzungen hierfür zu erhalten. Dies gelte in seinen Augen für beide Krankenhäuser des Landkreises.Das Presse-Echo aus der
25. März 2009
Wertvolle Palliativeinheit
Abgeordneter Streibl sagt Hospizverein Hilfe zu
Geretsried Der Landtagsabgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler) hat dem Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen bei einem Besuch politische Unterstützung zugesagt. Streibl informierte sich angesichts der anhaltenden Diskussion über den Fortbestand der Palliativeinheit in der Wolfratshauser Kreisklinik über den aktuellen Stand.
Abgeordneter Florian Streibl hat den Hospizverein in Geretsried besucht. (v. li.) Helga Mahadevan, Ingeburg Strobl-Jöns, Susanne Oechsner, Matthias Richter-Tutur, Monika Schmitt
Der Vorsitzende des Hospizvereins, Matthias Richter-Turtur, und die Mitglieder des "Palliative Care Teams" Ingeburg Strobel, Susanne Oechsner, Helga Mahadevan und Monika Schmitt erläuterten im neuen Büro des Vereins am Neuen Platz in Geretsried die Versorgungssituation. Wie der Verein mitteilt, bemüht sich ein ehrenamtliches Beratungsteam in Zusammenarbeit mit den Hausärzten und den ambulanten Pflegediensten, den Bedarf an ambulanter palliativer Versorgung im gesamten Landkreis abzudecken. Wichtiger Rückhalt für die ambulante Betreuung sei eine gute Vernetzung mit der Palliativeinheit der Kreisklinik. Sie sei mit viel Einsatz in Form von zwei speziell gestalteten Zimmern von dem multiprofessionellen Team, zu dem auch der Hospizverein gehöre, in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut worden. Mangels Anerkennung und Förderung im sogenannten "Fachprogramm für Palliativstationen" der Staatsregierung sei das Fortbestehen gefährdet.
Streibl kündigte laut Mitteilung an, dass er alles unternehmen wolle, um die Palliativbetten und die Arbeit des Hospizvereins zu unterstützen. Ein Sterben in Würde müsse auch in ländlichen Regionen ermöglicht werden. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen müssten dafür erhalten bleiben. Dies gelte für beide Krankenhäuser des Landkreises. SZDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 16.02.2009
"Wir verlieren die Seele unserer Abteilung"
Die Reden nahmen fast kein Ende, ein Superlativ jagte den nächsten: Schweren Herzens haben ihre Kollegen Dr. Beate Lamminger verabschiedet. Sie verlässt zum 1. April die Kreisklinik und wird Leitende Palliativärztin in Traunstein.Wolfratshausen - "Sie werden uns fehlen", sagte Klinik-Geschäftsführer Hubertus Hollmann. "Mit sehr viel Elan" habe sie sich selbst weitergebildet und ihre Mannschaft motiviert. "Wir sind stolz, dass wir Sie hier ausgebildet haben und Sie 19 Jahre hier hatten." Als feststand, dass eine Palliativeinheit aufgebaut werden soll, ist laut Hollmann sofort klar gewesen, "dass Sie dafür die Richtige sind". In der kleinen Station werde man sie besonders vermissen. "Aber ich respektiere die Entscheidung, dass Sie eine neue Herausforderung suchen." Und: Ein besseres Zeugnis, als das, das Chefarzt Dr. Wolfgang Hiller der Medizinerin ausgestellthabe, "kann man sich gar nicht vorstellen". Hiller sagte, es sei "hart, jemanden zu verlieren, den man sehr schätzt". Mit Beate Lamminger gehe für ihn "ein Stück Heimat". Die ganze Familie Lamminger sei eine "Institution an der Kreisklinik" - früher hatte auch Beate Lammingers Schwester am Moosbauerweg gearbeitet. Trotz allen Abschiedsschmerzes, so Hiller, sei er froh, dass die Ärztin "einen so tollen Posten bekommen hat". Dr. Michael Trautnitz, neben Hiller zweiter gleichberechtigter Chefarzt der Inneren, fügte hinzu: "Wir verlierendie Seele unserer Abteilung. Ich kenne kaum jemanden, der es geschafft hat, Kollegialität und Führung so gut zu vereinen."
Susanne Oechsner dankte als Vorsitzende des Christophorus-Hospizvereins. BeateLamminger habe in der Palliativeinheit "viel auf den Weg gebracht"; Gerhard Hasreiter, Chef der Freunde der Kreisklinik, sagte, die Medizinerin habe den Förderverein "für die Palliativarbeit sensibilisiert, diese Einheit ist so wertvoll und so wichtig". Beate Lamminger ergänzte ihre Dankesworte mit einer launigen Fotoshow: Ihr Weg von der Ärztin im Praktikum bis zur Oberärztin.
Palliativbetten "werden weitergeführt"
Am Rande der Abschiedfeier für Dr. Beate Lamminger, die die Palliativeinheit in der Kreisklinik aufgebaut hat, erneuerte Klinik-Geschäftsführer Hubertus Hollmann sein Versprechen: "Wir werden die beiden Palliativbetten weiterführen." Die Kosten müssen aus dem Eigenbudget des Krankenhauses getragen werden. "Und der Förderverein der Freunde der Kreisklinik unterstützt uns ein bisschen." Auch die niedergelassenen Ärzte "wollen die Palliativbetten ganz ausdrücklich". Bereits Anfang Januar hatten Aufsichtsrat und Direktorium bekundet, dass die kleine Station nicht geschlossen werden soll. Im Laufe des Jahres, so Hollmann, werde sich zeigen, ob die Einheit in das Fachprogramm des Sozialministeriums aufgenommen wird. Damit könnten die Fälle über die Krankenkassen abgerechnet werden, die Betten wären wirtschaftlich. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist aber völlig unklar. Sicher ist laut Hollmann nur, dass die Kreisklinik mit ihren zwei Palliativbetten "keine Chance auf eine Aufnahme in das Fachprogramm" hat. Daher wolle man auf sechs Betten aufstocken. "Wir hätten die Räumlichkeiten dafür. Dann aber bräuchte die Abteilung eine andere Struktur." Hintergrund der Aufnahme oder Nichtaufnahme in das Fachprogramm sind komplizierte Berechnungen. Derzeit gilt die Anhaltszahl, dass 35 Palliativbetten auf eine Million Einwohner kommen müssen. Für den Landkreis hieße das, dass vier Betten der Bedarf wären. Andererseits sind aber sechs Betten Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm. Eine Erweiterung auf vier Betten würde der Kreisklinik also nicht helfen. Würde man die Station auf sechs Betten ausbauen, brächte das aber auch keinen Fortschritt: Weil der Bedarf nur bei vier Betten angesetzt ist, werden sechs nicht gefördert. In dieser Situation kann am Moosbauerweg nicht gehandelt werden. Es wird aber gemunkelt, dass die Anhaltszahl von 35 auf 50 Betten pro eine Million Einwohner erhöht werden soll - dann sähe es für die Kreisklinik gut aus. Nach dem Weggang von Dr. Beate Lamminger ist Chefarzt Dr. Wolfgang Hiller für die Palliativeinheit zuständig. Trotzdem braucht die Station eine zusätzlich ausgebildete Palliativärztin. Eine gibt es im Haus, eine andere soll die Ausbildung machen. Dazu haben zwei Schwestern die spezielle Ausbildung, zwei weitere werden sie demnächst absolvieren. Für die Fortbildung gibt es keinerlei Zuschüsse, wie Hollmann berichtet, weder für die für Ärzte noch für die für Schwestern.
VON HELGA GANDLGRUBER
Eigentlich ist es für die Beteiligten kein Grund zur Freude, aber auf der Abschiedsfeier von Beate Lamminger (links) ging"s dennoch auch lustig zu. Lamminger, Oberärztin an der Kreisklinik Wolfratshausen und dort für die Palliativeinheit verantwortlich, verlässt die Klinik zum Ende März. Sie wechselt nach Traunstein. Ihren Abschied feierte sie im Kreis von Kollegen (hinten: Michael Trautnitz, Oberarzt der Inneren) und von Ehrenamtlichen des Christophorus-Hospiz-Vereins Bad Tölz-Wolfratshausen (rechts Susanne Oechsner, Einsatzleiterin für den Nord-Landkreis). Von 1. April an wird die Palliativeinheit, in der unheilbar kranke Menschen behandelt werden, medizinisch von den Klinik-Ärztinnen Andrea Lorenz und Elisabeth Rothbauer betreut. fam/Foto: NeubauerOberärztin feiert Abschied
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Samstag, den 14. Februar 2009Das Presse-Echo aus der
04. Februar 2009
Söder vertröstet Stoiber wegen Palliativeinheit
Landkreis Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sei "gegenwärtig palliativmedizinisch versorgt". So antwortet der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) auf den Appell von Bezirksrat Dominic Stoiber (CSU), die Palliativeinheit an der Kreisklinik Wolfratshausen ins staatliche Förderprogramm aufzunehmen. Dies ist bisher, wie berichtet, nicht geschehen, so dass der Landkreis die zwei Betten und fachkundiges Personal umfassende Abteilung allein finanziert. Söder legt im Brief an Stoiber noch einmal dar, dass dem Landkreis nach den Maßstäben des Ministeriums keine eigene förderungswürdige Palliativstation zustehe. Unheilbar kranke Patienten aus Bad Tölz-Wolfratshausen müssten demnach nach Starnberg oder Garmisch-Partenkirchen ausweichen. Söder stellt aber eine "Weiterentwicklung" des Programms für Palliativstationen in Aussicht.famDas Presse-Echo aus der
31. Januar 2009
Palliativ-Medizin braucht Fachpersonal
Zu "Ärzte fordern Palliativeinheit" vom 28. Januar:
Mit Freude haben wir der Landkreisausgabe der SZ entnommen, dass sich auch der Ärztliche Kreisverband für die Palliative Versorgung im Landkreis stark macht. Die Idee, die Palliativ-Betten auf beide Kliniken im Landkreis aufzuteilen und dadurch noch näher an die Bevölkerung heran zu kommen, ist wunderbar. Die Realität sieht leider anders aus.
Eine Palliativstation besteht nicht nur aus wohnlich gestalteten Räumen, sondern vor allem in speziell ausgebildeten Pflegekräften mit einem Pflegeschlüssel, der im Pfleger-/Patientenverhältnis weit über den einer Normalstation hinausgeht. Die palliative Versorgung von Menschen bedarf enger interdisziplinärer und gleichberechtigter Zusammenarbeit von Sozialdiensten, Seelsorgern, Fachtherapeuten, Hospizfachkräften und Ärzten. Letztere brauchen, um eine Basisversorgung in Palliativ-Medizin anbieten und die Leistungen abrechnen zu können, unabdinglich eine Zusatzausbildung in Palliativ-Medizin.
Dass dieser neue Zweig der Medizin umfassende Spezialkenntnisse und vor allem einen Paradigmenwechsel in der Betrachtungsweise des Patienten und seiner Angehörigen beinhaltet, ist viel zu wenig bekannt. Der Mangel an ausgebildeten Palliativ-Medizinern bildet einen der Engpässe für die Errichtung einer Palliativ-Einheit.
Auch in der Klinik Wolfratshausen muss eine Ärztin die Ausbildung erst durchlaufen, bevor das Haus wieder einen Ersatz für Dr. Lamminger hat. Gerade aber das Vorhandensein der palliativ-medizinischen Kompetenz an der Kreisklinik wäre so wichtig für die Hausärzte und Pflegedienste in diesem Landkreis.
Noch gibt es zu wenige niedergelassene Ärzte mit dieser Zusatzqualifikation, was auch an der knappen Zahl der Ausbildungsplätze an den Palliativ-Akademien liegt.
Der Palliative Beratungsdienst des Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen füllt konsiliarisch diese Lücke in der Versorgung der Bevölkerung. Er knüpft das Netz, in dem durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Hausärzten, Pflegediensten, Seelsorgern, Fachtherapeuten und Ehrenamtlichen alles getan wird, um dem Schwerstkranken und seinen Angehörigen in dieser schweren Phase beizustehen.
Wir können uns daher dem Appell des ärztlichen Kreisverbandes, die palliative Versorgung im Landkreis auszubauen, nur anschließen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten zum Wohle der betroffenen Menschen.
Helga Mahadevan
Susanne Oechsner
Monika Schmitt
Dr. Ingeburg Strobel-JönsDas Presse-Echo aus der
28. Januar 2009
Ärzte fordern Palliativeinheit
Sprecher Lang schreibt an Minister und Landrat
Landkreis Der Ärztliche Kreisverband macht sich für die Palliativeinheit an der Kreisklinik Wolfratshausen stark. Sprecher Andreas Lang hat einen offenen Brief an Gesundheitsminister Markus Söder, Sozialministerin Christine Haderthauer (beide CSU) und Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) geschrieben. Darin appelliert er an sie, "Phantasie und Engagement" zu bemühen, um die Einheit, in der unheilbar kranke Menschen nach den Regeln der Palliativmedizin betreut und versorgt werden, zu erhalten.
Die Schließung der Zwei-Betten-Abteilung in Wolfratshausen müsse unbedingt verhindert werden, so Lang. Aus Sicht der Ärzteschaft wäre es sogar wünschenswert, die Palliativversorgung im Landkreis auszubauen. Der Ärztesprecher schlägt vor, über eine Kooperation der Wolfratshauser Klinik mit der in Bad Tölz nachzudenken. So ließe sich eine gemeinsame Palliativeinheit etablieren - "mit den dann wohl förderungswürdigen sechs Betten, verteilt auf zwei Standorte".
Die Größe der Palliativeinheit an der Wolfratshauser Klinik wurde bisher als Grund genannt, warum sie nicht in das Förderprogramm des Freistaats aufgenommen wurde. Zuletzt hat der Aufsichtsrat der Kreisklinik beschlossen, die kleine Abteilung wenigstens für dieses Jahr finanziell abzusichern. Wie es danach weitergeht, ist nicht geklärt. Das Gesundheitsministerium legt für eine finanzielle Unterstützung folgenden Maßstab an: Pro eine Million bayerische Einwohner sollen 35 Palliativbetten bestehen. Erst ab sechs Betten pro Haus gibt es staatliches Fördergeld.
Der Kreisverband der Ärzte erklärt, die Palliativbetten in Wolfratshausen seien "mit großer Mühe und großem Engagement eingerichtet" worden. Sie wieder aufzulösen wäre "ein Schritt in die völlig falsche Richtung". Lang verweist auf die Altersentwicklung der Bevölkerung und auf zunehmend bessere Möglichkeiten zur Lebensverlängerung "bei gleichzeitig sinkendem Betreuungspotential der Familien und Gesellschaft". Die palliativmedizinische Versorgung im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liege derzeit fast ausschließlich bei Hausärzten, Pflegediensten, Heimen und Familien. Der Ärztesprecher appelliert an Minister und Landrat: "Bitte denken Sie über den Tellerrand der Förderkriterien hinaus."famDas Presse-Echo aus der
8. Januar 2009
"Rückbindung an stationäre Palliativ-Einheit ist unerlässlich"
Susanne Oechsner vom Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen über die notwendige Versorgung Sterbenskranker in der Klinik
Wolfratshausen Die Palliativeinheit an der Wolfratshauser Klinik ist, wie berichtet, mittelfristig nicht abgesichert. Angeregt durch unseren Wochenkommentar "Neue Maßstäbe für humanes Sterben" hat uns dazu Susanne Oechsner einen Beitrag geschickt. Sie ist Einsatzleiterin des Christophorus-Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen für den Nord-Landkreis.
Sie appellieren an die Politiker im Landkreis, sich für die Palliativ-Einheit in der Kreisklinik Wolfratshausen einzusetzen. Tatsächlich haben unsere politischen Vertreter ein Pfund, mit dem sie wuchern könnten. Die Regierungserklärung unseres neuen Ministerpräsidenten liegt nur wenige Wochen zurück. Darin bekannte Seehofer: "Im Mittelpunkt unserer Politik steht immer der Mensch in seiner personalen Würde. Dazu gehört das Recht auf ein Leben in Würde vom Anfang bis zum Ende. Aktive Sterbehilfe lehne ich ganz entschieden ab. Wir unterstützen deshalb den Ausbau der Palliativmedizin, von Hospizen und anderen würdigen Formen der Sterbebegleitung."
An der Tatsache, dass die Palliativ-Einheit in der Kreisklinik möglicherweise bald aufgrund fehlender finanzieller Mittel vor dem Aus stehen könnte, sieht man jedoch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität. Wenn es darum geht, den Befürwortern der aktiven Sterbehilfe auf der verbalen Ebene Paroli zu bieten, wird sehr schnell die Palliative Versorgung als Allheilmittel bemüht - wenn es aber konkret um den Menschen und dessen Würde beim Sterben geht, ist plötzlich kein Geld da. Dem Hospizverein des Landkreises ist es ein großes Anliegen, dass Menschen innerhalb ihrer eigenen vier Wände palliativmäßig gut versorgt werden können. Dazu hat der Verein ein eigenes ambulantes Palliativ-Team, das beratend und unterstützend in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt und dem Pflegedienst daran arbeitet, dieses Ziel umzusetzen.
Für die ambulante palliative Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden ist aber die Rückbindung an eine stationäre Palliativ-Einheit unerlässlich. Nicht alles kann im ambulanten Bereich erreicht werden, gelegentlich sind zur Symptomkontrolle kurze Aufenthalte auf einer Palliativstation einfach notwendig.
Darüberhinaus kann auch bei der besten Vorbereitung des häuslichen Umfeldes durch den Hausarzt, den Pflegedienst und den Hospizverein eine unerwartete Situation im Krankheitsverlauf auftreten, bei der eine Versorgung zuhause plötzlich nicht mehr möglich ist. Hier ist es von größter Bedeutung, Ansprechpartner in der nächstgelegenen Klinik zu haben, die keine kurativen oder gar reanimierenden Maßnahmen mehr in Angriff nehmen (was ansonsten die wichtigste Aufgabe des Akutkrankenhauses ist!), mit denen sie unbeabsichtigt das Sterben unnötig verlängern. Es muss dort eine Einheit mit speziell ausgebildeten Palliativ-Medizinern und -Pflegekräften geben, die im Sinne des palliativen Gedankens umfassend alles dafür tun, dem Sterbenden und seinen Angehörigen in dieser schwierigen und schmerzhaften Phase des Lebens beiseite zu stehen und den Sterbeprozess zu erleichtern.
Zweifellos wäre es möglich, wie es bis zur Eröffnung der Palliativ-Einheit in Wolfratshausen auch praktiziert wurde, mit den großen Münchner Palliativ-Stationen (oder inzwischen auch mit Starnberg und Garmisch) zusammenzuarbeiten. Dies entspricht jedoch nicht dem Wunsch der Bevölkerung. Lange Anfahrtswege beim Transport sind unnötig belastend für die schwerstkranken Menschen und erschweren die Besuche ihrer Angehörigen oder machen sie ganz unmöglich. Daher ersetzen diese Stationen mitnichten die heimatnahe Versorgung.
Unser Landkreis hat - im Gegensatz zu den Nachbarlandkreisen - noch viel aufzuholen bei der palliativen Versorgung der Bevölkerung. Noch immer sterben bei uns viele Menschen mit unnötigen, weil vermeidbaren Schmerzen und anderen belastenden Symptomen - und ihre Angehörigen leiden ohnmächtig mit ihnen. Die Palliativeinheit in der Kreisklinik ist ein Schritt in Richtung Zukunft, ein Ernstnehmen dessen, was schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen am Lebensende bewegt. Ein Zurückgehen hinter diese Entwicklung wäre das Eingeständnis des Versagens aller Verantwortlichen in Politik und Verwaltung im Landkreis.Das Presse-Echo aus der
3. Januar 2009
Neue Maßstäbe für humanes Sterben
Beginnen wir den Anfang doch mal mit dem Ende - den Anfang des Jahres mit dem Thema Ende des Lebens. Die meisten Menschen reden nicht gern darüber. Der Tod ist für viele von uns mit Angst besetzt. Gerade deswegen sollten wir öfter und öffentlich darüber sprechen - nach der Leitlinie: Wo die Angst ist, geht"s lang.
In der Kreisklinik Wolfratshausen gibt es seit Mai 2007 eine "Palliativeinheit". Der spröde Fachbegriff bedeutet konkret: eine Miniabteilung mit zwei Betten, in der unheilbar Kranke nach allen Regeln der Medizin und anderer für den Menschen existenzieller Künste bis zum Tod behandelt, betreut, begleitet werden können.
Es ist ein Projekt, das die Klinik aus eigener Initiative begonnen und aus eigenen Mitteln bestritten hat. Eine Einrichtung, die nach Meinung derjenigen, die es wissen müssen, unschätzbar wertvoll ist: Der Christophorus-Hospizverein arbeitet engstens mit der Palliativeinheit zusammen.
Alles in allem also eine Institution, die man erhalten, ja sogar ausbauen sollte. Nun hat die Klinik aber das Problem, dass sie nicht in das Raster aus Zahlen und Daten passt, das die bayerische Bürokratie für Palliativeinheiten vorgibt. Deswegen hat das Sozialministerium sie nicht in den Krankenhausplan aufgenommen. Und das wiederum ist der Grund, warum die Krankenkassen keine in der kleinen Einheit entstehenden Kosten übernehmen.
Ein bürokratischer Wahnsinn, der sich wie folgt errechnet: Pro eine Million bayerische Einwohner sollen 35 Palliativbetten bestehen. Erst ab sechs Betten pro Haus gibt es Fördergeld. Für Bad Tölz-Wolfratshausen hieße das: vier Betten, kein Geld aus der öffentlichen Hand.
Der Aufsichtsrat der Kreisklinik war dennoch menschlich genug, die Palliativeinheit in Wolfratshausen wenigstens dieses Jahr noch finanziell abzusichern. Der im Dezember gefasste Beschluss ist freilich mit einer Hoffnung verbunden - auf positive Signale aus der Politik. Sie muss alles tun, um die Maßstäbe fürs humane Sterben zu ändern. Man kann unheilbar Kranken doch nicht allen Ernstes sagen: Geht halt nach Starnberg oder Garmisch, dort gibt es Palliativeinheiten, in denen ihr in Ruhe mit Krankenkassenunterstützung sterben könnt. Palliativeinheiten müssen genauso wohnortnah geschaffen werden wie alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Sie müssen zur Infrastruktur eines Landkreises gehören, egal, wie groß sie sind.
Unser Landkreis hat seit den letzten Wahlen nicht nur zwei Bundestagsabgeordnete, sondern auch zwei Vertreter im Landtag und zwei im Bezirkstag. Bisher hat sich nur einer - Bezirksrat Dominic Stoiber - explizit für die Palliativeinheit eingesetzt. Für die anderen fünf gibt also noch etwas zu tun. Wir wollten das nur sicherheitshalber gleich zu Beginn des Jahres gesagt haben.
Der Wochenkommentar von Felicitas AmlerDas Presse-Echo aus der
31. Dezember 2008 und 1. Januar 2009
Begleitende Hilfe für unheilbar Kranke
Christophorus-Hospizverein bietet jeden Montag sogenannte Palliative-Care-Beratung
Geretsried Der Christophorus Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen beginnt am Montag, 5. Januar, mit regelmäßiger Palliative-Care-Beratung in seiner Geschäftsstelle am Neuen Platz 20 in Geretsried (17 bis 18 Uhr).
"Unheilbar krank - das ist ein Urteil, das alles auf den Kopf stellt. Doch selbst wenn keine Heilung mehr möglich ist, kann das Leben mit Unterstützung von Palliative Care weiterhin lebenswert gestaltet werden", erklärt Susanne Oechsner, die hauptamtlich als Einsatzleiterin des Vereins für den Nord-Landkreis arbeitet. Palliative Care lasse sich nur umständlich ins Deutsche übersetzen. Es bedeute die umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und seelsorgerliche Betreuung von Menschen mit einer nicht mehr heilbaren, bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer dadurch begrenzten Lebenserwartung.
"Das Hauptziel ist es, den Betroffenen dennoch eine gute Lebensqualität bis zum Lebensende durch die Beseitigung oder Abschwächung von Symptomen wie Atemnot, Schmerzen, Übelkeit, Verstopfung und Angst zu ermöglichen", sagt Oechsner. Dazu bedürfe es der intensiven Zusammenarbeit von professionellen Helfern aus unterschiedlichen Fachbereichen mit allen Beteiligten.
Neben der Schmerz- und Symptomkontrolle auf einer Palliativ-Station ist es dem Hospizverein ein Anliegen, die ambulante Weiterbetreuung der Schwerstkranken so zu gewährleisten, dass die Menschen möglichst beschwerdefrei auch zu Hause sterben können.
Für den Christophorus Hospizverein hat die Krankenschwester Helga Mahadevan vor Jahren die Ausbildung zur Palliative Care Schwester absolviert und bereits große Erfahrung in der Begleitung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen gemacht. Die Ärztin Ingeburg Strobel-Jöns hat nach Beendigung ihrer Hausarzt-Praxis die Zusatzausbildung in Palliativ-Medizin gemacht. Beide bilden das medizinisch-pflegerische Palliativ-Team des Vereins. Es berät Betroffene sowie ihre Angehörigen und arbeitet unterstützend mit dem Hausarzt und dem Pflegedienst zusammen. Ziel ist es, den Menschen eine hohe Lebensqualität bis zum Ende und ein Sterben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen.
Gemeinsam mit den Sozialpädagoginnen Monika Schmitt und Susanne Oechsner knüpfen sie ein Netzwerk der Unterstützung mit den Hausärzten, Pflegediensten, Pfarreien, Krankenhäusern, Sozialdiensten und anderen Therapeuten.
Zur weiteren Unterstützung bietet der Verein seine ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter an, die nach einer gründlichen Ausbildung den Betroffenen und ihren Familien bis zu vier Stunden in der Woche helfend zur Seite stehen. Alle Leistungen des Vereins werden kostenfrei erbracht.
Außerdem gibt es weiterhin die allgemeine Sprechzeit des Vereins, jeden Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr, ebenfalls am Neuen Platz 20 in Geretsried.
Interessenten erhalten nähere Auskunft unter Telefon 08171/99 91 55.SZBriefe an die Redaktion des
vom 13. Dezember 2008"Setzen Sie Ihre ganze Kraft ein für den Erhalt der Palliativ-Einheit"
Betreff: "Palliativbetten auf der Kippe?" vom 9. Dezember 2008
Mit großer Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Palliativ-Einheit an der Kreisklinik Wolfratshausen aus finanziellen Gründen das Ende droht. Seit der Eröffnung der Palliativ-Einheit im Mai 2007 arbeitet der Hospizverein mit dem Palliativ-Team der Kreisklinik eng zusammen. Auf diese Weise ist es uns gelungen, Schwerstkranke und Sterbende sowohl ambulant wie stationär umfassend und heimatnah zu versorgen. Für die gemeinsam von uns betreuten Menschen und ihre Angehörigen war dabei neben der kompetenten Palliative-Care-Versorgung vor allem wichtig und beruhigend, dass sie keine weiten Wege zu entfernten Palliativ-Stationen überwinden mussten. Auch für den Hospizverein war die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der örtlich nahen Palliativ-Einheit der richtige Schritt in Richtung zu einer lächendeckenden Palliativ-Versorgung der Bevölkerung, wie sie auch der Gesetzgeber vorsieht. Daher fordern wir alle Verantwortlichen auf, in der Staatsregierung wie auch im Landkreis, dem Träger der Kreisklinik: Setzen Sie Ihre ganze Kraft ein für den Erhalt der Palliativ-Einheit an der Kreisklinik Wolfratshausen, zum Wohle der Menschen in unserem Landkreis.
Helga Mahadevan,medizinisch-pflegerische Palliativ-Fachkraft
Susanne Oechsner, psycho-soziale Palliativ-Fachkraft
Monika Schmitt, psycho-soziale Palliativ-Fachkraft
Dr. med. Ingeburg Strobel-Jöns, Ärztin mit Zusatzausbildung Palliativ-Medizin
Palliativ-Team des Christophorus- Hospizvereins, Neuer Platz 20, GeretsriedDas Presse-Echo aus der
Mittwoch, den 2. Dezember 2008
Steigende Nachfrage
Hospizverein stellt sich bei Tag der offenen Tür vor
Von Yvonne Poppek
Geretsried Der Umzug des Christophorus Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen in die neuen Räume ist ein deutliches Signal für seine Offenheit. Seit Frühjahr liegt das Büro zentral am Neuen Platz in Geretsried und wirkt durch seine helle Fensterfront einladend. Es ist der Wunsch des Vereins, die Kontaktaufnahme zu erleichtern, weshalb die Mitglieder am Samstag einen "Tag der offenen Tür" veranstalteten. Hospizhelfer und Palliativeinheit standen den Besuchern Rede und Antwort. Mit Erfahrungsberichten, Filmen und einer Lesung informierte der Verein über sein ehrenamtliches Engagement in der Sterbebegleitung.
30 Hospizhelfer seien mittlerweile im Verein organisiert, berichtete die zweite Vorsitzende Annette Magister. Sie begleiten und unterstützen Schwerkranke, Sterbende und ihre Angehörige ehrenamtlich und kostenlos. Drei bis vier Stunden in der Woche sollte das Engagement in Anspruch nehmen, sagte Magister. Ein Hospizhelfer betreue jeweils einen Menschen und dessen Angehörige. Der Wunsch nach dieser Begleitung nehme im Landkreis prinzipiell zu, erzählte sie.
Derzeit liege der Schwerpunkt des Vereins noch im nördlichen Landkreis. Doch je bekannter die Arbeit des Vereins werde, desto mehr stiegen auch die Anfragen im Süden, so Magister. Hinzu käme die Zusammenarbeit mit den Kliniken. Mit dem Krankenhaus in Wolfratshausen bestehe seit längerer Zeit ein enger Austausch, berichtete die zweite Vorsitzende. Mit der Asklepius-Klinik in Bad Tölz würde der Kontakt ebenfalls intensiver.
Am "Tag der offenen Tür" nahmen sich die Ehrenamtlichen viel Zeit, um die Fragen der Besucher zu beantworten. Viele wünschten sich beispielsweise Hilfe, eine Patientenverfügung zu erstellen, sagte Magister. Hier könne der Verein behilflich sein. Andere suchten Ansprechpartner, um über ihre eigenen Erfahrungen zu diskutieren. In jedem Fall diene die Veranstaltung dazu, den Landkreisbürgern die Hemmungen zu nehmen, auf den Hospizverein zuzugehen. Für viele sei es ein großer Schritt, um Unterstützung zu bitten, weiß sie. Hier Offenheit zu signalisieren, sei wichtig und erleichtere den Kontakt. Dieses Angebot nahmen Interessierte am Samstag an.
Der Christophorus Hospizverein ist telefonisch unter der Nummer 08171/99 91 55 und via E-Mail unter info@christophorus-hospizverein.de erreichbar. Das Büro ist donnerstags von 10 bis 12 Uhr besetzt.Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 1.12.2008
Der Tod gehört zum Leben
Hospizverein informiert über seine Arbeit - Richter-Turtur: Ärzte müssen umdenken
VON NINA DAEBEL
Geretsried - Einen Tag der offenen Tür veranstaltete der Christophorus-Hospizverein am Samstag in seiner Geschäftsstelle am Neuen Platz. Dabei trafen Interessierte auf ehrenamtliche Helfer wie Claudia Kuba. Sie hatte Zeit zum Gespräch, zum Zuhören und sie informierte gemeinsam mit ihren Mitstreitern über die Hospizbewegung. Deren Ziel ist, Schwerkranke und Sterbende in der Endphase ihres Lebens achtungsvoll zu begleiten.
Kuba hat sich lange mit dem Thema beschäftigt, bevor sie beschloss, sich in dem Verein zu engagieren. Das war zu einem Zeitpunkt, als in ihrem eigenen Leben eine neue Phase begann. Sie stand immer auf der Sonnenseite des Lebens und wollte davon etwas abgeben. "Im Golfen finde ich nun mal eine Erfüllung", so Kuba. Heute ist sie eine von mittlerweile 27 Ehrenamtlichen. Neben der 80-stündigen Ausbildung zur Hospizhelferin absolvierte sie ein Praktikum im Seniorenwohnpark in Wolfratshausen. Eine Beziehung aufzubauen und wieder zu beenden - das musste Kuba hier erstmals in der Praxis tun. Den persönlichen Zugang zu einem Sterbenden oder Schwerkranken zu finden, ist für sie kein Problem. Diese Beziehung dann aber wieder beenden zu müssen, weil der Betroffene gestorben ist, fällt ihr schwer. Doch obwohl sie jedes Mal betroffen ist, spürt Kuba auch das Positive. "Ich helfe jemandem und tue ihm etwas Gutes. Dabei lerne ich viel über mich selbst", sagt sie. Was die Hospizhelfer geben, sind Zeit und Zuwendung.
"Wir bieten nur uns", sagte Susanne Oechsner, Einsatzleiterin im Nord-Landkreis. Pflegedienste gehören nicht zu ihren Aufgaben. Wer sich als Ehrenamtlicher im Hospizverein engagieren will, sollte in keiner akuten Trauerphase stecken. Eine innere Stärke sei wichtig, und dass die investierte Kraft regenerierbar sei. Eine Altersgrenze gebe es nicht. Momentan sind die Helfer zwischen 40 und 74 Jahren alt. Sie investieren in der Woche durchschnittlich vier Stunden für ihr Ehrenamt. Dabei konzentrieren sie sich nicht nur auf den Kranken, sondern sind auch für dessen Familie und Freunde da.
Zeit für Gespräche Prof. Dr. Matthias Turtur Vorsitzender des Christophorus-Hospizvereins, und Petra Früchtel-Feder, Überleitungskraft im Seniorenpark Wolfratshausen in der Geschäftsstelle am Neuen Platz
Dass die Hospizbewegung noch immer viel zu unbekannt sei, bedauert der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Matthias Richter-Turtur. "Die Kunst des Sterbens ist in unserer Gesellschaft verloren gegangen", sagt er. 80 Prozent der Menschen würde gerne zu Hause sterben. Tatsache sei aber, dass mehr als 80 Prozent im Krankenhaus sterben. Richter-Turtur richtet sich auch an seine Medizinerkollegen, wenn er den Umgang mit Schwerkranken in den "hochgezüchteten Krankenhäusern" hinterfragt. "Wir brauchen als Ärzte ein besseres Augenmaß für die medizinische Behandlung am Ende des Lebens nserer Patienten", fordert er. Doch Richter-Turtur weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist, umzuschwenken. Er hat selbst erlebt, dass der Apparat einer Intensivstation ein Selbstläufer ist. Jeder Arzt habe nur ein Ziel: dass während seiner Schicht niemand stirbt. "Hier muss umgedacht werden, weil es ab einem bestimmten Zeitpunkt um etwas anderes geht, als darum, sich als Mediziner einen Zacken aus der Krone zu brechen, wenn einer meiner Patienten stirbt", sagt Richter-Turtur. Für die Zukunft der Hospizbewegung im Landkreis hofft er darauf, dass die Gesellschaft ihre Scheu ablegt und die Arbeit der Ehrenamtlichen als selbstverständlich annimmt.Das Presse-Echo aus der
Mittwoch, den 30. September 2008
Neue Sterbebegleiter
Hospizverein bildet zwölf Personen aus
Geretsried Elf Frauen und ein Mann haben von März bis September beim Christophorus Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen die Ausbildung zum Hospizbegleiter absolviert. Den Standards des Bayerischen Hospizverbandes entsprechend, leiteten Emilie Galli und Susanne Oechsner die Kursteilnehmer an. An vier Wochenenden und einigen Abenden bereiteten sie diese auf die Begleitung Schwerstkranker, Sterbender und ihrer Familien vor.
Die Themen dabei waren: Die Geschichte der Hospizbewegung, der Ablauf eines Hospizhelfer-Einsatzes, der Umgang mit dem eigenen Tod, der Sterbeprozess, Verstehen und Zuhören, Schuldgefühle, Aggressionen, die eigene Identität, pflegerische Grundgriffe, Distanz und Nähe, Abschied nehmen, "Jenseits"-Vorstellungen, Patientenverfügung, sowie Kommunikation mit Demenzkranken.
Zusätzlich zur Ausbildung leisteten die Teilnehmer ein zehnwöchiges Praktikum in einem Altenheim, wo sie übten, mit den Patienten Kontakt aufzunehmen, diese zu begleiten und auch Abschied zu nehmen. Auch konnten sie sich dabei im Umgang mit einem betreuten Menschen selbst erleben.
Fünf Teilnehmerinnen und der Mann entschlossen sich, gleich im Anschluss dem Hospizverein zur Verfügung zu stehen, weitere erwägen, sich zu engagieren, sobald es ihre familiäre und berufliche Situation erlaubt. SZDas Presse-Echo aus der
Mittwoch, den 11. Juni 2008
Wechsel im Hospizverein
Matthias Richter-Turtur ist neuer Vorsitzender
Landkreis Die 20 Helferinnen und zwei Helfer des Christophorus Hospizvereins haben im vergangenen Jahr 92 sterbende Menschen begleitet - mehr als in den Jahren zuvor. Für ihr ehrenamtliches Engagement sind sie insgesamt 5500 Kilometer durch den Landkreis gefahren. Axel von Blomberg trug diese Zahlen in der Hauptversammlung des Vereins vor. Zum neuen Vorsitzenden wurde Matthias Richter-Turtur aus Münsing gewählt, seine Stellvertreterin ist Palliativ-Care-Schwester Annette Magister aus Bad Tölz.
Richter-Turtur sieht sich als neuer Kreisrat (FUW) "als Bindeglied zwischen Hospizverein und Kreistag". Der ehemalige Chefarzt der Wolfratshauser Kreisklinik sagte, das er die Hospiz-Arbeit wichtig finde, denn sie mache das Sterben für die Menschen erträglicher. Den guten Kontakt zu den Kliniken im Landkreis wolle er weiter ausbauen. Durch seine Verbindungen als Chirurg und Orthopäde zu Einrichtungen in ganz Deutschland könne er neue Anregungen und Unterstützung für die Vereinsarbeit geben sowie Referenten gewinnen. Seiner Stellvertreterin Magister "ist es ein Anliegen, die Arbeit des Hospizvereins in der Öffentlichkeit bekannter zu machen". Als ausgebildete Palliativ-Care-Schwester wisse sie, wie hilflos Schwerkranke oft seien und wie sehr die Angehörigen litten. In ihren Ämtern bestätigt wurden Axel von Blomberg als Kassier und Annemone von Stackelberg als Schriftführerin.
Die Neuwahl der beiden Vorsitzenden war nötig geworden, weil die Sozialpädagogin Susanne Oechsner aus Ebenhausen, jetzt hauptamtlich als Einsatzleiterin für den Nordlandkreis arbeitet. Ihre Stellvertreterin Brigitte Lange stellte ihr Amt ebenfalls zur Verfügung. Beim Blick zurück auf ihre vierjährige Amtszeit sagte Oechsner, dass die neue Geschäftsstelle am Neuen Platz 20 in Geretsried eine große Erleichterung für den Verein darstelle. Der Eigentümer des 95 Quadratmeter großen ehemaligen Ladengeschäfts - die Baugenossenschaft - habe sich mit einem langfristigen und fairen Mietvertrag genauso kooperativ gezeigt wie Unternehmen, die Einrichtungsgegenstände zu günstigen Preisen überließen. Erfreulich auch: 13 Vereinsmitglieder absolvierten heuer eine Ausbildung zur Hospizhelfern.Barbara SzymanskiDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 26.05.2008
Schmerzfrei am Lebensende
Dr. Beate Lamminger, Oberärztin an der Kreisklinik Wolfratshausen, darf nach zweijähriger Ausbildung jetzt die Zusatzbezeichnung Palliativmedizinerin tragen. Dazu gratulierte ihr jüngst der Hospizverein.
Gratulation: Dr. Ingeburg Strobel, Dr. Beate Lamminger, Susanne Oechsner und Helga Mahadevan (v. li.).
Wolfratshausen - Seit dem Tod ihres Vaters im Jahr 2005 war es Lamminger ein besonderes Anliegen, sich verstärkt um die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender zu kümmern. Daher begann sie die Spezialausbildung in Palliativmedizin. Diese befasst sich mit jenen Patienten, die nicht mehr geheilt werden können, denen aber bis zum Lebensende eine hohe Lebensqualität ohne Schmerzen ermöglicht werden soll. Die Ausbildung an der Christophorus-Akademie in Großhadern umfasste 160 Unterrichtseinheiten und dauerte zwei Jahre. Beflügelt durch die Kenntnisse, schaffte es Lamminger mit der Unterstützung von Klinik-Geschäftsführer Hubertus Hollmann, ihres Stationsteams unter Leitung von Schwester Gabriele und des Hospizvereins, im Mai 2007 eine Palliativeinheit mit zwei Betten zu eröffnen. Im ersten Jahr wurden 40 Patienten betreut. Ziel ist, die Patienten medikamentös so einzustellen, dass sie ihre letzte Lebenszeit zu Hause verbringen können. Die Betreuung im ambulanten Bereich übernimmt das Team des Hospizvereins. Mit der Beratung durch die Ärztin mit Zusatzausbildung in Palliativmedizin, Dr. Ingeburg Strobel, und die Palliative-Care- Schwester Helga Mahadevan wird mit dem Hausarzt gewährleistet, dass auch zu Hause die Lebensqualität erhalten werden kann. Die Koordinatorinnen Monika Schmitt und Susanne Oechsner sorgen durch den Einsatz von ehrenamtlichen Hospizhelferinnen für eine Entlastung der Kranken und ihrer Familien. Mit den Stationsmitarbeiterinnen, dem Hospizverein, der Sozialarbeiterin der Klinik, Annegret von Andrian, und der Seelsorgerin Barbara Mehlich entstand um Lamminger ein gut vernetztes Team. "Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Abschluss und ich bin stolz darauf, was wir als Palliativteam in nur einem Jahr etablieren konnten", sagte Lamminger nach der bestandenen Prüfung.
HELGA GANDLGRUBERDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 15.02.2008
Oechsner löst Hofacker ab
Wechsel in der Einsatzleitung des Hospizvereins im nördlichen Landkreis
Geretsried - Stabwechsel im Christophorus-Hospizverein mit Sitz in Geretsried: Alfred von Hofacker übergibt nach zwei erfolgreichen Jahren die Einsatzleitung für den nördlichen Landkreis an Susanne Oechsner. Ende 2005 hatte sich Alfred von Hofacker zunächst für ein halbes Jahr bereit erklärt, ehrenamtlich die zeitaufwändige und anstrengende Einsatzleitung der Hospizhelferinnen für den nördlichen Landkreis zu übernehmen. Daraus wurden zwei Jahre, in denen sich Hofacker umfassend für den Verein engagierte. Nachdem er zuvor sieben Jahre selbst als Hospizhelfer und viele Jahre im Vorstand tätig war, führte er nun die Erstbesuche durch, leitete die Hospizhelfer bei ihren Einsätzen, referierte vor Gruppen und beriet zur Patientenverfügung. Hofacker nahm -wie auch das Palliativteam des Vereins - an Besprechungen der Palliativ-Einheit in der Wolfratshauser Kreisklinik teil, wenn es um gemeinsam betreute Patienten ging, und vertrat zudem den Verein in der Ethik-Kommission der Kreisklinik."Die Anforderungen an das Amt wuchsen im Laufe der Jahre in einen Bereich, der den Umfang des Ehrenamtes übersteigt", heißt es in einer Pressemitteilung des Hospizvereins. Zudem war Hofacker der Meinung, dass es nicht sinnvoll ist, ein Amt zu lange auszuüben. Daher kündigte er bereits im Herbst an, er wolle von seinem Amt entbunden werden. Aufgrund der Fülle an Aufgaben und dem hohen Zeitaufwand sollte die Stelle -wie bereits im südlichen Landkreis mit der Diplom-Sozialpädagogin und Palliative-Care-Fachkraft Monika Schmitt- hauptamtlich besetzt werden.
Bei der Suche nach einer Fachkraft erklärte Susanne Oechsner ihr Interesse an dieser Aufgabe. Sie leitet seit 2004 als Vorsitzende den Verein, nachdem sie zuvor fünf Jahre im Vorstand als Schriftführerin sowie sechs Jahre als Hospizhelferin tätig war. Nach der Leitungsaufgabe war es ihr Wunsch, wieder in die eigentliche Hospizarbeit zurückzukehren. Oechsner wird daher in der Jahresversammlung im Frühsommer 2008 nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Oechsner ist ebenfalls Diplom-Sozialpädagogin und absolviert gerade die Fortbildung" Palliative Care für psychosoziale Berufe". Die Stabübergabe von Hofacker an Oechsner erfolgte während des vierteljährlich stattfindenden Helferinnen-Treffens. Verabschiedet wurde Hofacker als Einsatzleiter jedoch nur symbolisch. Er bleibt nach einer gewissen Auszeit dem Verein erhalten. Er möchte selbst wieder als Hospizhelferarbeiten, über die Erstellung von Patientenverfügungen beraten und - vor allem in seiner Funktion als Rechtsanwalt -weiter an der Ethik-Kommission der Kreisklinik teilnehmen. redDas Presse-Echo aus der
Donnerstag, den 14. Februar 2008
"Diese Aufgabe ist ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen"
Interview mit Susanne Oechsner, die künftig hauptamtlich den Einsatz von Hospizhelfern im Nordlandkreis koordiniert
Mit dem Tod verbindet Susanne Oechsner eine lange, intensive Beziehung. Zehn Jahre hat sich die Sozialpädagogin ehrenamtlich beim Christophorus Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen engagiert, zuletzt vier Jahre als Vereinsvorsitzende. Nun liegt die Einsatzleitung für den nördlichen Landkreis in ihren Händen, eine Aufgabe, die sie - wie ihre Kollegin Monika Schmitt im Südlandkreis - hauptamtlich übernimmt. Wie sieht ihr neuer Arbeitsalltag aus? Darüber sprach die SZ mit der 51-jährigen Ebenhausenerin.
SZ: Ist der Bedarf an Hospizhelferinnen so gestiegen, dass Sie nun hauptamtlich beschäftigt werden?
Susanne Oechsner: Das nicht, aber die Aufgaben der Einsatzleitung sind so zeitaufwändig und komplex geworden, dass sie ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen sind.
SZ: Woran liegt das?
Oechsner: Die Hospizbewegung hat ja als Bürgerbewegung angefangen, sie wandte sich gegen eine als kalt empfundene Medizin und den Trend, Menschen nur noch im Krankenhaus sterben zu lassen. Seit einigen Jahren hat sich die Medizin zum Glück stark verändert - Stichwort Palliative Care. Damit haben sich die Bedingungen für die Hospizarbeit verbessert, aber auch der Gesetzgeber hat sich eingemischt. Genau genommen sind es drei Paragrafen im Sozialgesetzbuch, die uns eine Menge Arbeit machen.
SZ: Wer finanziert Ihre Stelle?
Oechsner: Das steht im Paragrafen 39a SGB V: Krankenkassen haben stationäre und ambulante Hospizleistungen zu fördern, wenn die ehrenamtlichen Helfer von hauptamtlichen Fachkräften geleitet werden. Derzeit absolviere ich die drei vorgeschriebenen Qualifikationsmodule Koordination, Mitarbeiterführung und Palliative Care - unglaublich interessant! Nächstes Jahr bekommt der Verein das Geld für meine Stelle dann rückerstattet.
SZ: Wie viele Stunden sind Sie im Einsatz?
Oechsner: Bislang habe ich einen Vertrag für zehn Stunden in der Woche.
SZ: Wie sieht ein Arbeitstag für Sie aus?
Oechsner: Viel Zeit verbringe ich am Telefon im Gespräch mit Angehörigen, die sich an uns wenden. Weil die Eltern im Sterben liegen oder weil ein pflegebedürftiger Ehepartner aus der Klinik kommt. Manchmal reicht ein längeres Gespräch, um den Betroffenen Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. Viele Familien verfügen über enorme eigene Ressourcen.
Keine Angst vor schwierigen Fragen: Im winzigen Büro des Hopsizvereins in Geretsried nimmt Susanne Oechsner die Anrufe von Hilfesuchenden entgegen. Dann klärt sie, was zu tun istFoto: PöstgesSZ: Und wenn das nicht reicht?
Oechsner: Dann übernehme ich den Erstbesuch und schaue mir an: Was brauchen die Menschen an praktischen Hilfen - ein Pflegebett, einen Toilettenstuhl - und was können wir mit uns Ehrenamtlichen für sie tun. Das ist jedes mal etwas anderes. Im Idealfall sind wir ein Knoten in einem Netzwerk, zu dem die Pflegedienste, Ärzte und Angehörige zählen. Unsere Aufgabe ist es, da zu sein, Ruhe, Entlastung und Akzeptanz in die Situation zu bringen.
SZ: Wie viele Helfer stehen Ihnen zur Seite?
Oechsner: Wir haben derzeit 22 aktive Mitglieder, 19 Frauen und drei Männer. Sie alle sind ausgebildete Ehrenamtliche, die im Schnitt vier, fünf Stunden die Woche im Einsatz sind.
SZ: Woher nehmen Sie die Kraft für diese Arbeit?
Oechsner: Ich komme aus einer Familie, in der der Tod geleugnet wurde. Gleichwohl wusste ich immer, dass da etwas ist, was mich bewegt und anspricht. Ich habe hier meinen Platz gefunden. Und die Kraft? Wir haben untereinander einen intensiven Austausch und alle sechs Wochen Supervision. Zudem gehe ich gern mit meinen Hunden spazieren. Und wenn mich etwas wirklich belastet, lege ich mich in die heiße Badewanne.
Interview: Stephanie SchwadererDas Presse-Echo aus der
Montag, den 7. Februar 2008
Susanne Oechsner koordiniert Hospizhelferinnen
Sozialpädagogin leitet die Einsätze hauptamtlich / Vorgänger Alfred von Hofacker nimmt Auszeit
Landkreis Susanne Oechsner hat die Einsatzleitung im Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen für den nördlichen Landkreis übernommen. Sie ist Sozialpädagogin und absolviert gerade die Fortbildung "Palliative Care für Psychosoziale Berufe". Oechsner wird mit Rücksicht auf ihre neue Aufgabe - die sie hauptamtlich wahrnimmt - im Frühsommer nicht mehr als Vorsitzende kandidieren.
Oechsners Vorgänger Alfred von Hofacker hat die Einsätze der Hospizhelferinnen zwei Jahre lang koordiniert, nachdem er zuvor sieben Jahre lang selbst als Hospizhelfer und jahrelang im Vorstand tätig war. Er führte nun die Erstbesuche durch, leitete die Hospizhelfer in ihren Einsätzen, referierte vor Gruppen und beriet zur Patientenverfügung. Er nahm wie das Palliativteam des Vereins an Besprechungen der Palliativ-Einheit in der Wolfratshauser Kreisklinik teil, wenn es um gemeinsam betreute Patienten ging, und vertrat den Verein in der Ethik-Kommission der Klinik.
Die Anforderungen an dieses Amt sind nach Information des Vereins derartig gewachsen, dass es nicht mehr ehrenamtlich zu leisten sei. Es soll nun - wie dies bereits im südlichen Landkreis mit der Sozialpädagogin und Palliative-Care-Fachkraft Monika Schmitt der Fall ist - hauptamtlich mit einer Koordinationsfachkraft besetzt werden.
Die Stabübergabe von Alfred von Hofacker zu Susanne Oechsner wurde im vierteljährlich stattfindenden Helferinnen-Treffen vollzogen. Verabschiedet wurde von Hofacker als Einsatzleiter bei dem Treffen der Aktiven jedoch nur symbolisch. Er bleibt nach einer gewissen Auszeit dem Verein erhalten.
Von Hofacker möchte dann selbst wieder Sterbende als Hospizhelfer begleiten, für den Verein Privatpersonen bei der Erstellung einer Patientenverfügung beraten und auch weiterhin - dies aber vor allem in seiner Funktion als Rechtsanwalt - in der Ethikkommission des Wolfratshauser Kreiskrankenhauses mitwirken.SZDas Presse-Echo aus der
Montag, den 17. Dezember 2007
Hilfreicher Beistand statt aktiver Sterbehilfe
Hospizverein lehnt begleiteten Freitod ab / Zuwendung und palliativmedizinische Versorgung
Landkreis Aus Angst vor einem qualvollen Lebensende befürworten viele Menschen die aktive Sterbehilfe. "Es gibt Alternativen", sagen dagegen Susanne Oechsner und Ingeburg Strobel-Jöns vom Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen.
Die Aktivitäten der Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas haben die Debatte um einen selbstbestimmten schnellen Tod in Deutschland wieder angeheizt. Der Fall einer lebensmüden Frau aus Niederbayern habe sie aufgeschreckt, gesteht Susanne Oechsner. Die 51-Jährige hat sich im vergangenen Jahr im Rahmen ihres Sozialpädagogik-Studiums in Benediktbeuern in ihrer Diplomarbeit intensiv mit dem Thema "begleiteter Suizid" befasst. Ihr persönliches Fazit: Wer verzweifelt ist, ist nicht frei. Erst wenn ein Mensch alle Alternativen aufgezeigt be-kommt und dann immer noch sterben will, sei es wirklich eine selbstbestimmte Entscheidung, die auch Respekt verlange.
Übertragen auf Menschen an ihrem Lebensende ist es der Vorsitzenden des Hospizvereins ein Anliegen, deutlich zu machen, dass eine palliativmedizinische Versorgung und menschliche Zuwendung es den Patienten ermöglichen können, den natürlichen Todeszeitpunkt abzuwarten. "Wir haben heute ein Netz, um die Patienten und ihre Angehörigen medizinisch und seelisch aufzufangen und uns nach ihren Wünschen um sie zu kümmern", bestätigt Ingeburg Strobel-Jöns. Die moderne Medizin sei in der Lage, Schmerzen, Ängste und andere Symptome gut in den Griff zu kriegen. "Sie hören dann kaum mehr den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe", berichtet die ehemalige langjährige Hausärztin. Jeder Sterbende habe das Recht auf eine solche Betreuung und sollte auch die Möglichkeit dazu bekommen. Mit ihrer Zusatzausbildung in Palliativmedizin berät die 69-Jährige auf Wunsch im Palliativ-Team des Hospizvereins seit rund einem Jahr ehrenamtlich Hausärzte und Patienten, um nach deren Entlassung aus der Klinik eine nahtlose Betreuung daheim zu sichern. Die palliativmedizinische Versorgung im Landkreis sei weit höher als im deutschen Durchschnitt, freut sich Susanne Oechsner.
Patienten, die sich den Tod wünschen, werde es trotz aller Hilfen geben. Dem Einzelnen diese Möglichkeit zu gewähren, ohne dass sie in der Gesellschaft zum Normalfall wird und womöglich Alte und Kranke unter Druck setzt, sei ein Drahtseilakt und juristisch schwer zu lösen, findet Oechsner. Als Ärztin möchte Ingeburg Strobel-Jöns ihrem eigenen Gewissen folgen dürfen: "Ich lehne für mich eine Mithilfe beim begleiteten Freitod ab." (Kasten)
Monika SchotteUnzulässige Unterstützung
Einen Rechtsanspruch auf Sterbehilfe im Namen der Selbstbestimmung des Menschen - dies möchte Ludwig Minelli, Begründer der schweizerischen Sterbehilfeorganisation Dignitas, durch einen Präzedenzfall in Deutschland erwirken. In Deutschland ist zwar weder die Selbsttötung noch die Beihilfe zum Suizid ein Straftatbestand. Anders als in der Schweiz dürfen in Deutschland Ärzte aber kein todbringendes Medikament verschreiben. Nicht rechtswidrig sind passive oder indirekte Sterbehilfe. Unzulässig ist in Deutschland bislang die aktive Sterbehilfe.schomDas Presse-Echo aus der
Montag, den 3. Dezember 2007
Ein Vergelt´s Gott und persönliche Worte vom Landrat
Seltene Auszeichnung: Mit der Verleihung der Isar-Loisach-Medaille bedankt sich der Landkreis für ehrenamtliches Engagement
Benediktbeuern Anerkennung und Dank für herausragendes ehrenamtliches Engagement standen am Freitagabend im Kloster Benediktbeuern im Mittelpunkt der Festveranstaltung zur Verleihung der Isar-Loisach-Medaille. Zum zehnten Mal vergab der Landkreis diese Anerkennung, die heuer an Margarete Gerold, Helga Mahadevan, Josef Orterer und Franz Sappl geht (wir berichteten).
Neben dem Kulturpreis sei die Isar-Loisach-Medaille die höchste Auszeichnung des Landkreises, sagte Landrat Manfred Nagler, der die Ehrung persönlich vornahm. "Wir verleihen sie nur an ganz wenige", betonte er. "Mit dieser Medaille sagen wir einfach: Vergelt´s Gott."
In ihrer Festrede hob CSU-Landtagsabgeordnete und Landesbäuerin Annemarie Biechl hervor, dass die Preisträger einen wichtigen Beitrag zur "aktiven Bürgergesellschaft" leisteten. Sie seien bereit, dort Verantwortung zu übernehmen, wo das staatliche Wirken an seine Grenzen stoße.
Vor den rund 140 anwesenden Gästen - darunter zahlreiche Träger der Isar-Loisach-Medaille - nahm Landrat Nagler nach der Festrede die Verleihung vor. Dabei fand er für jeden Preisträger persönliche Worte. "Sie war eine große Stütze für die Bauern im Landkreis", lobte er etwa Margarete Gerold aus Wackersberg. Dreizehn Jahre lang, von 1993 bis 2006, hatte sie den Einsatz der Dorfhelferinnen koordiniert.
Bei Helga Mahadevan aus Geretsried, die sich seit 1998 im Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen engagiert, stellte Nagler ihr Einfühlungsvermögen bei der Betreuung von Schwerstkranken heraus. "Sie ist immer da, wenn man sie braucht", zeigte er sich von ihrem Engagement beeindruckt.
Den "gewaltigen Einsatz für seine Bauern" hob Nagler als Grund für die Auszeichnung von Josef Orterer aus der Jachenau hervor. Orterers ehrenamtlicher Einsatz ist vielfältig. Neben seinem Engagement im Bayerischen Bauernverband sei auch jenes als Jachenauer Schützenmeister, als Vorsitzender der Viehzuchtgenossenschaft Bad Tölz, als ehrenamtlicher Richter, Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister zu nennen so Nagler.
Die persönlichsten Worte fand der Landrat für Franz Sappl aus Lenggries, der sich ehrenamtlich von 1953 bis 1992 als Vorsitzender und Pressewart im Trachtenverband Loisachgau befasste. "Du warst ein starker Baum, um den sich die Vereine geschart haben", so Nagler. "Ich habe dich schon immer bewundert."Yvonne PoppekDas Presse-Echo aus der
Samstag, den 1. Dezember 2007
Zeit für die Begleitung auf dem letzten Weg
Helga Mahadevan kümmert sich als Hospizhelferin um Schwerstkranke und deren Angehörige
Geretsried "Ich nehme die Medaille für das ganze Team." Das betont Helga Mahadevan mehrfach. Denn sie selbst sei nur ein Teil davon. Die Isar-Loisach-Medaille des Landkreises erhielt die 60-Jährige am Freitagabend jedoch für ihr Engagement beim Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen. Dort betreut sie seit 1998 Sterbende und deren Angehörige.
Der Wunsch, sterbenden Menschen zu helfen, sei bei ihr schon früh geprägt worden, erzählt Mahadevan. In dem Krankenhaus, in dem sie ihre Ausbildung zur Schwester absolvierte, sei es ein "großes Gebot" gewesen, die Patienten bis zuletzt zu begleiten. "Sterbende dürfen nicht alleine sein", sagt Mahadevan. Deshalb ist sie für sie da. Vor rund 30 Jahren kam Mahadevan in den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, wo sie als Krankenschwester in der Wolfratshauser Kreisklinik arbeitete. Ihr fiel auf, so erzählt sie, dass oft nicht genug Zeit für die Sterbenden blieb. Also begann sie, noch bevor sie dem Verein beitrat, die unheilbar Kranken aufzusuchen. "Wenn ich von jemandem gehört habe, bin ich einfach hingegangen und habe meine Hilfe angeboten."
1998 trat sie dem Hospizverein bei und absolvierte die Ausbildung zur Hospizhelferin. Nach zwei Jahren übernahm sie die Einsatzleitung. 2001 qualifizierte sie sich weiter: Innerhalb von zwei Jahren ließ sie sich zur medizinisch-pflegerischen Palliative-Care-Fachkraft ausbilden. Im Hospizverein baute sie den Bereich der Palliative Care mit auf. Zusammen mit Dr. Ingeborg Strobl-Jöns bildet sie das Team, das sich um die Schwerstkranken in medizinisch-pflegerischer Hinsicht kümmert. Sie nehmen den Kontakt zum Hausarzt auf, stehen beratend zur Seite, bieten eine Schmerz- und Symptomkontrolle sowie die Erstellung eines Notfallplanes an. Wer will, der soll daheim sterben dürfen und "nicht anonym in einem Krankenhaus", so Mahadevan.
Wie viel Zeit sie diesem Ehrenamt widmet, erzählt die Rentnerin im Übrigen nicht. "Man sollte dies nicht an Zeit festmachen", sagt sie bescheiden. Sie ist einfach da, wenn sie gebraucht wird.popDas Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 01. Dezember 2007
Sterbebegleitung steht in letzten Lebensstunden bei
Geretsried - Zuhause im Kreise seiner Angehörigen sterben statt anonym im Krankenhaus. Im Altenheim oder in einer speziellen Palliativ-Einrichtung bis zum Ende liebevoll umsorgt werden. Wer würde sich das nicht wünschen? Der Christophorus-Hospizverein mit Sitz in Geretsried begleitet todkranke Menschen im Landkreis seit nunmehr zwölf Jahren auf ihrem letzten Weg.
Seit zehn Jahren engagiert sich Helga Mahadevan dort ehrenamtlich. Erst in der Hospizbewegung, die den Sterbenden seelischen Beistand leistet, und seit sieben Jahren in der Palliativ-Pflege, wo neben der psychosozialen Betreuung des Kranken und seiner Familie die Linderung der Schmerzen durch entsprechende Medikation im Vordergrund steht.
Wie kam die ehemalige Krankenschwester, die seit einigen Jahren im Ruhestand ist, dazu todgeweihten Menschen zu helfen? Im Klinikbetrieb sei für die Sterbebegleitung keine Zeit geblieben, bedauert Mahadevan. Jetzt bringt sie Zeit mit - egal, ob ein Patient mitten in der Nacht ihren Beistand braucht, am Wochenende oder an Heiligabend. Die Palliativpflege gehe weit über die Ehrenamtlichkeit hinaus, "weil es um Menschen geht", sagt die Geretsriederin.
Natürlich berühren sie die Fälle, die sie betreut. Vor kurzem hat die zweifache Mutter einen allein stehenden jungen Mann, der unheilbar an Lungenkrebs erkrankt ist, aus der Klinik geholt, damit er in seiner eigenen Wohnung sterben kann. Sie hat alle nötigen Apparaturen an seinem Bett angebracht, ihm den Umgang mit der Schmerzpumpe erklärt, mit der er sich selbst Medikamente spritzen kann, und hat den Pflegedienst eingewiesen. Helga Mahadevan vermag zwar die Schmerzen des Mannes zu lindern. Ob sie ihm die Angst vor dam Tod nehem kann, weiß sie nicht. Ohne Supervision und die Gespräche mit den etwa 25 aktiven Mitarbeitern vom Christophorus-Hopsizverein wäre die Arbeit nicht möglich, sagt Mahadevan.
Die Isar-Loisach-Medaille nehme sie stellvertretend für ihr Team entgegen. Die Auszeichnung sei eine gute Gelegenheit noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. In den vergangenen Jahren habe sich die Haltung zum Sterben gewandelt, stellt die Palliativ-Pflegerin fest. "Die Hospizidee betrachtet das Sterben als einen Teil des Lebens", sagt sie. Ein Vorgang, der weder verkürzt noch verlängert werden sollte. Ziel sei es, dass die Kranken möglichst bis zuletzt ohne Beschwerden leben können, umsorgt von Familie, Freunden und Betreuern.Das Presse-Echo aus dem
Isar-Loisachboten vom 17.10.2007
Palliativ-Medizin: Lebensqualität bis zum Ende des Weges
Wolfratshausen Palliare heißt übersetzt: einen Mantel umlegen. Palliative Medizin setzt dort an, wo Heilung nicht mehr möglich ist. In seiner Reihe "Offene Abende" hat der Christophorus Hospizverein eine Podiumsdiskussion zum Thema "Gut vernetzt: Hospiz- und Palliativ Care Versorgung im Landkreis" veranstaltet. Auf dem Podium saßen Annegret von Andrian (Sozialdienst der Kreisklinik), der evangelische Pfarrer Edzard Everts, die Mediziner Dr. Beate Lamminger, Dr. Ingeburg Strobel-Jöns und Dr. Michael Jung, sowie Helga Mahadevan und Monika Schmitt vom Hospizverein.
Den rund 60 Zuhörern erklärte Vorsitzende Susanne Oechsner: "In Fällen, die medizinisch austherapiert sind, ist heute dennoch viel zu tun." Palliative Medizin wolle unheilbar kranken Menschen die bestmögliche Lebensqualität erhalten, erklärte Oechsner. "Es geht dabei um die effiziente Behandlung oder Kontrolle störender körperlicher Symptome wie Schmerzen oder Atemnot, die Linderung von psychischer Not wie depressive Zustände, Angst, die Hilfe in sozial schwierigen Situationen und die begleitende seelische Unterstüzung."
Palliative Medizin wird durch ein multiprofessionelles Team angeboten, das aus Ärzten und Pflegenden, aber auch anderen Berufsgruppen aus der Psychologie, Sozialarbeit oder Seelsorge besteht. Im Landkreis vernetzt das der Christophorus Hospizverein. Seit Mai dieses Jahres verfügt die Kreisklinik auch über zwei Palliativbetten. "Bislang hatten wir uns allerdings nicht klar genug definiert", gab Oberärztin Lamminger zu. "Denn einfach nur schön eingerichtete Sterbezimmer, genau das wollen wir nicht sein", betonte sie. Seit Mai wurden 16 Patienten auf der neuen Palliativ-Einheit behandelt, mehr als die Hälfte wurde nach einer erfolgreichen Behandlung wieder nach Hause entlassen. "Nicht zum Sterben kommt der Patient auf die Palliativ-Station, sondern zur Symptomkontrolle, das zeigt auch die kurze Verweildauer von durchschnittlich zehn Tagen."
Nur zögerlich kam im Anschluss die Fragerunde in Gang, aber bei dem Thema ist es wie mit der neuen Station. "Es braucht eben Anlaufzeit", sagte Lamminger, "aber damit ist etwas geschaffen, wovon wir alle profitieren".Das Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ, Mittwoch, den 17. Okober 2007
Sterbebegleitung im Landkreis
Beistand in der letzten Lebensphase
Hospizverein stellt bei einem "offenen Abend" zahlreichen Interessenten seine Arbeit vor
Wolfratshausen Das Netzwerk für umfassende Sterbebegleitung im Landkreis ist eng geknüpft. Bei einem "offenen Abend" am Montag hat der Christophorus Hospizverein seine Arbeit dargestellt. Die Beteiligung zeigte: das Interesse an der Hospizbewegung ist im Landkreis groß.
Den Fall eines 50-jährigen Krebspatienten schilderte ein Palliativ-Team bei der sehr gut besuchten Veranstaltung in der Kreisklinik. Der Abend stand unter dem Titel "Gut vernetzt: Hospiz- und Palliativ-Care-Versorgung im Landkreis". In dem beschriebenen Fall handelte es sich um einen Familienvater, dessen Wunsch es war, zu Hause zu sterben. Der Schwerkranke und seine Familie erfuhren Hilfe durch palliative Medizin, Pflegedienst, psycho-soziale und seelsorgerische Begleitung. Er starb ruhig in den Armen seiner Frau.
Aufmerksam verfolgten die Zuhörer die Ausführungen der Hospizhelferin Helga Mahadevan und der Ärztin Dr. Ingeburg Strobel-Jöns. Beide arbeiten ehrenamtlich und haben nicht nur beim diesem Fall dafür gesorgt, dass der Schwerkranke und seine Familie die letzte Lebensphase nicht allein durchstehen mussten. "Schwerkranke und Sterbende haben ein Recht darauf, in Würde zu sterben", sagte Moderatorin Susanne Oechsner.
Sie ist Sozialpädagogin und Vorsitzende des Hospizvereins, der im ganzen Landkreis tätig ist. Dass die offenen Abende des Vereins in der Wolfratshauser Kreisklinik abgehalten würden, habe einen besonderen Grund: Hier wurden auf Wunsch von Hausärzten und vom Hospizverein im April zwei Palliativzimmer im neuen Bettenhaus eingerichtet (SZ berichtete). Die Station wird geleitet von Oberärztin Dr. Beate Lamminger. Wie diese erklärte, kooperiert die Klinik eng mit dem Hospizverein. "Patienten und ihre Angehörigen nehmen dieses Angebot dankbar an." Die Räume wirkten nicht wie Krankenzimmer, eher wie Appartements, sagte Lamminger - und nicht jeder komme hierher zum Sterben. "Etwa 50 Prozent können wir nach Hause entlassen."
Über die Palliativ-Versorgung haben (von links) Annegret von Andrian, Beate Lamminger, Edzard Everts, Susanne Oechsner, Miachel Jung, Ingeburg Strobel-Jöns, Helga Mahadevan und Monika Schmidt.
Die Verweildauer betrage in der Regel zehn Tage. Angehörige könnten hier übernachten und würden kostenlos verpflegt. Auf die Frage aus dem Publikum, wie denn die Fälle für die Palliativ-Station im Krankenhaus oder die Hospizbetreuung ausgewählt würden, erwiderte Lamminger, dass es keine besondere Auswahl gebe. Ärzte oder der Hospizverein meldeten die Fälle. "Bislang haben wir niemanden abweisen müssen." Sollte der Bedarf steigen, ließen sich mehr Palliativ-Zimmer integrieren.
Gefragt wurde auch nach den Kosten für umfassende Sterbebegleitung. Annegret von Andrian sagte, dass Kranken- und Pflegekassen die Kosten für stationäre oder klinische Palliativmedizin sowie die von Pflegediensten zum Großteil übernähmen. Hospizhelfer arbeiteten ehrenamtlich.
Barbara SzymanskiDas Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ, Samstag, den 22. September 2007
Lebensqualität - bis zum letzten AtemzugChristophorus-Hospizverein will Versorgung von unheilbar Kranken und Sterbenden weiter verbessern
Landkreis Die Hospizbewegung befindet sich im Wandel: Aus der Bürgerbewegung gegen anonymes Sterben im Krankenhaus ist eine professionelle, anerkannte Hospizarbeit entstanden, die zunehmend auch von hauptamtlichen Mitarbeitern gewährleistet wird. Das gilt auch für den Christophorus Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen, der sich zum Ziel gesetzt hat, im Landkreis die palliative Versorgung von Menschen mit nicht heilbaren Erkrankungen in der Endphase ihres Lebens zu verbessern.
Als Palliativ-Team beraten seit einem knappen Jahr Helga Mahadevan und Ingeburg Strobel-Jöns auf Wunsch Betroffene und deren Angehörige in allen Fragen zur Palliativ-Medizin und -Pflege. Die Palliativ Care-Schwester und die Ärztin mit Zusatzausbildung begleiten die mit dem Hausarzt entwickelte Schmerztherapie und sonstige Maßnahmen, die dem Patienten eine hohe Lebensqualität bis zuletzt und ein Sterben in seiner vertrauten Umgebung ermöglichen sollen. Entscheidend ist das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psycho-sozialer und spiritueller Art.
Steigender Bedarf
"Wir sind einer der wenigen Hospizvereine, die das der Bevölkerung bieten können, weil die beiden Frauen diese Arbeit ehrenamtlich machen", freut sich die erste Vorsitzende Susanne Oechsner. Doch seien die beiden "am Anschlag". Wenn sich, wie erhofft, der Gedanke der palliativen Versorgung immer mehr ausbreitet, "dann müssten wir jemanden anstellen", sagt Oechsner. Sie denkt dabei an zwei Palliativ Care Schwestern, eine für den Nord- und eine für den Süd-Landkreis.
Eine hauptamtliche Fachkraft auf 400 Euro-Basis hat der Verein mit Monika Schmitt, Einsatzleiterin im südlichen Landkreis und Koordinatorin des gesamten Vereins, bereits Anfang vergangenen Jahres eingestellt. Nachdem der Gesetzgeber nach langer Unsicherheit weiterhin die Personalkosten für hauptamtliche Mitarbeiter ambulanter Hospizdienste bezuschusse, wolle man die Förderung für Schmitt beantragen, wenn diese ihr letztes erforderliches Fortbildungsmodul absolviert habe, sagt Oechsner.
Neuer Ausbildungskurs
Zwar wird sich der Vorstand zunehmend in der Arbeitgeber-Position befinden, doch das "Herzstück", so Oechsner, ist nach wie vor die ehrenamtliche Arbeit: Alfred von Hofacker leitet die Einsätze im Nordlandkreis und berät in Sachen Patientenverfügung. Neben dem Palliativ-Team begleiten derzeit 27 ausgebildete Hospizhelfer und -helferinnen Schwerkranke und Sterbende. Im kommenden Jahr wird es wieder einen Ausbildungskurs geben.
Ungeachtet gesetzlicher Änderungen, die Patienten den Anspruch auf ambulante palliative Versorgung sichern, obwohl noch offen ist, wer für welche Dienste bezahlt wird, möchte der Hospizverein weiter ein Netzwerk im Landkreis aufbauen und sieht sich dabei laut Susanne Oechsner "gut aufgestellt".
Monika Schotte![]()
"Wir betrachten den Kranken als Vorangehenden"
Interview mit der Palliativ-Schwester Helga Mahadevan, die sterbenden Patienten zu mehr Lebensqualität verhilft
Der Hospizverein Christopherus Bad Tölz will Menschen im Landkreis eine bessere palliative Versorgung ermöglichen. Seit etwa einem Jahr engagiert sich Helga Mahadevan, eine ausgebildete Palliativ Care-Schwester, zusammen mit der Ärztin Ingeburg Strobel-Jöns im sogenannten "Palliativ-Team" des Vereins. Die Wolfratshauser SZ sprach mit ihr über ihre Arbeit.
SZ: Was genau ist Palliativ-Medizin?
Helga Mahadevan: Das Wort Pallium bedeutet im Lateinischen der Mantel - gleichsam wie ein schützender und wärmender Mantel sorgt Palliativmedizin für Wohlbefinden und Beschwerdefreiheit auch in schweren Zeiten einer Erkrankung, und auch im Sterben wird der Patient begleitet. So ändert sich das Behandlungsziel: Nicht mehr Heilung oder langfristige Besserung, sondern Linderung und Lebensqualität stehen im Vordergrund. Denn gerade bei Menschen mit einer nicht mehr heilbaren und voranschreitenden Krankheit treten oft quälende Beschwerden auf, die zu einer eigenständigen Krankheit werden und behandelt werden müssen. Dies ist die Aufgabe der Palliativmedizin.
SZ: Wie sieht dies in der Praxis aus?
Mahadevan: Es geht um eine möglichst schnelle Anpassung der Medikation bei Veränderung der Schmerzsituation in Absprache mit Haus- und Fachärzten. Um Hilfe bei quälenden Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Angst oder Atemnot. Eine regelmäßige Schmerz- und Symptomkontrolle überwacht die eingeleiteten Maßnahmen und gibt Sicherheit. Es ist heute bei etwa 90 bis 95 Prozent der Schwerkranken möglich, Schmerzfreiheit zu erreichen oder zumindest die Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Meistens ist eine gute Schmerztherapie die Voraussetzung dafür, mögliche seelische Probleme zu bewältigen oder auch noch letzte Dinge regeln zu können. Schmerzfreiheit bedeutet auch höhere Lebensqualität.
SZ: Wie treten Sie als speziell ausgebildetes Team dem Patienten gegenüber?
Mahadevan: Im Mittelpunkt steht für uns der schwer kranke oder der sterbende Mensch. Seine Wünsche sind maßgebend; er führt, wir begleiten. Diese Haltung erfordert Wahrhaftigkeit im Umgang mit den Kranken, die von uns als Gleichberechtigte und als Vorangehende betrachtet werden. Wir beraten Patienten und deren Angehörige, wie die ambulante palliative Betreuung zu Hause aussehen könnte. Wir helfen beim Aufbau eines palliativen Netzes. Wir bereiten Betroffene auf eine mögliche Verschlechterung im Krankheitsverlauf oder eventuell eintretende Notsituationen vor. Auf Wunsch erstellen wir in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt einen Notfallplan.
SZ: Laien können durch Zusatzausbildungen zum Hospizbegleiter werden. Was müssen sie mitbringen?
Mahadevan: Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Sterben ist wichtig, um immer wieder auf andere Menschen zu gehen zu können.
Interview: Annika Willer
Strukturen im AufbauKreisklinik bietet Zimmer für Palliativ-Patienten an
Landkreis Wenn es darum geht, Menschen mit nicht mehr heilbaren Erkrankungen die verbleibende Zeit ihres Lebens so angenehm wie möglich zu machen, braucht es viel ärztliches Wissen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das Bewusstsein, dass diese Patienten und ihre Angehörigen in der Regel auch seelisch belastet sind. Aus diesen Erkenntnissen hat sich die noch junge Palliativmedizin und -pflege gebildet.
Allein, die notwendigen Strukturen für solch ganzheitliche Betreuung sind noch längst nicht ausreichend etabliert. "Im Nordlandkreis ganz gut, aber nicht im Südlandkreis", schätzt Susanne Oechsner die palliative Versorgung ein. Der Christophorus Hospizverein stellt selbst ein Palliativ-Team für ambulante Betreuung, arbeitet eng mit Hausärzten und Pflegediensten zusammen und stellt über sogenannte Brückenschwestern den Kontakt und Austausch zu stationären Einrichtungen sicher.
Eine solches heimatnahes Angebot gibt es bislang nur in der Kreisklinik in Wolfratshausen seit Anfang Mai. Dort hat man, unterstützt durch eine Umfrage unter den Hausärzten, den Bedarf erkannt, ein Konzept erarbeitet, Personal geschult und im Zuge der Kliniksanierung zwei wohnliche Zimmer ausschließlich für Palliativ-Patienten eingerichtet. Nicht immer seien beide belegt, doch "insgesamt ist das Echo positiv", resümiert Oberärztin Beate Lamminger nach drei Monaten Laufzeit. Doch müsse sich auch in den Köpfen der Leute etwas tun, denn oft sei der Begriff "palliativ" negativ besetzt. Es gehe aber in den Zimmern nicht notwendiger Weise ums Sterben, sondern vor allem darum, die Patienten so weit zu stabilisieren und einzustellen, dass sie möglichst wieder nach Hause in die vertraute Umgebung könnten, betont die Leiterin der Einheit.
Sollte die geplante Bilanz nach einem halben Jahr ergeben, dass der Personalschlüssel erhöht werden muss, "werden wir das natürlich tun", versichert Geschäftsführer Hubertus Hollmann auf Nachfrage. Dies hatte der Hospizverein bereits gefordert.
In der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz wurde eine Palliativ-Einheit nach Auskunft von Arnulf Mehren zwar intern diskutiert, aber: "Wir haben die notwendigen räumlichen Strukturen momentan nicht", sagt der Geschäftsführer. Es gebe aber eine onkologische Praxis am Krankenhaus für die Tumorpatienten. Eine Schmerztherapie wird seiner Auskunft nach durch einen Anästhesisten im Rahmen des stationären Konzepts angeboten.
Als bislang einziger niedergelassener Arzt mit Zusatzausbildung in Palliativmedizin in Bad Tölz möchte Michael Jung das Thema auch unter Hausärzten im Tölzer Raum noch stärker verankern.
Eine Podiumsdiskussion über das palliative Versorgungsnetz im Landkreis wird es Mitte Oktober in der Kreisklinik in Wolfratshausen geben. Im Rahmen der monatlichen offenen Treffen des Hospizvereins werden Vereinsmitglieder, Haus- und Klinikärzte, Sozialdienst und ein Seelsorger sprechen.
Monika SchotteDas Presse-Echo aus der
Wolfratshauser SZ, Samstag, den 30. April 2007
Ein letzter Dienst
Kreiskrankenhaus richtet Palliativzimmer ein
Wolfratshausen Irgendwie sinnig. Dieser Blick aus geöffneten Fensterflügeln über den Strand hinaus in die Weite des Meeres. Unaufdringlich stimmt die Fototapete ein auf das, was sich künftig hinter den beiden Türen abspielen wird, zwischen denen sie angebracht ist. Dort werden Menschen ihre letzte Lebenszeit verbringen. Sie werden körperliche Beschwerden haben, sie werden Ängste und Fragen haben. Sie werden Bilanz ziehen, vielleicht noch manches in ihrer Lebensgeschichte aufarbeiten wollen. Denn sie müssen Abschied nehmen vom Leben.
Den passenden Rahmen für Patienten wie Angehörige hat nun die Wolfratshauser Kreisklinik auf Wunsch zahlreicher Hausärzte und des Hospizvereins geschaffen. Morgen, am 1. Mai, öffnet die Palliativeinheit, die in eine der internistischen Stationen integriert ist. Zart türkis-blaue Wandfarben, angenehme Düfte, Bilder, CD-Player und eine Sitzecke neben dem Krankenbett schaffen einen wohnlichen Charakter der zwei Einzelzimmer. Die Couch können Angehörige zum Übernachten nutzen. "Betreut werden die Patienten mit weit fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Erkrankungen von einem Team, das den medizinischen, psychosozialen und seelsorgerischen Bedürfnissen individuell gerecht wird", sagt Oberärztin Dr. Beate Lamminger, Leiterin der Station. Der Patient soll bis zuletzt in Würde leben können. Dafür arbeiten Mediziner, Hausärzte, Hospizverein und Seelsorger eng zusammen. Auch wenn Schwerkranke soweit stabilisiert werden können, dass sie nach Hause dürfen.
In der Klinik bemühen sich die Ärzte interdisziplinär vor allem darum, die Begleitsymptome einer Erkrankung, wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Verstopfung, Angst oder Depression zu lindern. Wie ein schützender Mantel (lateinisch "pallium") sollen die Maßnahmen den Patienten umgeben. An der Kreisklinik ist bereits Dr. Andrea Lorenz Expertin, Ende des Jahres wird auch Dr. Beate Lamminger die Weiterbildung zur Palliativmedizinerin abgeschlossen haben.
Bis zuletzt in Würde leben: Dafür setzt sich Dr. Beate Lamminger,
Leiterin der Palliativstation in Wolfratshausen, ein.
Vorbei sind also die Zeiten, in denen Tod und Sterben ein Schattendasein im Krankenhaus führten. Dank der Hospizbewegung, die den Sterbeprozess als Teil des Lebens akzeptiert, der weder verkürzt noch verlängert werden soll, hat auch in der Medizin ein Umdenken hin zu einem "nachhaltigen Verständnis" eingesetzt, "das Würde und Autonomie des Patienten besonders wertschätzt", wie es Beate Lamminger ausdrückt. Auch und gerade am Ende des Lebens. Da in diesem Grenzbereich viele ethische Fragen auftauchen, ist an der Klinik auch eine Ethikkommission geplant.
Monika Schotte
Das Presse-Echo aus dem
Tölzer Kurier vom 18. Januar 2007
Gratwanderung zwischen Leben und Tod
Theaterstück thematisiert bewegend das Sterben eines Kindes
Bad Tölz - Das Sterben eines Kindes ist eines der größten Tabus der Gesellschaft. Besonders eindringlich war deshalb das Theaterstück "Oskar und die Dame in Rosa", zu dem der Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen am Montagabend in das evangelische Gemeindehaus einlud. Das Stück behandelt die letzten Lebenstage des zehnjährigen Oskars, der unheilbar an Leukämie erkrankt ist. Schauspielerin Anita Keller stellte die Thematik ergreifend dar.
Der Aufführung liegt dem Bestseller des französischen Autors Eric-Emmanuel Schmitt zugrunde, der die Umsetzung als Monolog verfügt hat. Das Stück skizziert Oskar, der von einer alten Dame im rosa Kittel begleitet wird. Der Bub leidet sehr darunter, dass Ärzte, Pflegepersonal, Mitpatienten und sogar seine Eltern nicht mehr ungezwungen mit ihm umgehen können, da ihnen seine Krankheit Angst macht.
Er empfindet sich als Kranker, der seiner Umwelt keine Freude mehr macht. Nur "Oma Rosa" wie sie Oskar liebevoll nennt, hat den Mut und die Lebenserfahrung, offen mit ihm zu sprechen. Sie macht mit Oskar ein Spiel, in dem er alle Stadien eines Menschenlebens durchlebt: Ein Tag steht für zehn Jahre.
Für das Ein-Frau-Stück war Darstellerin Anita Keller genau die richtige: Die 70-jährige ausgebildete Schauspielerin ist selbst als langjährige Hospizhelferin mit den Schicksalen schwerstkranker Menschen vertraut. Im Theaterstück schafft sie es deshalb mühelos, überzeugend in die jeweiligen Charaktere zu schlüpfen. Mit ihrer Mimik und Gestik zeigt die Schauspielerin sehr sensibel die brüchige Welt Oskars. In den Gesprächen zwischen Oskar und Oma Rosa zeichnet Keller nicht nur das tiefe Vertrauensverhältnis der beiden nach, sondern auch die Gegensätze in Oskars Umgebung. Die herzerwärmende Nähe zu "Oma Rosa" bei gleichzeitiger emotionaler Distanz zu den Eltern. Dafür stehen in den Szenen auch ungekünstelt erfrischender Wortwitz und ernste Gedanken nebeneinander.
Das Stück von Eric-Emmanuel Schmitt meistert die schwierige Gratwanderung zwischen Leben und Tod mit einer breiten emotionalen Spanne von Liebe und Freude bis hin zu Schmerz und Verlust.
Vera Markert